Friebo_48_2017
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500. Jubiläum des Zeteler Friedens

Zetel.

Die Gemeinde Zetel lädt

für

Sonntag, 3. Dezember,

um

16 Uhr zu einer kleinen Feier-

stunde anlässlich des 500. Jubi-

läums des Zeteler Friedens in die

St.-Martins-Kirche ein. Zur Feier-

stunde hält die Historikerin Prof.

Dr. Antje Sander einen Kurzvor-

trag über die „Sächsische Feh-

de“. Die Veranstaltung wird mu-

sikalisch mit zeitgenössischer

Renaissance-Musik umrahmt.

Zur Veranstaltung erscheint zu-

dem eine kleine Festschrift.

Am 3. Dezember 1517 wur-

de in Zetel ein blutiger und jah-

relanger Krieg der Ostfriesen

gegen die Sachsen und deren

Koalitionsheer – die so genannte

„Sächsische Fehde“ – durch den

„Zeteler Frieden“ endgültig bei-

gelegt. In einer Urkunde wurden

gegenseitige Zahlungs- und Ab-

tretungsverpflichtungen und der

Wille zum Frieden schriftlich fest-

gehalten. Der Schriftsatz schließt

mit den Worten: „Des tho orkun-

de hebben wi unse ingesegele

beneffen de anderen ock laten

hangen. Actum Szetell (Zetel) des

donnerdages na Andree anno

domini düsend viffhundert unde

seventeyn.“

Am 500. Jahrestag möch-

ten die Gemeinde Zetel und die

evangelisch-lutherische Kirchen-

gemeinde an diesen Friedens-

vertrag der Verbündeten Herzog

Heinrich von Braunschweig-

Lüneburg und Graf Johann V.

von Oldenburg mit ihrem Gegner

Graf Edzard I. von Ostfriesland

erinnern.

Der Veranstaltungsort, die

Sankt-Martins-Kirche, und die

musikalische Umrahmung der

Feierstunde durch Gaby Menzel

werden die Gäste in die Zeit des

Umbruchs vom Mittelalter zur

Neuzeit entführen. Prof. Dr. Antje

Sander wird während ihres Fest-

vortrags die historischen Ereig-

nisse jener Zeit aufleben lassen.

An den Friedensverhand-

lungen hatte im Auftrag des Her-

zogs Heinrich auch der Lizenziat

Johann Furster mitgewirkt. Jo-

hann Furster hatte in Bologna

studiert und war Lizenziat beider

Rechte – des weltlichen und des

kirchlichen.

Die Gemeinde Zetel freut sich,

neben den Vertretern der Olden-

burgischen und Ostfriesischen

Landschaft mit den Brüdern

Günter Köhn aus Seelze und

Gerd Köhn aus Jever direkte

Nachfahren des Lizenziaten zur

Feierstunde in der Sankt-Mar-

tins-Kirche zu begrüßen.

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Zetel

Friebo 48/2017

Bilderbogen gibt Einblick in die Heilmittelkunde

Kunstpanel von Dagmar Hauswald und Sonja Wachter schmückt die Apotheke am Rathaus

Zetel.

Wer wissen möchte,

welche Geheimnisse die Heil-

mittelkunde birgt, kann bei

einem Besuch in der Apotheke

am Zeteler Rathaus auf Spu-

rensuche gehen – zumindest

mit den Augen. Seit kurzem

schmückt ein sieben Meter

langes Kunstpanel den Ver-

kaufsraum, geschaffen und ge-

staltet von den beiden Künstle-

rinnen Dagmar Hauswald und

Sonja Wachter. Das Kunstpanel

setzt dabei nicht nur das Be-

rufsbild des Apothekers visuell

in Szene, sondern nimmt auch

Bezug auf die historische und

oft mystische verklärte Ge-

schichte der Pharmazie.

Rund 240 Stunden Arbeit

stecken in der aus Metallplat-

ten und Plexiglas bestehenden

Arbeit. „Die Anfrage, ob wir den

Verkaufsraum nach dem Um-

bau künstlerisch gestalten kön-

nen, kam bereits vor anderthalb

Jahren“, erinnert sich Sonja

Wachter, die für das Projekt

Dagmar Hauswald dazugeholt

hat. Beide Künstlerinnen ken-

nen sich bereits seit langem.

„Wir haben des öfteren in der

Vergangenheit in Ausstellungen

zusammenarbeitet, im öffent-

lichen Raum ist dies die erste

Arbeit, die von uns zu sehen

ist“, ergänzt Dagmar Hauswald.

Wer aufmerksam das Panel

studiert, stößt auf kleine Quer-

verweise innerhalb des Apo-

thekenraumes. Einige der im

Kunstwerk verwendeten Farb-

töne sind beispielsweise von

Türrahmen und Möbeln über-

nommen, zahlreiche der dar-

gestellten Motive finden sich in

der pharmazeutischen Samm-

lung von Inhaber Dr. Rolf Bruns

wieder. „Wir haben außerdem

Texte von Leonardo da Vinci

eingearbeitet sowie Lichter und

Schatten aus seinen Zeich-

nungen“, verrät Sonja Wach-

ter. Der besondere Reiz liegt

gleichzeitig in der Mystik des

Berufes, dem noch heute der

alchemistische Grundgedanke

anhaftet, sind sich beide Künst-

lerinnen einig. „Entsprechend

ist in die Arbeit sowohl Altes als

auch Neues miteingeflossen“,

verweist Dagmar Hauswald auf

weitere Einflüsse.

Damit das Kunstwerk künf-

tig in seiner dreidimensionalen

Gestaltung so zu sehen ist, wie

ursprünglich angelegt, wird in

den kommenden Wochen noch

die Beleuchtung gewechselt.

Den Blick fesselt das Panel

bereits jetzt – und erlaubt dem

Betrachter einen Einblick in die

jahrhundertealte Geschichte

der Heilmittelkunde und ihrem

Wandel im Laufe der Zeit.

(ts)

Das von den Künstlerinnen

Dagmar Hauswald (l.) und

Sonja Wachter geschaffene

Relief hat seinen Platz im Ver-

kaufsraum der Apotheke am

Rathaus gefunden. Inspirati-

on für die Darstellungen lie-

ferte unter anderem die phar-

mazeutische Sammlung von

Inhaber Dr. Rolf Bruns (Mitte).

Fotos: Thorsten Soltau