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Varel. Am Samstag, 20. Januar 2018, lädt der Rotary Club Varel-Friesland ab 20 Uhr zu seiner alljährlichen „Rotary Nacht“ im Vareler Tivoli ein. Als musikalisches Highlight kommt „Zydeco Annie & Swamp Cats“ wieder einmal nach Varel und wird das Publikum auf eine musikalische Reise durch Loui-siana mitnehmen und begeistern. Unter dem Motto „The Spirit of New Orleans“ wird die deutsche Musikerin Anja Baldauf zur leibhaftigen Zydeco Annie und taucht mit ihren Swamp Cats ein in die Cajun- und Zydecomusik Louisianas.
Die Weite der Baumwollplantagen, heiße Nächte in New Orleans, kreolische Lebensfreude, mystische Voodoo-Klänge aus den Sümpfen, dorthin entführt Zydeco Annie die Zuhörer. „Wir hatten ‚Zydeco Annie & Swamp Cats‘ schon zweimal als musikalische Gäste bei der Veranstaltungsreihe „Kultur am Haltepunkt“, immer mit ausverkauftem Haus, so dass ich mir während meines Präsidentenjahres diese gutgelaunte Band einfach für die Rotary Nacht gewünscht habe“, so Insa Jung vom Rotary Club. „Für mich ein Garant für einen tollen Abend unter Freunden, Varelern und Gästen aus der Region, die einfach Spaß miteinander haben möchten und vielleicht auch das Tanzbein schwingen möchten.“
Längst gilt Swamp Cats als eine der besten Cajun- und Zydecobands in Europa. Neben nicht wenigen Auszeichnungen zeugen ein immer voller Tourplan und stets begeistertes Publikum von Popularität und künstlerischer Qualität dieser Formation. Unterstützt wird die Zydeco-Band in den Spielpausen durch die Jazzband der Musikschule Friesland-Wittmund „Come Tuesday“. Die Band besteht aus Hobby-Musikern mit einem ganz unterschiedlichen Altersdurchschnitt, die allesamt eins gemeinsam haben, „den Spaß an der Musik“, und dieser Funke wird beim Publikum überspringen.
Der Erlös der Rotary Nacht 2018 soll dem KidsCamp, einer fünftägigen Kinderfreizeit zugutekommen. Teilnehmen können Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren, denen ein Urlaub unter normalen Umständen aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist. „Wir hoffen daher auf viele Besucher und Gäste zur diesjährigen Rotary Nacht, damit wir in diesem Sommer das Camp finanziell unterstützen können“, so Jung. Karten gibt es bei Nordwest-Ticket unter der v 0421/363636, www.nordwest-ticket.de; in Varel bei Brillen Wandke, im Restaurant Tivoli, in Bockhorn im Reisebüro Brumund und selbstverständlich bei allen Mitgliedern des Rotary Club Varel-Friesland.
Mittwoch, 03 Januar 2018 14:59

Hallenbad ist wieder „dicht“

Varel. Ein Silvesterböller war die Ursache: Das Vareler Hallenbad blieb in den ersten Tagen des neuen Jahres geschlossen. Durch das Dach im Eingangsbereich trat Wasser ein, wie Johann Taddigs von der Stadt Varel erklärte:
„Ein Böller hat ein Loch im Teerdach verursacht. Durch die massiven Regenfälle der letzten Tage, war erheblich Wasser auf dem Dach, das durch dieses Loch in die Halle gelaufen ist. Es hat ordentlich aus der Decke getropft.“
Inzwischen sei das Loch durch die Dachdecker lokalisiert worden: „das war nicht schwierig, da der Böller noch im Dach steckte“, so Taddigs weiter. Das Leck sei inzwischen wieder geschlossen.
Da auch Wasser in die Elektrik und die Lampen eingedrungen war, wurde das Bad zunächst vorsichtshalber geschlossen. Ab Freitag wird der normale Badebetrieb wieder aufgenommen, lediglich das Kinderplanschbecken bleibt aus Vorsichtsgründen noch geschlossen.
„Wir sind froh, dass unsere Gäste nach wenigen Tagen das Baden wieder gefahrlos genießen können, ich würde mir aber sehr wünschen, dass man bei der Silvesterböllerei im nächsten Jahr wirklich äußerste Vorsicht walten lässt.“
Das Hallenbad ist über 40 Jahre alt und wurde in den letzten Jahren grundsaniert. Erst in 2017 Jahr war die Lüftungsanlage erneuert worden. Mehr als 70.000 Besucher nutzen das Bad pro Jahr, Vereine und Schulklassen inklusive.
Mittwoch, 13 September 2017 16:51

