Diese Seite drucken
Freitag, 08 September 2017 09:56

Anwohner fürchten Staub- und Lärmbelastung

geschrieben von Thorsten Soltau
Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Angelika Börchers, Renke Neumann, Thomas Bahr, Heike Neumann von der Bürgerinitiative „Gewerbegebiet Roßfelde“. Angelika Börchers, Renke Neumann, Thomas Bahr, Heike Neumann von der Bürgerinitiative „Gewerbegebiet Roßfelde“. Foto: Bürgerinitiative
Zetel. Die Liste der Vorwürfe ist lang, die Unzufriedenheit einigen Anwohnern des Gewerbegebiets Roßfelde groß. Stein des Anstoßes ist das Speditionsunternehmen Tönjes, das sich aus Sicht der Anwohner nicht an die gewerblichen Lärmschutzauflagen halten und darüber hinaus den Naturschutz missachten würde.
Weil sie sich von der Gemeinde Zetel und dem Landkreis Friesland allein gelassen fühlen, haben die betroffenen Anwohner inzwischen eine Bürgerinitiative gegründet. Sie wollen verhindern, dass die Spedition mittels aktualisierter Nutzungsänderung die Möglichkeit erhält, künftig in der Werkhalle an Lastwagen TÜV-Prüfungen vornehmen zu lassen. Dafür soll an der Gebäudeseite eine Umfahrung entstehen. Nachts würden Lastwagen gestartet und minutenlang warmlaufen, bei Lackierarbeiten rieche es eindeutig nach Verdünnern, die flackernde Beleuchtung der Außenanlage leuchte die Nachbargrundstücke aus – besonders stößt den Anwohnern das Entfernen der Bäume und des Unterholzes an den Hallenseiten auf. „Mit der Wegnahme der Bäume schauen die Anwohner direkt auf die Halle der Spedition Tönjes, die nur wenige Meter entfernt steht. Sollten Lastwagen direkt am Grundstück vorbeifahren, würden die Grundstücke direkt mit Lärm, Abgasen und Erschütterungen belastet. Neben der massiven Feinstaubbelastung, die dies mit sich bringt, würden die im Bebauungsplan stehenden Obergrenzen für Lärm stark überschritten“, schreibt Angelika Börchers in einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative. Man habe die Gemeinde und den Landkreis auf die Probleme aufmerksam gemacht, „Reaktionen blieben größtenteils aus“, heißt es weiter in dem Schreiben.
„Die Arbeiten im ,Grünbereich’ sind in einem Ortstermin mit dem Landkreis Friesland abgestimmt worden“, erklärt Bürgermeister Heiner Lauxtermann auf Nachfrage. Die Veränderung resultieren aus der geplanten Umfahrung für Fahrzeuge zur Halle. Bei der Ortsbesichtigung seien die weiteren Vorwürfe nicht bestätigt worden, so Heiner Lauxtermann. Das Speditionsgelände ist ein sogenanntes eingeschränktes Gewerbegebiet (GEe), die Einschränkung bestehe darin, dass Gewerbebetriebe zulässig sind, die das Wohnen nicht wesentlich stören, teilt Mario Atzesdorfer vom Fachbereich Planung, Bauordnung und Gebäudemanagement des Landkreises Friesland mit. Die benachbarte Wohnbebauung liege bereits im Außenbereich und „genieße nicht den Schutzanspruch einer allgemeinen Wohnnutzung“, anders als bei per Bebauungsplan definierten Wohnsiedlungen. Künftig soll ein Wall die Anwohner vor Lärm schützen, ein schalltechnisches Gutachten wird ebenfalls erstellt.
Gelesen 491 mal Letzte Änderung am Freitag, 08 September 2017 10:03