Varel. „Heute ist ein historischer Tag. Das sieht man schon daran, dass der Landrat den Schülern heute frei gegeben hat.“ Nicht nur Jürgen Bruns, Betriebsratsvorsitzender bei Premium Aerotec in Varel, war am Mittwoch zu Scherzen aufgelegt: Im Vareler Werk wurden am Vormittag die Pläne von ThyssenKrupp Aerospace und Premium Aerotec für das neue Lager- und Logistikzentrum, „Aeropark“ genannt, den Medien vorgestellt.
Gekommen waren dazu auch Claude Weber, Mitglied des Bereichsvorstandes „Materials Services“ bei ThyssenKrupp, der Leiter des Premium Aerotec-Werkes in Varel, Uwe Fresenborg, Landrat Sven Ambrosy sowie der Vareler Bürgermeister Gerd-Christian Wagner. Sie betonten unisono, welch beispielhaften Weg das Projekt „Aeropark“ bisher genommen habe und welch große Chancen die geplante Investition für die ganze Region bedeute.

Setzen voll auf den Standort Varel: Claude Weber (Mitglied im Bereichsvorstand bei ThyssenKrupp Aerospace), Uwe Fresenborg, (Werksleiter Premium Aerotec), Sven Ambrosy (Landrat Friesland), Jürgen Bruns (Betriebsratsvorsitzender Premium Aerotec Varel) und Gerd-Christian Wagner (Bürgermeister Stadt Varel).
Immerhin 20 Millionen Euro wird ThyssenKrupp Aerospace in den kommenden Monaten in das neue Logistik- und Anarbeitszentrum investieren, mit der EADS-Tochter Premium Aerotec ist ein Vertrag über zunächst zehn Jahre abgeschlossen worden.
„Der Ort für unser Vorhaben könnte nicht besser gewählt sein”, erklärte Claude Weber: „Varel ist für Premium Aerotec das Kompetenzzentrum für die zerspanende Fertigung von hochkomplexen Flugzeugteilen.“
Und damit man sich im Werk künftig noch besser auf die Kernkompetenzen konzentrieren kann – neben der Zerspanung sind das der Fertigungsanlagenbau sowie nunmehr auch die Montage –, lässt sich ThyssenKrupp in der Nachbarschaft nieder und nimmt Premium Aerotec einige Aufgaben ab.

Auf dem Schild schon fertig: Das geplante Logistikzentrum im "Aeropark".
So wird ThyssenKrupp Aerospace im Aeropark künftig jährlich etwa 14.000 Tonnen Aluminiumplatten sägen und fräsen. Weitere Leistungen sind die innerbetriebliche Logistik, die Kennzeichnung von Bauteilen, die Endbearbeitung sowie Wareneingang und Versand. Claude Weber: „Wir sorgen dafür, dass die Materialien just-in-time an Premium Aerotec und seine Subunternehmer geliefert werden können.“ Etwa 100 Arbeitsplätze will ThyssenKrupp in Neuenwege schaffen, die Rekrutierung habe bereits begonnen, wie Weber erklärte.
Im Werk Varel werden die Mitarbeiter, die bisher in den Bereichen tätig waren, die nun ausgelagert werden, umqualifiziert und mit den neuen Aufgaben – insbesondere in der Bauteilmontage – betraut.
Landrat Sven Ambrosy zeigte sich vor allem stolz darauf, was nun gemeinschaftlich erreicht worden sei: „Noch vor drei Jahren habe ich gesagt, das wird eher nicht zu schaffen sein.“ Und nun stehe man vor der größten Neuansiedlung eines Unternehmens in der Region seit Jahren. Der Landkreis ist über seine Tochtergesellschaft GzF Eigentümer der Fläche, die nun von ThyssenKrupp bebaut wird. „Und der erste Bauabschnitt ist bereits komplett belegt, so dass wir nun schleunigst den zweiten Abschnitt vorbereiten müssen“, so Ambrosy.
„Varel als industrielles Herz Frieslands setzt hier neue Impulse”, sagte Bürgermeister Gerd-Christian Wagner. Vor drei Jahren noch habe man im Zusammenhang mit Werksverkäufen und der Airbuskrise gemeinsam gebangt, nun sei ein vielversprechendes Leuchtturmprojekt auf den Weg gebracht worden, das sein Leuchtfeuer auch über die Grenzen Frieslands hinaus bereits aussende.
Autor: Michael TietzDatum: 03.02.2010
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