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Freitag, 03 August 2018 10:20

Erinnerungstafel ziert prächtige Eiche

geschrieben von Anja Süßmuth-Gerdes
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Der dreieinhalbjährige Emil Bjarne Lang enthüllt gemeinsam mit Großvater Klaus Lang (li.) und Großonkel Armin Lang die Gedenktafel unter der Eiche am Schulmuseum. Der dreieinhalbjährige Emil Bjarne Lang enthüllt gemeinsam mit Großvater Klaus Lang (li.) und Großonkel Armin Lang die Gedenktafel unter der Eiche am Schulmuseum. Foto: Anja Süßmuth-Gerdes
Bohlenbergerfeld. Eine besondere Ehrung hat am vergangenen Samstag am Schulmuseum in Bohlenbergerfeld stattgefunden. Unter einer 66 Jahre alten Eiche wurde eine Tafel enthüllt, die von den beiden Brüdern Armin und Klaus Lang in Erinnerung an ihren Vater Emil Lang angebracht wurde. Ihre Inschrift verweist zum einen auf das Geburts- und Todesdatum Emil Langs, erinnert jedoch vor allem an folgende Stationen seines Lebens: Von 1950 bis 1957 war er Lehrer in der Volksschule Bohlenbergerfeld, in den Jahren zwischen 1962 und 1972 hatte er das Amt des Schulleiters in der kleinen Dorfschule inne. Von 1972 bis 1979 war Emil Lang Rektor der Grundschule Zetel. Auch was es mit der alten Eiche auf sich hat, verrät die Tafel-Inschrift.
Zu der Enthüllung der Tafel waren zahlreiche ehemalige Schüler der Volksschule gekommen. Nach einer musikalischen Begrüßung auf einer Drehorgel berichtete er, im Jahr 1952 habe sein Vater die Geburt seines Sohnes Klaus zum Anlass genommen, die heute prächtige Eiche zu pflanzen − ganz gemäß dem Leitspruch „Ein Mann muss in seinem Leben einen Sohn gezeugt, ein Haus gebaut und einen Baum gepflanzt haben“, wie Armin Lang mit einem Augenzwinkern ergänzte.
In einem kurzen Abriss erzählte Armin Lang die Lebensgeschichte seines Vaters, der 1914 in Bessarabien in der Nähe von Odessa an der Schwarzmeerküste geboren wurde und bereits mit 18 Jahren ausgebildeter Lehrer war. Als solcher wurde er in verschiedenen Landesteilen unter rumänischer Verwaltung eingesetzt, wo er auf Deutsch und Rumänisch unterrichtete. Nachdem Emil Lang zunächst durch das rumänische Militär und anschließend die Deutsche Wehrmacht eingezogen worden war, wurde das rumänische Dorf, in dem er lebte, schließlich nach Westpreußen umgesiedelt. Hier lernte Emil Lang seine Ehefrau Helene kennen, die er 1943 heiratete, bevor er bis zum Jahr 1948 in russische Gefangenschaft kam.
Im Jahr 1950 schließlich erfolgte der Umzug nach Bohlenbergerfeld, wo Emil Lang seine Lehrertätigkeit begann und sein Sohn Armin, noch keine sechs Jahre alt, sofort in die erste Klasse eingeschult wurde. Armin Lang erinnert sich noch gut an die beengten Lehrerwohnungen, die völlig überfüllten Klassenräume, an den Gebrauch von Schiefertafeln und Griffeln und natürlich an die Pflanzung der Eiche, unter der die gegenwärtige Ehrung stattfand. Sehr stolz sei sein Vater auf seinen Baum gewesen, berichtete Armin Lang, und es habe ihn sehr geschmerzt, dass seine eigenen Schüler immer wieder Zweige abbrachen.
Heike Ahlborn, Leiterin des Schulmuseums, dachte zum Abschluss des Zusammentreffens an, eine halbrunde Bank um den Baum zu setzen − eine Idee, über die sich Emil Lang gewiss gefreut hätte.
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