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Montag, 21 August 2017 10:14

Algen und Schwämme im Fokus der Wissenschaft

geschrieben von Michael Tietz
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Welche Möglichkeiten bieten Tier- und Pflanzenarten in den Ozeanen für die medizinische Forschung? Darüber weiß die Wissenschaft bislang erst wenig – eine neue Ausstellung im Nationalpark-Haus Dangast liefert Infos zum Stand der Dinge. Vorgestellt wurde sie jetzt von Lars Klein (Nationalpark-Haus), Apotheker Jandirk Burchards, Sigrid Busch, Chemiker Prof. Dr. Harald Kluge und Malte Winkler (LzO, Sponsoring) (von links). Welche Möglichkeiten bieten Tier- und Pflanzenarten in den Ozeanen für die medizinische Forschung? Darüber weiß die Wissenschaft bislang erst wenig – eine neue Ausstellung im Nationalpark-Haus Dangast liefert Infos zum Stand der Dinge. Vorgestellt wurde sie jetzt von Lars Klein (Nationalpark-Haus), Apotheker Jandirk Burchards, Sigrid Busch, Chemiker Prof. Dr. Harald Kluge und Malte Winkler (LzO, Sponsoring) (von links). Foto: M. Tietz
Nationalpark-Haus: Ausstellung beleuchtet Bedeutung von Meeresorganismen als Quelle für medizinische Wirkstoffe
Dangast.
Medizin vom Meeresboden: Welches Potenzial in Tieren und Pflanzen als Lieferanten für medizinische Wirkstoffe steckt, darauf weist jetzt eine neue Ausstellung im Seminarraum des Nationalpark-Hauses Dangast hin. Insbesondere bodenbewohnende Organismen der Tiefsee stehen hierbei im Fokus.
„Wir haben uns vorgenommen, hier im Seminarraum insbesondere Themen der Naturwissenschaften aufzugreifen in Ergänzung zur ohnehin im Haus omnipräsenten Biologie. Hier nun geht es vor allem um Chemie“, erklärte Lars Klein, Leiter des Nationalpark-Hauses bei der Präsentation der drei neuen Schautafeln. Er freue sich, dass es gelungen sei, ausgewiesene Experten für die inhaltliche und redaktionelle Gestaltung zu gewinnen. Allen voran setzten sich Prof. Dr. Harald Kluge, früher tätig im Institut für Neurologie an der Universität Jena, und der Vareler Apotheker Jandirk Burchards mit dem Thema auseinander. Unterstützt wurden sie dabei durch den Förderverein für Kunst und Kultur Varel in persona von Sigrid Busch und Dr. Heiko Scheepker.

Die Aufbereitung des Themas schlage eine Brücke auch zum Vareler Heimatmuseum, so Lars Klein, und ergänze die im vergangenen Jahr erstellten Informationen zu „International bedeutenden Gelehrten mit friesischen Wurzeln“ wie den Chemiker Lothar Meyer. „So kommen wir hier im Haus vom Lokalen ins Globale, von Flora und Fauna des Weltnaturerbes Wattenmeer über Biologie und Chemie bis zur Heimatkunde“, fasste Lars Klein zusammen.
Prof. Harald Kluge ging dann auf die Inhalte der Schautafeln ein und betonte dabei, dass dies kaum mehr als ein Schlaglicht sei – viel mehr sei auch derzeit gar nicht möglich, denn: „Die Wissenschaft steht mit der Erforschung von Meeresorganismen als Quelle für Heilstoffe erst ganz am Anfang.“ Welche Möglichkeiten Tiere und Pflanzen des Meeres für die Medizin bieten, darüber weiß die Wissenschaft also noch vergleichsweise wenig. Gerade in der Tiefsee gibt es vermutlich noch eine Vielzahl von Spezies, die dem Menschen bis dato völlig unbekannt sind. Die neue Ausstellung gibt auf drei großformatigen Schautafeln einen Überblick darüber, welche Möglichkeiten die erst etwa zwei Jahrzehnte währende Forschung an Wirkstoffen niederer Organismen des Meeresbodens zur Abwehr ihrer natürlichen Feinde für deren Nutzung insbesondere bei bislang schwer therapierbaren Erkrankungen eröffnet. Bis dato werden drei bereits klinisch genutzte Medikamente und einige vorerst im Labor- und Tierversuch erfolgreich getestete Wirkstoffe mit vor allem antibakterieller und zytostatischer (Krebszellen hemmender) Wirkung aufgeführt. Die entsprechenden Quellen (Schwämme, Algen, Bakterien, Manteltierchen u.a.) und die Ergebnisse werden in der Darstellung umfangreich dokumentiert.

Die drei großformatigen Schautafeln bauen inhaltlich aufeinander auf: Zunächst wird die Fragestellung erläutert und bereits gesichertes Wissen dokumentiert. „Bislang sind genau drei Präparate bereits im klinischen Einsatz“, sagt dazu Harald Kluge. Auf dem zweiten Blatt wird das vermutete Potenzial dargelegt und über derzeit in der Versuchsphase befindliche Stoffe informiert. Schließlich wird ein weiterer Ausblick gewagt und über technische Möglichkeiten und Herausforderungen im Zusammenhang mit der aufwendigen Forschung aufgeklärt.
Eine Herausforderung war es auch, die komplexe Materie in aller Kürze und auch für Laien verständlich aufzubereiten. Das aber ist gelungen – etwa ein halbes Jahr Arbeit steckt in den drei Schautafeln, die reichhaltig bebildert sind. Die Produktion der einrollbaren Plakate hat die LzO Varel mit einer Spende von rund 600 Euro möglich gemacht.
→ Die neue Ausstellung „Meeresorganismen als Heilstoffquelle“ ist während der Öffnungszeiten des Nationalpark-Hauses Dangast (Infos hier) zu sehen, der Eintritt ist frei.
Gelesen 359 mal Letzte Änderung am Dienstag, 22 August 2017 10:42

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