Die Flut kam heftig – immerhin aber mit rechtzeitiger Ankündigung.
Am Freitagmittag erreichte das Hochwasser an der Nordseeküste einmal mehr besorgniserregende Höhen, auch in Dangast kam die Sturmflut bis weit auf die Deiche. Wieder hätte nicht viel gefehlt und der Sommerdeich am DanGastQuellbad wäre überspült worden.
Erst vor einer Woche, genau ein Jahr nach der schweren Sturmflut vom 1. November 2006, hatte der Kurverein Dangast auf dem Deich am Dangaster Hafen einen neuen Flutstein gesetzt, der fortan den historischen Pegel-Höchststand von 5,33 Metern über Normal-Null in Dangast markiert.
Heute schickte sich der „Blanke Hans” erneut an, seine eigenen Rekorde zu brechen.

Am 1. November wurde der neue Stein in Erinnerung an die Flut ein Jahr zuvor aufgestellt...

...das wäre am Freitag ohne Schwimmwesten kaum möglich gewesen!
„Wo wir jetzt stehen, da schwappte vor genau einem Jahr das Wasser”, erklärte Ina-Maria Abken-Ziegler vor acht Tagen, „ich selbst wohne seit 50 Jahren in Dangast und habe das Wasser vorher nie so hoch gesehen.” 5,33 Meter hoch lief das Wasser bei der „Allerheiligenflut 2006” auf, das sind elf Zentimeter mehr als bei der berüchtigten Sturmflut vom Februar 1962.
„Wir hoffen natürlich, dass wir so bald keinen neuen Stein setzen müssen”, bemerkte Helmut Ziegler noch scherzhaft – kaum ahnend, dass es acht Tage später fast schon soweit sein sollte.

Nur das Pegelhäuschen und die „Edo Wiemeken” verrieten am Freitag noch, wo sich das Hafenbecken befindet.

Fast bis oben an die Mauer beim Kurhaus klatschte das Wasser, Gäste auf der Terrasse bekamen ordentliche Spritzer ab!
Zwar zeigt die Flutmarke für 1962 den höchten Wasserstand an (5,50 Meter), doch das ist auf die fehlerhafte Übertragung der Pegelstände an den Standort zurückzuführen – seinerzeit gab es in Dangast keine Messinstrumente. Vier weitere alte Flutsteine deuten die Höhen schwerer Sturmfluten aus vorigen Jahrhunderten – 1717, 1825, 1855, und 1906 – an, sie tragen aber keine exakten Höhenmarken.

Vor einem Jahr wurde vom Sielwärter am Lattenpegel in Dangast der Höchststand von 5,33 m über Normalnull abgelesen – zur genauen Positionierung des Flutsteins nivellierte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Höhe exakt aus.
Der Flutstein sei auch ein „Bürgermeisterstein”, so Ina-Maria Abken-Ziegler, denn am 1. November 2006 trat Gerd-Christian Wagner das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters an. Wagner erklärte, dass dieser erste Tag im Amt für ihn durchaus Symbolcharakter habe: „Man darf wohl sagen, dass das zurückliegende Jahr insgesamt eine stürmische Zeit war”, sagte Wagner angesichts der vielen Krisen und Probleme, mit denen sich die Stadt in den vergangenen Monaten zu befassen hatte. Der Bürgermeister erinnert sich gut an die Flut vom 1. November 2006: „Auffällig war, dass sie fast ohne Vorankündigung hereinbrach. Viel hätte nicht gefehlt, dann hätte das Wasser die Deichkrone erreicht.”

Der Quellbad-Parkplatz wurde vollständig überflutet – glücklicherweise hatte niemand sein Fahrzeug hier stehen lassen.
Ina-Maria Abken-Ziegler dankte allen ausdrücklich, die schnell und unbürokratisch an der Setzung des neuen Flutsteines mitgewirkt hatten, etwa das NLWKN, der Deichband, die Stadt Varel und der Steinmetzbetrieb Steinbach. Im Frühjahr soll es eine offizielle Einweihungsfeier mit allen Helfern geben – bis dahin soll eine Informationstafel angefertigt werden, die direkt am Sielbauwerk Platz finden wird.
– und da hoffen viele Küstenbewohner mit ihm. Doch schon in den vergangenen Tagen ist das Wasser am Jadebusen wieder bedrohlich hoch aufgelaufen – am Dienstagvormittag war am Dangaster Hafen „Land unter”.
Autor: Michael TietzDatum: 09.11.2007
Ab sofort können Sie über den Microblogging-Dienst Twitter Nachrichten, Termine und Tipps vom Friebo abonnieren.
Fr, 03.09.2010 - 10:00 Uhr
(Kosmetik aus dem Meer); Anmeldung erforderlich, Veranstaltungsort: DanGastHaus mehr
Fr, 03.09.2010 - 14:00 Uhr
mit Traudel Logemann und Elmar Müller, bis 18 Uhr, Veranstaltungsort: An de Gast 35, Obenstrohe mehr
Fr, 03.09.2010 - 20:00 Uhr
um den Mühlenteich, Veranstaltungsort: öffentlicher Parkplatz am Mühlenteich, Obenstrohe,... mehr
Sa, 04.09.2010
auf einer thematischen Radroute ostfriesische Kultur erfahren; Auftakt in Varel, dann weiter nach... mehr

Wie lange nutzen Sie den Friebo? - Umfrage unter unseren Lesern
Jeden Samstag erscheint eine neue Ausgabe des Friesländer Boten im handlichen Magazinformat – wir möchten gern wissen: Wie lange...

Home | Kontakt | Impressum | Media Daten