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Freitag, 17 November 2017 09:36

Investition: 52.000 Euro für Laufbahn

Bockhorn. Die Gemeinde Bockhorn hat für die Sanierung der 100-Meter-Laufbahn auf dem Sportgelände Hilgenholter Straße rund 52.000 Euro in den Investitionshaushalt für 2018 eingestellt. Der Sanierungsbedarf war bereits im Verwaltungsausschuss am 5. September Thema gewesen. Daraufhin war der Entschluss gefasst worden, die Kosten für die Sanierung der Laufbahn, der Weitsprung- sowie Kugelstoßanlage zu ermitteln.
„Wir haben bisher keine exakten Analysen der Kosten bekommen“, teilte Bürgermeister Andreas Meinen in der jüngsten Sitzung des Schul-, Jugend-, Kultur-, Sport- und Marktausschusses mit. Aus diesem Grund sind die 52.000 Euro zunächst als geplanter Ansatz zu sehen.
Dass die Laufbahn einer dringenden Modernisierung bedarf, sei auch beim Ortstermin deutlich geworden. Eine kostengünstige Möglichkeit wäre, den alten Belag zu entfernen und eine neue Schicht aufzutragen – „vorausgesetzt, das Material ist nicht belastet, dann wird es wesentlich teurer“, betonte Meinen. Neben der Erneuerung der Kantsteine liegt der Fokus auch auf dem Erhalt der bisherigen Drainage und des Regenwasserablaufs. Als möglicher Platz für eine Weitsprunganlage wurde die Verlängerung der Laufbahn in Richtung Uhlhornstraße vorgeschlagen.
Um verlässliche Kosten zu ermitteln und gleichzeitig die verschiedenen Sanierungsmöglichkeiten abzuwägen, wird die Sanierung von einem Fachplanungsbüro begleitet.
Freitag, 03 November 2017 10:12

Flinke Vierbeiner mit klarer Botschaft

Neuenburg. Angefangen hat alles mit dem Wunsch nach einem Hund. „Wir haben uns gesagt, wenn wir einen nehmen, dann aus dem Tierschutz“, berichtet Thomas Coldewey aus Neuenburgerfeld. Die Suche in lokalen Tierheimen bleibt ohne Erfolg. Im Internet stößt der Tischler auf Onlinegruppen, die sich mit dem Leid der Galgos in Spanien auseinandersetzen. Ab da steht für Thomas Coldewey und seine Frau Martina fest: dieser Hund soll es sein.
Heute bereichern Asali (suaheli für „Süßer Honig“) und Nisha (indisch für „Die Schöne“) ihren Alltag. Die beiden quirligen Tiere sitzen mit auf dem Sofa, bekommen Streicheleinheiten und schlafen in großen, weich ausstaffierten Hundekörben. Ein glückliches Hundeleben – was sehr vielen ihrer Artgenossen verwehrt bleibt. Die vom Wesenszug eher sanft-gutmütigen Tiere verfügen nämlich über einen gut ausgeprägten Jagdtrieb – ein Umstand, den sich die Galgueros, die spanischen Jäger, für ihre Zwecke und ohne Rücksicht auf die Hunde zu eigen machen.
Thomas Coldewey legt einen Ordner auf den Tisch. Darin: Bilder von Hunden, die angeleint einem fahrenden Auto hinterherlaufen müssen, ausgemergelte Galgos, geschundene Pfoten. Die Bilder stammen von Tierschutzorganisationen, die sich vor Ort für die Hunde einsetzen. „50.000 Galgos werden pro Jahr getötet“, sagt Thomas Coldewey. Bei den Jägern zählt nur die Schnelligkeit der Tiere, die sie mit brutalen Methoden steigern. Wer zu alt oder zu langsam ist, wird ausgemustert, in der Einöde angepflockt und sich selbst überlassen oder an einem Baum soweit aufgehängt, dass die hinteren Pfotenspitzen gerade noch den Boden berühren. „Klavierspielen“ nennt sich diese Methode, die im Todeskampf der Tiere die Handanschläge eines Pianisten imitiert. „In Spanien hält sich der Aberglaube, dass der nächste Hund umso schneller ist, je mehr sein Vorgänger gelitten hat“, sagt Thomas Coldewey.
Auf diese Lebensumstände macht seit einem Jahr der von Marie Tenbusch und Thomas Coldewey gegründete Verein „Galgo Info“ aufmerksam: „Wir leisten Aufklärung, vermitteln jedoch keine Tiere.“ Mittels Spenden unterstützen sie die spanischen Tierschutzorganisationen, die sich für die Windhunde einsetzen, bezahlen Medikamente, Heimkosten oder notwendige Apparaturen, um die Tiere wieder aufzupäppeln. Ein gesunder Galgo im Tierheim kostet rund 120 Euro im Monat, oftmals sind 500 Tiere in einem Heim untergebracht. Die Geschichte ihrer Hunde haben Thomas und Martina Coldewey teilweise in Erfahrung bringen können. „Asali hat bei Zigeunern gelebt und war trächtig, allerdings nicht von einem Galgo. Das wäre ihr Todesurteil gewesen“, berichtet Thomas Coldewey. „Nisha haben wir vor acht Jahren auf einem Foto zum ersten Mal gesehen. Sie hatte ein Gesicht, damit hätte sie keiner genommen.“
Ihr Temperament haben die beiden Galgos der Familie Coldewey bewahrt. „Die Tiere brauchen Beschäftigung“, sagt Thomas Coldewey. Den Hund eben draußen laufen lassen – das geht nicht. Ein Vogel, oder eine Katze reicht schon, um den Hund über alle Berge laufen zu lassen: „Wenn man Glück hat, kommt der Hund irgendwann wieder.“ Allerdings lauern draußen zahlreiche Gefahren für die flinken Vierbeiner, die nicht selten von Autos angefahren werden. Die Leine ist stets dabei – nebst Sicherung am Menschen. „Galgos sind keine Tiere für Jedermann, man muss sich schon sehr mit den Rassemerkmalen auseinandersetzen“, betont Thomas Coldewey.
Im Verein kommt den Galgos eine wichtige Rolle zu. Sie sind „Botschafter mit langen Nasen“, die auch aufgrund ihrer grazilen Erscheinung für Aufmerksamkeit sorgen. „Die Tiere sind Hingucker, die Menschen kommen auf uns zu und sprechen uns an und fragen nach“, freut sich der Neuenburgerfelder. Im vergangenen Jahr haben die Coldeweys am Galgomarsch in Berlin teilgenommen. Mit 600 Galgos ging es durch das Brandenburger Tor und das Regierungsviertel. „Das war eine tolle Tour, wo ich heute noch Gänsehaut bekomme, wenn ich daran denke“, sagt Thomas Coldewey. Im Juni 2017 folgte schließlich ein „Great Global Greyhound Walk“ für britische und spanische Windhunde in Dangast, initiiert vom Verein „Galgo Info“. Ebenfalls macht der Verein mit besonderen Aktionen auf seine Arbeit aufmerksam. In der Vorweihnachtszeit läuft unter anderem eine „Galgo im Sack“-Adventskalenderaktion, wo es möglich ist, Taschen, Bilder und Kunsthandwerk, für den guten Zweck zu ersteigern. Hergestellt werden die Sachen in Handarbeit vom Ehepaar Coldewey sowie von Marie Tenbusch. Der Erlös fließt in den Tierschutz.
Für „Galgo Info“ gibt es auch künftig einiges zu tun, denn die Bedingungen, in denen die Galgos in Spanien leben, verändern sich nur langsam. „Es gibt inzwischen ein Umdenken, dass einige Jäger ihre Tiere nicht mehr töten, aber die Tradition ist nachwievor noch vielerorts vorhanden“, berichtet Thomas Coldewey.

