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Dienstag, 12 Dezember 2017 17:40

Dünge-Sperrfrist: Wohin mit der Gülle?

geschrieben von Michael Tietz
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Das Ausbringen von Gülle und Jauche ist im Winter für drei Monate untersagt. Weil schon der Herbst überaus nass war, sind auf den Betrieben die Lagerkapazitäten inzwischen weitgehend erschöpft. Das Ausbringen von Gülle und Jauche ist im Winter für drei Monate untersagt. Weil schon der Herbst überaus nass war, sind auf den Betrieben die Lagerkapazitäten inzwischen weitgehend erschöpft. Beispielfoto: pixabay.com
Die anhaltende Nässe hat die Ausbringung erschwert. Nun sind die Lagerkapazitäten auf den Höfen zunehmend erschöpft.

Friesland.
Es hat viel geregnet in den vergangenen Monaten, und das hat den Landwirten in der Region schwer zu schaffen gemacht. Zunächst fand die Ernte vielfach mit Verzögerung und dann unter erschwerten Bedingungen statt, weil die Felder zunehmend unter Wasser standen. Und dann wurde auch das Ausbringen von organischen Düngemitteln problematisch: die Güllefässer mussten häufig in den Depots bleiben, weil der Boden auf Acker- wie Grünlandflächen einfach zu nass war.

Jetzt greift ferner die Gülleverordnung, die das Ausfahren von Gülle, Jauche oder Gärresten in der Zeit vom 1. November bis zum 31. Januar grundsätzlich untersagt. Die dreimonatige Sperrfrist kann in Niedersachsen zwar um bis zu einen Monat nach hinten verschoben oder auch vorgezogen werden. Das muss allerdings bis zum 31. Oktober beantragt worden sein.
In der Konsequenz sind die Lagerkapazitäten für die flüssigen Stoffe auf vielen Höfen weitgehend erschöpft, wie Hartmut Seetzen, Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Friesland, bestätigt: „Die letzte Düngung hat bei vielen im August stattgefunden, seither sind 800 Millimeter Wasser gefallen. Das allein bringt in einem normalen Behälter einen zusätzlichen Pegel von 80 Zentimetern. Zudem sind hier und da die Rinder schon einige Wochen früher in den Stall geholt worden.“ Insgesamt habe sich dieses Jahr zunehmend „katastrophal für die Landwirtschaft entwickelt“, bilanziert Seetzen: „Die anhaltenden Niederschläge sind schon sagenhaft außergewöhnlich, das macht das Wirtschaften auf Acker wie Grünland sehr schwierig.“
Wohin sollen die Bauern nun mit der angesammelten Gülle: „Noch reichen die Lagerkapazitäten, aber es ist abzusehen, dass sie bei vielen Betrieben vor Ablauf der Sperrfrist erschöpft sein werden“, betont Hartmut Seetzen.

Die untere Wasserbehörde des Landkreises Friesland hat deshalb jetzt darauf hingewiesen, dass sich Landwirte ab sofort bei der Behörde melden können, wenn zu erwarten ist, dass die Speicherbehälter für Gülle und Co. frühzeitig gefüllt sind und Alternativen zur Ausbringung nicht zu realisieren sind. Das könnten etwa die Abgabe an aufnahmebereite Betriebe oder eine Güllebörse, die Einlagerung von Teilmengen bei benachbarten Betrieben oder auch die Reaktivierung von ungenutzten, aber noch betriebsbereiten Lagerbehältern sein.
Erst wenn diese Alternativen sich als nicht durchführbar erweisen, seien andere Maßnahmen zu prüfen. Zur Vermeidung eines Havariefalles, also des Überlaufens oder gar Berstens eines Lagerbehälters, bittet der Landkreises Friesland die Landwirte um rechtzeitige Meldung, damit gemeinsam erforderliche Lösungen erarbeitet werden können. Das könne, so Kreislandwirt Seetzen, etwa die Einrichtung eines provisorischen Folienbeckens, einer sogenannten Lagune, sein, oder die Nutzung geeigneter Kellerräume in leer stehenden Gebäuden. In Schleswig-Holstein gebe es, anders als bislang in Niedersachsen, einen Erlass, der Maßnahmen für den nun eingetretenen Fall konkret benennt.
"Wir stehen in einem konstruktiven und pragmatischen Dialog mit den Behörden, sagt Hartmut Seetzen. Der Landkreises Friesland appelliert an die Landwirte, sich rechtzeitig zu melden, damit rechtzeitig konkrete, individuelle Lösungen gefunden werden können. Es gelte vor allem, Schäden für die Umwelt wie die Einleitung größerer Mengen ins Grundwasser, in ein Oberflächengewässer oder in die Kanalisation, zu vermeiden. Wenn durch die Untere Wasserbehörde eine außerordentliche Maßnahme zugelassen wird, geschehe dies auf Grundlage spezialgesetzlicher Gefahrenabwehrregelungen, heißt es weiter.

Weitere Informationen gibt es unter www.friesland.de/guellehavarie, dort finden Landwirte auch das Formular für die Meldung an die Untere Wasserbehörde. Bei Fragen stehen die Mitarbeiter beim Landkreis ferner unter Telefon 04461/919-5020 oder via E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.
Gelesen 1241 mal Letzte Änderung am Dienstag, 12 Dezember 2017 22:17

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