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Montag, 14 August 2017 09:27

„Das ist normal denkenden Menschen nicht zu vermitteln“

geschrieben von Redaktion
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Thomas Coldewey (re.) erläutert den Abgeordneten Peter Meiwald und Hanso Janßen die Artenvielfalt auf dem einstigen Übungsplatz Friedrichsfeld. Naturschützer haben in den vergangenen Jahren über 100 geschützte Tier- und Pflanzenarten auf dem Gelände entdeckt. Thomas Coldewey (re.) erläutert den Abgeordneten Peter Meiwald und Hanso Janßen die Artenvielfalt auf dem einstigen Übungsplatz Friedrichsfeld. Naturschützer haben in den vergangenen Jahren über 100 geschützte Tier- und Pflanzenarten auf dem Gelände entdeckt.
Varel. Zu einem Ortstermin auf dem einstigen Truppenübungsplatz Friedrichsfeld war am Freitag letzter Woche unter anderem der Grünen-Bundestagsabgeordnete und umweltpolitische Sprecher seiner Fraktion, Peter Meiwald aus dem Ammerland gekommen. Der Grünen-Kreisverband Friesland hatte zu einer öffentlichen Begehung des Geländes eingeladen, um über den aktuellen Sachstand zu informieren. Begleitet wurde Meiwald unter anderem vom Landtagsabgeordneten Hanso Janßen aus Jade sowie von der Landtagskandidatin Heike Kliegelhöfer aus Varel.
Schon vor zwei Jahren war Meiwald in Friedrichsfeld gewesen und war anschließend in Berlin für den Erhalt der Fläche in seiner heutigen Form eingetreten. Denn bekanntlich plant die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, in Friedrichsfeld mit Planierraupen und Kettensägen anzurücken, um das Gelände massiv umzugestalten. Es soll als ökologische Ersatzfläche für die durch den Bau der geplanten A 20 zerstörte Landschaft genutzt werden, wenn diese tatsächlich einst realisiert werden sollte.
In Friedrichsfeld hat sich nach Aufgabe der militärischen Nutzung vor gut zehn Jahren bereits ein einzigartiger Verbund zusammenhängender Biotope auf einer Gesamtfläche von etwa 250 Hektar entwickelt, wie Naturschützer immer wieder betonen. Thomas Coldewey vom BUND informierte nun die Besucherdelegation der Grünen über die Besonderheiten in Flora und Fauna, die sich auf dem Gelände entwickeln konnte. So gebe es dort mindestens sieben verschiedene Fledermausarten, die in den Bunkeranlagen leben und seltene Schmetterlinge wie den Großen Schillerfalter. Bei seinen aufwendigen Untersuchungen hat der örtliche BUND-Verband nach eigenen Angaben über 100 geschützte Tier- und Pflanzenarten auf dem Gelände entdeckt.

Die vom BUND zwischenzeitlich eingereichten Anträge auf Anerkennung des Geländes Friedrichsfeld als Nationales Naturerbe oder zur Ausweisung als Naturschutzgebiet liegen jedoch wegen der Planungen der Straßenbaubehörde auf Eis. Da im Bauabschnitt der A 20 zwischen Jaderberg und Westerstede Flächen für Wiesenbrüter, unter anderem Kiebitze, verloren gehen würden, sollten diese hier in Friedrichsfeld wieder angesiedelt werden. Zu diesem Zweck müsste ein Großteil des Baumbestandes, circa 160 ha gerodet werden, so dass der ursprüngliche Charakter der mosaikartig verbundenen Biotope verloren gehen würde, um einem neu zu schaffenden Biotop zu weichen. Außerdem wäre eine Kampfmittelräumung vorher unerlässlich und diese mit erheblichen Kosten verbunden.
Nicht nur Naturschützer halten das für Irrsinn – für die Überlegungen, eine ökologisch durchaus wertvolle Fläche radikal umzubauen, um daraus wiederum eine ökologische Fläche für andere „Zielarten“ zu machen, hatte es in der Region viel Spott gegeben. „Es ist normal denkenden Menschen nicht zu vermitteln, dass man ein solch einzigartiges, zusammenhängendes Biotop umgestaltet, um ein neues Biotop zu schaffen, nur weil es eben schon im Bundesbesitz ist. Sinnvoll wäre die Nutzung einer weniger wertvollen Fläche, die darüber eine Aufwertung erfährt“, erklärte dazu der Abgeordnete Meiwald. Er kritisierte die Fixierung auf den Autobahnbau: „Das Auto wird bei uns leider immer noch behandelt wie eine heilige Kuh, da wird in Deutschland häufig das Gehirn abgeschaltet.“ Mit diesen Worten versprach Meiwald, sich in Berlin weiter für den Erhalt des Biotops Friedrichsfeld in seiner jetzigen Form einzusetzen.

Im Anschluss besuchte Peter Meiwald außerdem den Biolandbetrieb Eekenhof von Klaus Leiter in Büppel. Gemeinsam mit dem örtlichen Bundestagskandidaten Alexander von Fintel aus Wilhelmshaven erhielt er eine Führung über die neu angelegten Bio-Gemüseanbauflächen. Seit Anfang des Jahres werden ehemalige Weideflächen des Biolandhofes zu Acker- und Beetflächen umgestaltet. Auch neue Gewächs- und Kühlhäuser sind entstanden, die ersten Sorten werden inzwischen geerntet. Zwischen Kohlrabi und Salat wächst bei Klaus Leiter ein Dschungel an Tomaten gesäumt von Blühstreifen mit allerlei Sommerblumen, in denen sich Insekten tummeln. Meiwald zeigte sich begeistert von diesem Beispiel an ökologischer Landwirtschaft und kam bei einem Snack mit regionalen Produkten mit den Varelern ins Gespräch.
Gelesen 627 mal Letzte Änderung am Freitag, 18 August 2017 09:33

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