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Dangast. Die Ferien haben gerade begonnen und der Sommer 2017 blickt seinem Höhepunkt entgegen: Drei Wochen noch, dann ist wieder Watt en Schlick-Fest! Am Wochenende vom 21. bis 23. Juli ist der Strand am Kurhaus in Dangast wieder Schauplatz eines dreitägigen Kulturspektakels: Das bunte Festival bietet auch diesen Sommer wieder ein fulminantes Programm für Ohren, Augen und Herz, diesmal sogar auf insgesamt vier Bühnen.

Das Line-up steht und unlängst haben die Veranstalter auch den lange geheim gehaltenen Top-Act am Samstagabend bekanntgegeben: Bilderbuch aus Wien. Mit lässiger und sexy Pop-Performance sorgte die derzeit heiß gefeierte Band bereits 2015 für den Ausnahmezustand am Strand. Nach „Schick Schock“ heißt das aktuelle Album „Magic Life“ und gibt es kaum einen Kritiker, der das Musik-Phänomen aus der Alpenrepublik nicht abfeiert.


Bilderbuch 2017Samstag-Headliner: Bilderbuch. Foto: Elizaveta Porodina

„Festival wird nie ganz fertig sein“
Eröffnet wird das Watt en Schlick-Fest am Freitagnachmittag mit der ausschließlich Plattdeutsch rappenden Band De fofftig Penns. Unter anderem mit Saint, einem aus Gambia stammenden Soul- und Hip Hop-Musiker, der in Schweden lebt, bekommt das Festival dann auch eine internationale Note. Im großen Zirkuszelt mischen Studio Braun dagegen einen humoristischen Cocktail, während die Palettenbühne von der fast schon legendären Hip Hop-Band Main Concept bespielt wird. Headliner am Freitag ist der Brite Jamie Lidell – ein musikalischer Grenzgänger und fantastischer Soulsänger von internationalem Format, der, so der Rolling Stone, „in einer besseren Welt längst ein Popstar“ wäre. Plattdeutsch, Soul, arabische Indie-Musik – wie passt das eigentlich alles zusammen? „Wir setzen uns ganz bewusst keine inhaltlichen Grenzen“, erklärt Festivalleiter Till Krägeloh. „Es braucht Freiheit, um Dinge entstehen zu lassen. Ich sehe das Fest in ständiger Entwicklung, in einem Prozess. Es wird nie fertig sein.“ Grundsätzlich lässt sich zur Programmstruktur vielleicht sagen: Der Freitag ist vom Charakter eher experimenteller, der Samstag urban-hip und der Sonntag sozusagen für die ganze Familie.“

Bühne, Zelt, Palette – neu ist das Floß
Neu in diesem Jahr ist eine schwimmenden Bühne. Je nach Tidestand hebt oder senkt sich das „Floß“, steht im Watt oder schwimmt auf dem Wasser. Am Samstag spielen hier etwa Suzannah Karenina und Sophia Kennedy. Am sehr späten Abend wird das Floß sogar zum Kino mit Josef Haders Regie-Debüt „Wilde Maus“. Auf der Mainstage mit Blick auf Schlick reicht das Programm vom nachmittäglichen Singer Songwriting (Alice Phoebe Lou) über das abendliche Hip Hop-Brett mit Megaloh bis hin zu der Gießener Elektro-Pop-Rap-Formation OK Kid, bevor Bilderbuch ihren „Magic Life“-Zauber entfalten.

MegalohHip Hop aus Berlin: Megaloh. Foto: Robert Winter

Auch am Festival-Sonntag bleibt das Watt en Schlick Fest seiner Haltung treu: Neben angesagten, aber nicht angepassten Künstlern ist das Festival ebenso ein Ort für Neuentdeckungen und Überraschungen. „Ich finde es wichtig, dass auch unbekanntere Bands hier nicht als Lückenfüller agieren, sondern wirklich eine Plattform für sich bekommen“, findet Festivalleiter Till Krägeloh. Beispielhaft dafür steht etwa die Band Giant Rooks, die im letzten Jahr im Zelt so begeistert habe, dass sie dieses Jahr auf der Mainstage spielt. Am Sonntagvormittag lockt aber zunächst einmal eine Band die ganz jungen Fans vor die Bühne: Deine Freunde sind einfach cooler als jede andere Band im „Musik für Kinder“-Genre.

Theater, Literatur & Soul
Auf Musik folgt Theater: Mit dem Theatre du Pain erwartet das Publikum nichts weniger als Wahnsinn mit Methode – das berühmt-berüchtigte Theater-Trio spielt seine besten Szenen im Zelt. Nach einer Lesung von Wigald Boning steuert das Festival nach fast 50 Programmpunkten und mit der Höchsten Eisenbahn sowie der einschlägigen Brassband Moop Mama auf seinen Höhepunkt zu: Im Schein der untergehenden Sonne lässt die Queen des deutschen Soul Joy Denalane das Watt en Schlick-Fest 2017 ausklingen.

>> Karten, Campingtickets und weitere Infos gibt es unter wattenschlick.de
Publiziert in Varel & Dangast
Hähnchenmast an der Wehgaster Straße - Vorgesehen ist eine Anlage mit Kapazität für bis zu 30.000 Tiere. Bislang gibt es in Varel keine Sondergebiete für Geflügelställe.

