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Freitag, 19 Januar 2018 12:32

Erziehung und Bildung als große Chance

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Über die von Martin Steinbrecher (2. v. l.) an Thomas Feld (3. v. l.) und Jugendhilfeleiter Jan Praßel (r.) überreichte Spende freuten sich auch Gruppenleiter Till Waschek (l.), der Geschäftsführer des Kleinen Kreises, Jürgen Lehmann (3. v. r.) und Vorstandsmitglied Klaus Mecking (2. v. r.). Über die von Martin Steinbrecher (2. v. l.) an Thomas Feld (3. v. l.) und Jugendhilfeleiter Jan Praßel (r.) überreichte Spende freuten sich auch Gruppenleiter Till Waschek (l.), der Geschäftsführer des Kleinen Kreises, Jürgen Lehmann (3. v. r.) und Vorstandsmitglied Klaus Mecking (2. v. r.). Foto: Thorsten Soltau
Grabstede. In einem behüteten Zuhause aufwachsen, die ersten Lebensstationen absolvieren und schließlich in die Selbstständigkeit starten. Das ist gemeinhin der klassische Verlauf des Erwachsenwerdens. Doch nicht überall ist das Gefüge Familie stabil, oftmals ist aufgrund verschiedener Gründe professionelle Hilfe notwendig – sowohl auf Seiten der Eltern, als auch der der Kinder.
Eine lokale Einrichtung, die verschiedene Hilfsprogramme anbietet, ist die Heilpädagogische Jungenwohngruppe Grabstede der Jugendhilfe Collstede. Derzeit leben hier sieben Jugendliche im Alter von neun bis 17 Jahren. In der stationären Einrichtung sind die pädagogischen Mitarbeiter rund um die Uhr für sie da. „Das Ziel ist die Rückführung in die Familie oder der Weg in die Selbstständigkeit“, zeichnet Jugendhilfeleiter Jan Praßel einen Teilauftrag der Jungenwohngruppe nach.
Die Gründe, weshalb Jugendliche für eine bestimmte Zeit ihr familiäres Umfeld gegen den stationären Aufenthalt der Jugendhilfe tauschen, sind vielfältig. „Bevor die Jugendlichen zu uns kommen, ist im Vorfeld bereits ganz viel passiert“, weiß Jan Praßel. Eltern, die keine Energie oder nicht das Wissen haben, um ihre Kinder zu erziehen, Probleme durch Scheidung, Alkoholismus oder psychische Erkrankungen – die Liste der Faktoren ist lang. Auffällig sei dabei auch der gesellschaftliche Wandel in Bezug auf das Familienbild: „Das funktioniert heute nicht mehr so wie vor Jahrzehnten. Und auch die äußeren Bedingungen haben sich verändert.“
In ihrer Arbeit setzt die Jugendhilfe auf alle Beteiligten, ausdrücklich wird von Familienhilfe gesprochen. Parallel läuft eine enge Abstimmung mit Jugendämtern und anderen Institutionen. „Erziehung und Bildung Hand in Hand sind die Chancen für die Kinder, sich selbstständig zu entwickeln“, ist Jan Praßel überzeugt. „Die Familie bleibt im Mittelpunkt, wir sind nur die Ersatzspieler“, betont Thomas Feld, theologischer Vorstand der Diakonie im Oldenburger Land. Das sieht auch der Jugendhilfeleiter so: „Die Eltern bleiben Eltern.“
Im Schnitt leben Jugendliche zwei bis drei Jahre in der Grabsteder Einrichtung – mit Eintritt in die Volljährigkeit bieten sich auch mobile Lösungen an, wie zum Beispiel eine eigene Wohnung mit weiterer Betreuung durch die Sozial- und Heilpädagogen. In Grabstede entsteht derzeit auf dem Grundstück ein Neubau, in dem zwei Appartements Platz für Jugendliche als auch Besucher bieten. „In einem kann das selbstständige Leben erprobt werden, in dem anderen können wir Eltern, die ihre Kinder besuchen wollen, unterbringen“, erklärt Jan Praßel.
Die vom Kleinen Kreis am Dienstagvormittag übergebene Spende in Höhe von 7.100 Euro soll für die Gartengestaltung und die Anschaffung von Spielgeräten genutzt werden. Den Spendenscheck überreichte Martin Steinbrecher als Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung Oldenburg – Der Kleine Kreis an Thomas Feld und Jan Praßel. Das Geld stammt aus dem Erlös des Schlossabends im vergangenen Jahr, zu dem als prominenter Vortragsredner Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn geladen war. Die insgesamt an dem Abend gesammelten 30.000 Euro kommen zudem drei weiteren karitativen Einrichtungen in Oldenburg, Cloppenburg und Wilhelmshaven zugute.
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