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Freitag, 05 Januar 2018 12:17

Bürgermeister Gerd-Christian Wagner im Gespräch: „Unsere Politik wirkt!“

geschrieben von Anke Kück
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Varel.

Im Gespräch mit dem Friebo blickt Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner auf das vergangene Jahr zurück und nimmt gleichzeitig zu einigen Themen Stellung, die uns 2018 beschäftigen werden:

Was verbinden Sie ganz persönlich mit dem Jahr 2017?
„Trotz Gewerbesteuerkapriolen ist Varel 2017 wirtschaftlich kräftiger geworden. Der Arbeitsmarkt blüht. Überall ist eine Aufbruchstimmung zu verspüren und Bauaktivitäten zu erleben. Unsere Politik wirkt, Varel wächst zusehends.“
Was sind die wichtigsten Aufgaben 2018? (Hier dazu einige Stichworte: städtische Wohnungen – Veranstaltungszentrum (Tivoli) – Feuerwehr – Fahrradverkehr – Kreisumlage)
„Ich ziehe den Bogen weiter. Wir müssen unsere soziale Infrastruktur in den kommenden Jahren erneuern und ausbauen. Das bedeutet weitere Veränderung.“
Städtische Wohnungen
„Das Thema städtische Wohnungen brennt mir persönlich auf der Seele. Neben der Schaffung der organisatorischen Grundlagen, zum Beispiel durch Bildung eines Eigenbetriebes, müssen wir konzeptionell durchstarten. Für mich ist neben der Sanierung des Bestandes der Neubau von städtischen Wohnungen unter sozialen Gesichtspunkten mit staatlichen Fördermitteln das Ziel.“
Veranstaltungszentrum
„Das Stichwort Tivoli ist hier besonders wichtig. Das Tivoli wird 2021 seinen wirtschaftlichen Zenit überschritten haben. Bis dahin würde ich dort nichts ändern. Allerdings steht fest, dass eine Sanierung in den Millionenbereich gehen würde. Fest steht aber auch, dass Varel eine Veranstaltungshalle braucht, in der Theater und andere kulturelle Events eine Heimat finden. Sollten wir dann nicht diese städteplanerischen Chancen nutzen und mit unserem neuen friesischen ‚Bauminister‘ Olaf Lies nach Förderungen suchen? Eine spannende, zukunftsträchtige Aufgabe, die auch die Belange von Jung und Alt einbinden muss.“
Radverkehr
„Der Radverkehr muss einen höheren Stellenwert in Varel erhalten. Dies müssen wir aber im Umfeld mit allen Verkehrsteilnehmern betrachten. Die Erfahrungen mit der Aufhebung der Radewegebenutzungspflicht und der neuen Situation im Bereich Windallee/Mühlenstraße sind Ansätze, die weiter verfolgt werden müssen. Außerdem gibt es dies nicht zum Nulltarif. Die Ideen von Bürgern, alternative Radrouten in die Innenstadt auszubauen oder auszuweisen, sollte im Fokus bleiben.“ Kreisumlage
„Bei der Kreisumlage ist die Schieflage zwischen Landkreis und Gemeinden zu beseitigen. Hier sind unsere Kreis- und Kommunalpolitiker gefordert. Die Bürgermeister müssen dies einfordern. Masterpläne mit Millioneninvestitionen aufzustellen und umzusetzen würde mir auch Spaß machen. Meine Kreisumlage heißt allerdings Steuererhöhung und muss schlussendlich vom Bürger bezahlt werden. Und wie schwierig das ist, muss ich nicht beschreiben. Gute Kitas, Grundschulen, Straßen, Theater, Jugendgruppen und vieles mehr kosten Geld.“
Feuerwehr
„Die Feuerwehren der Stadt arbeiten sehr gut mit der Verwaltung zusammen. Dafür möchte ich mich bei allen Kameradinnen und Kameraden bedanken. Die Ortswehr in Obenstrohe muss aktuell erneuert werden. Diesen Weg beschreiten wir gerade gemeinsam, wofür ich mich stark einsetze. Wenn wir damit fertig sind, müssen unsere Standorte in Varel und Borgstede aber ebenfalls grundsaniert werden. Hilfreich wäre hier ein Feuerwehrbedarfsplan, der gemeinsam erarbeitet werden muss und Grundlage für ein abgestimmtes, gemeinsames Handeln ist.“
