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Freitag, 04 Mai 2018 10:46

Steinsäule erinnert an Zwangsarbeiterschicksale

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Prof. Dr. Antje Sander, Inge Streithorst (Mahnmal-Gestaltung), Holger Frerichs, Landrat Sven Ambrosy, Fred Gburreck, Andreas Meinen, Wolfgang Andrée und Andreas Reiberg (Gestaltung der Infotafel v. r.) neben dem Mahnmal an der Bundesstraße. Prof. Dr. Antje Sander, Inge Streithorst (Mahnmal-Gestaltung), Holger Frerichs, Landrat Sven Ambrosy, Fred Gburreck, Andreas Meinen, Wolfgang Andrée und Andreas Reiberg (Gestaltung der Infotafel v. r.) neben dem Mahnmal an der Bundesstraße. Foto: Thorsten Soltau
Neuenburg. Übereinandergestapelt türmt sich Basalt- auf Granitstein, das fragile Gebilde scheinbar nur gehalten von acht Stahlstangen, die den Steinturm jeweils an den Seiten schützend umgeben. Die Säule an der Mühlenstraße ist als Mahnung und Erinnungsplatz gedacht. Das sie ihren Platz an der Bundesstraße Richtung Friedeburg hat, ist kein Zufall.
Die heutige Bundesstraße 437 zwischen Varel und Friedeburg ist während der Zeit des Nationalsozialismus aufwändig ausgebaut worden – unzählige Basalt- und Granitsteine wurden dabei von Strafgefangenen aus den Emsland-Lagern und Kriegsgefangenen der Wehrmacht unter Zwang verlegt. An den Folgen der harten Arbeit, durch Willkür der Wachmannschaften und Unterernährung starben viele bei dem als kriegswichtig erachteten Unterfangen, eine bessere Anbindung der Luftwaffen-Fliegerhorste Marx-Barge und Varel-Friedrichsfeld zu erreichen.
Der Neubau der Bundesstraße 2012 brachte die Geschichte sprichwörtlich wieder an das Tageslicht. Die Blaubasalt- und Granitsteine, die unter dem Asphalt zum Vorschein kamen, waren 2013 Initiativpunkt für die Neuenburger Kunstwoche „Pflasterkunst“. Woher kommen die Steine und welchen Hintergrund haben sie? Den Antworten ist der Kunstverein „Bahner“ jahrelang nachgegangen. Hinweise aus der Bevölkerung und die Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Antje Sander und Holger Frerichs vom Schlossmuseum Jever haben schließlich das Bild vervollständigt.
Am Mittwochabend ist mit dem Mahnmal für die Zwangsarbeiter beim Straßenbau in Neuenburg ein weiterer Erinnerungsort eingeweiht worden. Zahlreiche Vertreter aus Gemeinderat und Verwaltung, „Bahner“-Mitglieder sowie Vertreter der Politik wie Landrat Sven Ambrosy, Erste Kreisrätin Silke Vogelbusch und Bockhorns Bürgermeister Andreas Meinen waren der Einladung gefolgt.
„Der Dreiklang aus Erinnerung, Verantwortung und Zukunft verpflichtet uns geradezu, das Andenken an die während der Naziherrschaft geschundenen und ermordeten Menschen zu bewahren“, erklärte Wolfgang Andrée im Rahmen seiner Rede. Prof. Dr. Antje Sander hob hervor, das den Erinnerungsorten eine immer stärkere Bedeutung zukomme, insbesondere da die Generation der Zeitzeugen und deren Kinder bald nicht mehr leben werde und damit den Orten selbst die Aufgabe zukomme, Zeugnis erlittenen Unrechts abzulegen. Fred Gburreck als stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Zetel erläuterte, das mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Erinnerung an die Zwangsarbeit nahezu verdrängt worden: „Die ,Bahner‘ waren diejenigen, die das Thema 2012 wieder aufgegriffen haben.“ Die Erinnerung an die Gräuel schwänden langsam, betonte Bürgermeister Andreas Meinen. Es sei notwendig, sich der Geschichte zu stellen und sich mit ihr auseinanderzusetzen.
Zum Hintergrund: Die Gestaltung des 2,50 Meter hohen Mahnmals an der Bundesstraße stammt von Inge Streithorst. Es stellt eine Straße dar, die hochkant verläuft und in Stahlstangen gefangen ist. Die dazu gehörende Infotafel hat der Wangerlander Grafiker Andreas Reiberg geschaffen.
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