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Sonntag, 14 Januar 2018 15:41

XXL-Frachtgut im Vareler Hafen umgeschlagen

geschrieben von Michael Tietz
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Erst hoch, dann lang: Stehend kamen die 33 Meter hohen Edelstahltanks zu Wasser auf einem Ponton in Varel an. Liegend wurden sie dann zu Lande transportiert. In der Nacht zu Samstag ging es im Schritttempo zur Kartonfabrik. Erst hoch, dann lang: Stehend kamen die 33 Meter hohen Edelstahltanks zu Wasser auf einem Ponton in Varel an. Liegend wurden sie dann zu Lande transportiert. In der Nacht zu Samstag ging es im Schritttempo zur Kartonfabrik. Foto: Michael Tietz

Gewaltige Wassertanks für Papier- und Kartonfabrik kamen per Schiff aus den Niederlanden.

Varel.
Da war buchstäblich schwer was los im Vareler Hafen am Freitag letzter Woche: Galt es doch, den wohl größten Transport – gemessen an den Dimensionen des Frachtguts – zumindest in der jüngeren Geschichte des Hafens umzuschlagen. Dazu waren am frühen Morgen mehrere Autokrane sowie ein halbes Dutzend Schwerlast-Lkw vorgefahren.
Schon vor Tagesanbruch war die gigantische Ladung vor den Schleusentoren eingetroffen – weithin sichtbar ragten die drei Edelstahltanks, 33 Meter hoch und 6,50 Meter im Durchmesser, in den diesigen Himmel. Sie waren aus Den Helder in den Niederlanden auf dem Seeweg nach Varel gebracht worden, ihr Ziel war die Papier- und Kartonfabrik. Dort werden die drei Behälter in eine neue Anlage zur Prozesswasseraufbereitung eingebaut. Hergestellt wurden die enormen Behälter beim auf Silo- und Tankbau spezialisierten Unternehmen Oostwouder in ‘t Zand, Nordholland.

Zunächst war erwogen worden, das Frachtgut per Schiff über Flüsse und Kanäle quer durchs Land nach Brake zu bringen, von dort aus per Lkw nach Varel. Doch nachdem sich die Verantwortlichen bei der Herstellerfirma den Vareler Hafen mit der erst unlängst teilweise sanierten Kaimauer angeschaut hatten, war klar: Das bringen wir direkt nach Varel. Schlepper „Catharina 11“ schob also die auf einem 65 Meter langen Ponton aufrecht stehend festgeschweißten Edelstahltanks über die Nordsee bis in den Jadebusen. Auf den letzten Metern galt es dann Hochwasser abzuwarten, bevor gegen halb zehn am Freitag die Einfahrt durch die Vareler Schleuse erfolgen konnte. Dabei war Fingerspitzengefühl gefragt: Die Schleusendurchfahrt misst zwölf Meter, der Ponton 11,40 Meter in der Breite.
Die Passage wie auch das Festmachen im Hafen verliefen problemlos, dann übernahmen die Schwertransportprofis zu Lande die Regie: Pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit waren die drei jeweils etwa 34 Tonnen schweren Behälter liegend auf den Schwerlast-Ladebrücken gesichert. Am späten Abend setzten sich die drei jeweils rund 50 Meter langen und mehr als sieben Meter hohen Transporte dann mitsamt Begleittross im Schrittempo in Bewegung, via Mühlenstraße und Schloßplatz ging es auf die B 437 und schließlich auf das Gelände der Papier- und Kartonfabrik. Der Transport verlief auch hier reibungslos, nachdem einige Schilder vorübergehend entfernt, Ampelmasten aus dem Fahrbahnraum gedreht und einige tiefhängende Äste abgeschnitten worden waren.

Schon am Morgen hatten einige Schaulustige schon die Einfahrt des Pontons in den Hafen verfolgt, den gesamten Tag über kamen viele Passanten am Hafen vorbei und machten Schnappschüsse von der Verladung der XXL-Behälter. Hier und da wurde Begeisterung auch darüber zum Ausdruck gebracht, dass der Vareler Hafen nun auch wieder als Umschlagplatz der hiesigen Industrie diene. Das habe man, daran erinnerte etwa der Heimatvereinsvorsitzende Hans-Georg Buchtmann, insbesondere dem früheren Bürgermeister und Landtagsabgeordneten Wilhelm Kammann (1922–1984) zu verdanken, der sich ab Mitte der 60er Jahre für einen Schleusen-Neubau stark gemacht hatte. Nach Wilhelm Kammann ist die 1977 fertiggestellte „neue“ Schleuse seit 1984 benannt. Die Landesregierung hatte die alte Siel­schleuse seinerzeit zunächst ersatzlos aufgeben wollen, da der Vareler Hafen praktisch keine Bedeutung für die Berufsschifffahrt mehr hatte. Das scheint sich nun, 40 Jahre nach Bau der neuen Schleuse, wieder zu ändern. Schon im vergangenen Herbst hatte das Maschinenbauunternehmen Deharde sperrige Bauteile via Schiff auf die Reise nach Frankreich geschickt. Der Vareler Hafen, so scheint es, gewinnt für die Logistiker der Region durchaus wieder an Bedeutung.

Gelesen 1186 mal Letzte Änderung am Montag, 15 Januar 2018 16:00

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