Wer die Arbeit von „Galgo-Info“ unterstützen möchte, findet auf der Internetseite www.galgo-info.de weitere Informationen.
Freitag, 03 November 2017 10:08

Schüler pflegen das Ökosystem Moor

Bockhorn. Statt Schulheft und Lehrbuch gibt es Gummistiefel und Sägen: Vier Klassen der IGS Friesland-Süd aus Zetel haben kürzlich die Schule für jeweils einen Vormittag gegen das Bockhorner Moor getauscht.
Unterstützt vom Landkreis Friesland sowie der mobilen Umweltbildung Mobilum gab es im Rahmen des „Moorherbst Niedersachsen“ für die jeweils 30 Schüler an einem Vormittag etliche theoretische und praktische Aufgaben zu bewältigen. Bereits im Unterricht hatten sich die Schüler der 7. Klassen über das Ökosystem Moor informiert. Dabei ging es auch um geeignete Schutzmaßnahmen, um den empfindlichen Lebensraum auch für künftige Generationen zu erhalten.
Auch das Entkusseln auf einem Teilbereich des knapp 322 Hektar umfassenden Bockhorner Moores spielte eine Rolle. Damit dem Moorboden nicht zuviel Wasser entzogen und damit die Wiedervernässung erschwert wird, mussten die Birken und Kiefern weichen – unter Anleitung durften die Schüler selbst mit Sägen die Baumreihen auf einem knapp drei Hektar großen Areal lichten. Theoretische Inhalte vermittelten Susanne Ekhoff und Petra Walentowitz von der mobilen Umweltstiftung „Mobilum“, die mit Kleingruppen Bodenproben entnahmen, das saure Waldbodenmilieu bestimmen ließen oder die Pflanzen des Moores vorstellten – allen voran das Torfmoos, das für den Wachstum des Moores sorgt.
Für Sven-Philipp Glomme, Fachbereichsleiter Naturwissenschaften an der IGS Friesland-Süd und Alexander Pelzel von der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Friesland ist die Aktion ein großer Erfolg. „Die Schüler sind sehr motiviert, einige würden gerne auch außerhalb der Aktion das Moor weiter pflegen“, berichtet Sven-Philipp Glomme. Für die Schüler bedeute die Arbeit an der frischen Luft im Bockhorner Moorgebiet ein „echtes Naturerlebnis“. Möglich sei eine solche praxisbezogene Exkursion jedoch oftmals nur mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung, erklärte Alexander Pelzel.

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