Gibt es möglicherweise einen Neubau für die Wehr in Obenstrohe?
„Hier diskutieren wir in enger Abstimmung mit den Feuerwehrkameraden aktuell über vier verschiedene Standorte. Die Gespräche sind aber noch nicht abgeschlossen.“
Braucht Varel eine Umgehungsstraße?
„Alle beklagen den zunehmenden Verkehr und wollen ihn möglichst großräumig über andere Kommunen von Varel entfernt verlaufen lassen. Der Bund hat dies erkannt und gibt uns die Möglichkeit, Verkehrsplanung zu betreiben. Dies sollten wir nutzen. Welche Chancen stecken darin? Gibt es Lösungen, die jetzt noch nicht gedacht wurden? Wir sollten ergebnis-offen darüber reden. Möglichst mit externen Experten, die mit den individuellen Betroffenheiten anders umgehen als Bürgerinitiativen. Ich würde gerne von Fachleuten die Verkehrswelt 2030, 2040 und 2050 erläutert bekommen. Fahren wir dann alle elektrisch, autonom und nicht mehr so individuell wie jetzt? Wird das Auto zum negativen Statussymbol?“
Sorge bereitet vielen Bürgern und natürlich auch den Geschäftsleuten die Entwicklung in unserer Innenstadt. Wie beurteilen Sie die Situation?
„Die Innenstadtsanierung ist als Fördermaßnahme nahezu abgeschlossen. Diese städtische Maßnahme hat gute Impulse gesetzt. Die Situation des Einzelhandels verschärft sich allerdings wegen des boomenden Onlinehandels landauf landab. Schuld sind wir selber, da wir mit unseren Kaufentscheidungen die Probleme schaffen. Unsere attraktive Innenstadt muss mit Gastronomie und Individualität punkten. Gerade in letzter Zeit hat es hier einige sehr positive Impulse – zum Beispiel mit der Eröffnung der „Scheune“, der „Marktlücke“ oder dem Umzug der Tanzschule von Oehsen gegeben. Hier wird investiert. Offensichtlich ein Schlüssel zum Erfolg, der andere animieren könnte und sollte.
Allerdings ist die touristische Ausrichtung noch verbesserungswürdig. Eine bessere Kooperation der Beherbergungsbetriebe, der Gastronomie und der Einzelhändler könnte hier zusätzliche Impulse setzen.“
Die Diskussion um unsere Bahnhofsbrücke beschäftigte uns auch im abgelaufenen Jahr. Eine Lösung scheint derzeit noch nicht in Sicht. Bekommen wir irgendwann einen barrierefreien Übergang?
„Die Barrierefreiheit wurde von Bahnvorstand versprochen. Dieses Versprechen wird derzeit nicht umgesetzt. Der Kampf geht also weiter. Bis zur Elektrifizierung muss eine Lösung her, die insbesondere den Denkmalschutz im Fokus hat. Die Bahn als Eigentümer ist hier in der Pflicht und muss die Finanzierung gewährleisten. Als Vareler sollten wir Wert auf unseren Bahnhof legen. Er ist unsere bauliche Visitenkarte.“
Wie geht es in Dangast weiter – kehrt jetzt Ruhe ein und was wird aus dem geplanten Hähnchenmaststall?
„Die baulichen Aktivitäten in Dangast gehen weiter und werden von der Bürgerinitiative treu begleitet. Trotz schlechter Wettersaison sehen die Bilanzdaten verhältnismäßig befriedigend aus. Ohne unser Gegensteuern hätten wir jetzt ein riesiges Problem. Ich bin froh, dass wir dieses betriebswirtschaftliche Problem deutlich verkleinern konnten. Die Gästezahlen sind relativ stabil, trotz schlechten Wetters. Jetzt müssen wir weiter sanieren. Der Campingplatz ist in die Jahre gekommen und nicht mehr zeitgemäß. Es gibt also wieder spannende Veränderungen. Zum Hähnchenmaststall lässt sich derzeit nichts sagen. Hier müssen wir die nächsten Wochen abwarten, aber wir sind natürlich für andere Lösungen offen.“
Gelesen 191 mal Letzte Änderung am Freitag, 05 Januar 2018 12:46

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