Minister Gabriel: Am Geburtstag nach Varel

Varel. Termine bei den Politikern sind so kurz vor der Wahl denkbar knapp. Schon zweimal hatte Außenminister Sigmar Gabriel seinen Besuch im Wahlkreis von Bundestagskandidatin Siemtje Möller absagen müssen, da aktuelle Ereignisse wie das Attentat in Barcelona natürlich stets Priorität haben.
Dennoch war ihm die Einladung nach Friesland sehr wichtig. Der einzige noch freie Termin war an seinem 58. Geburtstag und den beging er am Dienstag – zumindest in den ersten Stunden – im Vareler Waisenhaus. Dabei nahm er ausführlich zu Fragen der Außenpolitik, zur Flüchtlingssituation und der Lage in kleineren Kommunen Stellung. Siemtje Möller betonte: „Gerade in außen- und sicherheitspolitisch schwierigen Zeiten ist eine besonnene und friedensorientierte Politik enorm wichtig. Das höre ich auch immer wieder bei meinen Gesprächen mit den Menschen hier vor Ort. Ich bin sehr dankbar, dass unser Bundesaußenminister Sigmar Gabriel heute hier ist und uns zu diesen Themen seine Sicht darstellt.“

Bundeswehr: Bessere Ausstattung statt Aufrüstung

Der Minister machte zunächst den Stellenwert der Bundeswehr deutlich: „Unsere Bundeswehr genießt dort wo sie aktiv ist eine hohe Achtung und ist eine echte Erfolgsgeschichte.“ Es gehe aber in erster Linie darum, in eine vernünftige Ausstattung zu investieren und nicht in eine Aufrüstung. Einen Seitenhieb an Karl-Theodor zu Gutenberg konnte er sich nicht verkneifen: „Er wollte fünf Milliarden Euro in seinem Ressort einsparen und ist damit genauso sorgsam mit der Bundeswehr umgegangen,wie mit seiner Doktorarbeit.“
Deutlich machte Gabriel aber auch, dass man mit einer Steigerung der Rüstungsausgaben allein die aktuellen Probleme nicht werde lösen können: „Ohne eine Erhöhung der Entwicklungshilfe und weiterer Mittel für Kriseninterventionen gibt es keinen Frieden und auch keine Bewältigung des Flüchtlingsproblemes.“ Man solle nicht der Illusion von US-Präsident Donald Trump verfallen, dass mehr Militär auch mehr Sicherheit bringe. Angesprochen auf die Situation in Nordkorea macht er deutlich: „Hier müssen wir neue Wege suchen. Die USA, China und Russland können das Problem nur gemeinsam unter Kontrolle bringen. Das ist ein Grund für eine Entspannungspolitik mit Russland, es müssen sich neue Fenster öffnen.“ Deutschland müsse in diesem Zusammenhang die Friedensstimme sein: „Eine Verdoppelung der Rüstungsausgaben halte ich für Unsinn, eine Verdoppelung der Ausgaben für Bildung wäre sinnvoller.“

„Baustelle“ Europa

Als eine seiner wichtigsten „Baustellen“ nannte Gabriel das Thema Europa: „Der Rest der Welt wird immer bedeutsamer und unsere Kinder werden in Zukunft nur noch in einem gemeinsamen Europa eine Stimme haben, die auch wahrgenommen wird.“
Zur Türkeipolitik sagte der Minister: „Präsident Erdogan benutzt Deutschland als äußeren Feind um innere Widersprüche zu überdecken.“ Nach seiner Meinung helfe hier wirtschaftlicher Druck, für den es in Europa aber leider nicht so viele Verbündete gebe.

Flüchtlingssituation: Sorgen ernst nehmen

Auf die Nachfrage, wie man mit den Sorgen der Menschen im Blick auf die Flüchtlingssituation umgehen solle antwortete Gabriel: „Wir müssen ehrlich sein: Es schlagen zwei Seelen in unserer Brust: Zum einen wollen wir helfen, zum anderen haben wir Sorgen und Ängste, dass wir die Situation nicht beherrschen.“ Es sei wichtig diese Sorgen ernst zu nehmen und sie auch auszusprechen. Natürlich gäbe es Probleme und diese zu bewältigen sei eine Generationenaufgabe. „Ich bin auch dafür, dass wir den Gemeinden nicht nur die Kosten für die Flüchtlinge erstatten, sondern noch einmal die gleiche Summe obendrauf geben, um Aufgaben vor Ort anzugehen. Unser Land hat genug Geld um beides zu leisten.“
Das nahm Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner gerne zur Kenntnis und Landrat Sven Ambrosy wies darauf hin, dass in Friesland inzwischen 3.000 Geflüchtete aufgenommen wurden, bei einer Einwohnerzahl von rund 100.000.
Gabriel betonte ausdrücklich, dass ihm besonders auch die kleinen Kommunen am Herzen lägen, die unter Ärztemangel oder fehlenden Angeboten bei Apotheken oder im Nahverkehr leiden: „Die Menschen, die dort leben haben den Eindruck, dass sie vergessen werden. Da müssen wir besser hinhören. Mit ist das persönlich sehr wichtig.“
Nach dem Eintrag in das goldene Buch der Stadt Varel und mit einer Geburtstagstorte aus Friesland im Gepäck trat Sigmar Gabriel schließlich den Heimweg nach Goslar an – er hatte seiner Frau fest zugesagt, den Nachmittag mit der Familie zu verbringen.

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