Varel. Der Stadt Varel liegt ein Bauantrag zur Errichtung eines Geflügelmaststalls nahe Dangast vor. Das bestätigte Bürgermeister Gerd-Christian Wagner auf Nachfrage. Den Ratsmitgliedern war das Schreiben im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses zur Kenntnis gegeben worden.
Der Antragsteller beabsichtigt, an der Wehgaster Straße eine Stallanlage mit Platz für bis zu 30.000 Masthähnchen zu errichten, nunmehr aber weiter östlich als bei den ersten Überlegungen vorgesehen, mit denen sich die Stadt bereits vor gut zwei Jahren konfrontiert sah.

Im Herbst 2014 hatte es bereits eine Voranfrage zum Bau eines Geflügelstalls gegeben, die hatte der Vorhabenträger dann aber zunächst wieder zurückgezogen. Dabei hatte der Investor ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Planung keineswegs gescheitert wäre und das grundsätzlich an der Absicht zum Bau eines Geflügelstalls festgehalten werde. In der Zwischenzeit habe es nun zahlreiche Abstimmungsgespräche mit der Stadt gegeben, die nunmehr auch zu der Verlegung des Standortes weiter nach Osten geführt hätten.
Wie der Unternehmer bereits im Herbst 2014 erklärte, sei ferner nicht geplant, tatsächlich die maximal mögliche Zahl von knapp 30.000 Tieren zu halten, vielmehr sei ein Besatz mit einer vergleichsweise langsam wachsenden Rasse vorgesehen. Die Aufzucht der Hähne solle sich so weit wie möglich am Tierwohl orientieren und über die ohnehin geltenden Standards deutlich hinausgehen, teilte der Antragsteller damals mit. Vorgesehen sei „ein Nischenprodukt“, eine Mischung aus dem, was einerseits landläufig – meist negativ konnotiert – als „konventionelle Geflügelmast“ und andererseits als Bio-Haltung verstanden wird. Schließlich werde auch der Markt entscheiden, was wirtschaftlich darstellbar ist. Ein geschlossener Stall aber müsse sein, der Freilauf der Tiere komme schon aus Gründen der Seuchenprävention nicht in Frage.

Ob und inwieweit die Gremien der Stadt Einfluss nehmen können auf ein solches Vorhaben, darüber war im Planungsausschuss bereits im Herbst 2014 ausführlich diskutiert worden. Sollte die Politik den Bau zu verhindern suchen, wäre das sehr schwierig – wenn überhaupt möglich, wie Stadtplaner Olaf Freitag damals dargelegt hatte. Nicht zuletzt muss bei der Betrachtung unterschieden werden zwischen landwirtschaftlich und gewerblich betriebener Geflügelmast: Um erstere handelt es sich dann, wenn mindestens die Hälfte des für die Aufzucht der Tiere benötigten Futters auf eigenen oder dauerhaft gepachteten landwirtschaftlichen Flächen angebaut werden kann. Ist diese Bedingung erfüllt, handelt es sich um ein privilegiertes landwirtschaftliches Vorhaben nach § 35 Baugesetzbuch, das grundsätzlich Anspruch auf Genehmigung hat, sofern diesem, wie es im Gesetzbuch heißt, „öffentliche Belange nicht entgegenstehen“. Einfach gesagt: Einen solchen landwirtschaftlichen Geflügelstall im Außenbereich hätte die Kommune fast zwangsläufig zu genehmigen.
Etwas anders sieht es bei gewerblich betriebener Geflügelmast aus, wie sie hier zunächst beantragt wurde: dafür kann die Stadt sogenannte Vorranggebiete ausweisen, auf die Antragsteller dann verwiesen werden können, für das übrige Stadtgebiet ergäbe sich daraus zunächst eine Ausschlusswirkung. Den Antrag, ein Sondergebiet „Geflügel-Mastställe“ im Flächennutzungsplan der Stadt auszuweisen, hatte die Fraktion der Menschenmüll-Wähleraktion im Herbst 2014 gestellt. Umgesetzt wurde er bislang nicht.

Ob und wo solch ein Sondergebiet ausgewiesen werden könnte, ist bis dato auch völlig offen geblieben, mit Vorschlägen dazu hielt man sich seinerzeit im Ausschuss geflissentlich bedeckt – wohl wissend, dass man sich diesem emotional aufgeladenen Thema immer den Unmut der jeweils betroffenen Nachbarschaft zuziehen wird.
Das weiß auch der jetzige Antragsteller: Der hatte seine Bauvoranfrage vor gut zwei Jahren zunächst zurückgezogen, obwohl dem Projekt an dem vorgesehenen Standort planerisch und rechtlich nichts im Wege gestanden hätte. Es sei aber nachzuvollziehen, dass einige Menschen sensibel auf diese Thematik reagieren, so der Unternehmer damals. Viele Bedenken seien dabei allerdings „eher emotionaler Natur“ denn durch sachliche Abwägung begründet. Das Vorhaben hatte in den Gremien für lebhafte Debatten gesorgt. Die Mehrheit der Fraktionen hatte es seinerzeit kritisch gesehen, auch im Kommunalwahlkampf 2016 spielte das Thema eine Rolle. Ein Geflügelmaststall ausgerechnet in der Nähe des Tourismuszentrums und Kurortes Dangast sei abzulehnen, so der Tenor.

Doch das Planungsrecht bietet für eine solche politische Ablehnung im Grunde kaum Spielraum. Dennoch wird der Bescheid der Stadt zu diesem Bauantrag zunächst wohl noch auf sich warten lassen: Vor dem Hintergrund des im Raume stehenden MMW-Antrages zur Ausweisung eines Sondergebietes soll den Ratsgremien Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben werden. Der städtische Planungsausschuss wird sich des Themas annehmen, die nächste Sitzung findet voraussichtlich statt am Montag, 15. Mai.
Publiziert in Varel & Dangast

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