Mit einer teilweise auch sehr persönlichen Kritik haben Elternvertreter und Eltern der Hafenschule in einem offenen Brief den Stadtelternratsvorsitzenden Djure Meinen kritisiert. Er hatte in einem Interview gesagt, dass die Schließung der drei kleinen Grundschulstandorte notwendig sei, um die Zukunft der anderen Standorte zu sichern. Zugleich hatte er alle Schulen aufgefordert sich Gedanken zum Thema Ganztagsschule zu machen. Man müsse auf die gesamte Elternschaft in Varel schauen. Falls die Hafenschule Ganztagsschule, und damit offen für alle Vareler Kinder werde, bestünde die Gefahr, dass in der Osterstraße und an der Schloßplatzschule nur noch jeweils eine, dann sehr große Klasse, pro Jahrgang möglich sei.
Die Kritik der Eltern der Hafenschule gegen ihn richtet sich insbesondere darauf, dass er diese Aussagen in seiner Funktion als Stadtelternratsvorsitzender gemacht habe. Thomas Busch: „Der Stadtelternrat hat keine einheitliche Meinung zur Grundschulstruktur in Varel. Herr Meinen hat seine Aussagen dazu mit seiner eigenen Meinung vermengt.“ Besonders bemängelt er weiter: „Er ist nicht auf die Argumente der kleinen Schulen eingegangen.“ Es gebe keinen Beleg dafür, dass eine einzügige Grundschule keine gute Grundschule sein könne. Und Gero Demme der Elternratsvorsitzende ergänzt: „Unsere Ideen sind nicht eingeflossen, außerdem bestätigen sich für unsere Schule die sinkenden Schülerzahlen nicht.“
Für die Hafenschule geht es in nächster Zukunft darum, dass das gerade sehr gut begonnene Konzept der Nachmittagsangebote weitergehen kann. Gero Demme: „Der Schulausschuss und der Stadtrat sollten so rechtzeitig tagen, dass wir zum 1. Dezember unseren Antrag auf Ganztagsschule beim Land einreichen können. Die Ganztagsbetreuung ist für viele Familien notwendig, wir haben das Konzept und den Platz dafür. “ Derzeit wird ein Angebot an drei Nachmittagen pro Woche zum großen Teil durch die Gertrud-und-Hellmut-Barthel-Stiftung finanziert. Als Ganztagsschule könnten vom Land Niedersachsen Mittel in Höhe von 8.500 Euro jährlich beantragt werden.
Grundsätzlich zeigen auch die Eltern der Hafenschule Gesprächsbereitschaft. Gero Demme: „Wir könnten uns Schulkooperationen oder Verschiebungen der Einzugsgrenzen vorstellen. Aber wir wünschen uns eine Entscheidung zur Ganztagsschule, damit dieses tolle Konzept nicht stirbt.“
Einschulung: 2010 2011 2012 2013 2014
Schloßplatz 29 33 38 42 31
Osterstraße 26 29 35 31 27
Hafenstraße 10 10 19 15 12
Stadtschulen
insgesamt 65 72 92 88 70
Obenstrohe 50 36 34 38 29
Altjührden 12 16 5 9 11
Langendamm 44 33 15 17 22
Borgstede 12 18 5 9 8
Büppel 45 34 38 34 24
Gesamt: 228 209 189 195 164
Autor: Anke KückDatum: 06.09.2009
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