Anzeigen

Redaktion

Media-Daten

 

Friebo

Bürozeiten:
Montags bis Donnerstag: 9 bis 13 Uhr und 14:00 bis 17 Uhr
Freitags: 9 bis 12 Uhr

Kontakt

Friesische Wehde

Zetel. Kleine, regelmäßige Beträge statt großer Einmalsummen – die Gemeinde Zetel hat die Beitragsstruktur für den Straßenausbau grundlegend verändert. Unter dem Stichwort „Wiederkehrende Beiträge“ hat Zetels Erster Gemeinderat Bernd Hoinke im Wirtschafts-, Finanz- und Feuerschutzausschuss vorgestellt, wie die Finanzierung des Straßenausbaus künftig gewährleistet werden soll.

Mehr Gerechtigkeit

Worum geht es im Kern? Bisher sind die Straßenausbaubeiträge einmalig erhoben worden, wenn eine Straße saniert worden ist. Für Anwohner gilt es dann finanziell einiges zu stemmen, die Gebührenbescheide fallen oftmals drei- bis vierstellig in der Höhe aus. Eine weitere Problematik: Die Beiträge sind zeitnah fällig. Die finanzielle Belastung sollen die wiederkehrenden Beiträge reduzieren. Statt Einmalzahlung zahlen Grundstücksbesitzer binnen eines festgelegten jährlichen Zeitrahmens kleine Beiträge.
Das Modell ist relativ neu, die Gemeinde würde mit der Umsetzung gleichzeitig Pionierarbeit leisten. Neben der Gemeinde Springe ist sie die erste, in denen die wiederkehrenden Beiträge zur Anwendung kommen. Wie Bernd Hoinke erläuterte, habe man sich in Springe das Modell vor Ort angeschaut. An der Konzeption für Zetel hat die Gemeindeverwaltung rund ein Jahr gearbeitet und eine entsprechende Satzung erarbeitet, die ebenfalls in der Sitzung vorgestellt wurde.
Insbesondere gehe es der Gemeinde um Gerechtigkeit, führte Bürgermeister Heiner Lauxtermann aus. Denn die Finanzierung über die Grundsteuer verläuft nicht regelmäßig, denn Besitzer älterer Grundstücke entrichteten weitaus geringere Beiträge als ein Besitzer eines Grundstücks mit Neubau. Eine Erhöhung der Grundsteuer würde das Problem nur verschieben, so Heiner Lauxtermann: „Im Moment ist das Modell Grundsteuer aus Sicht der Verwaltung ungerecht dem Bürger gegenüber.“ Erster Gemeinderat Bernd Hoinke sprach von einem „Solidartopf“, in den die Einwohner regelmäßig einzahlen. Die Prognose: „Die gemeindeeigenen Straßen werden sich dadurch in den nächsten Jahren wesentlich verbessern.“ Die Straßenausbaubeiträge sind zudem zweckgebunden und dürfen nur für die Straßensanierung verwendet werden – „damit ist transparent und nachvollziehbar, wofür das Geld dann letztlich ausgegeben wird.“ Straßenausbaubeiträge werden außerdem, anders als Grundsteuern, nicht in die Kreisumlage einberechnet, die der Landkreis Friesland erhebt.

Ohne Beitrag geht es nicht

Die neue Regelung betrifft Zeteler und Neuenburger gleichermaßen – und auch die Gemeinde selbst. Diese ist ebenfalls Eigentümer von Grundstücken, dazu zählen unter anderem Friedhöfe, Sportstätten und das Freibad. Die Bereiche, in denen die wiederkehrenden Beiträge anfallen, sind nicht willkürlich ausgewählt, betonte Bernd Hoinke, sie betreffen vor allem die geschlossene Bebauung der beiden Orte. Was in Zetel recht einfach sei, gestalte sich in Neuenburg wegen der großen landwirtschaftlichen Flächen, die an den innerörtlichen Bereich stoßen, als schwierig, so der Gemeinderat. Um zu verhindern, dass Besitzer großer landwirtschaftlicher Flächen oder großer teilbebauter Grundstücke finanziell zu stark belastet werden, gilt eine Obergrenze von 5000 Quadratmeter, die für die Berechnung herangezogen werden kann. Gewerbeflächen werden gesondert berechnet und finanziell genauso aufgeschlüsselt wie landwirtschaftliche Flächen.
Berechnungsgrundlage sind neben der Grundstücksgröße auch die Geschosse des jeweiligen Hauses. Die komplexe Berechnungsformel mittels Veranlagungsschlüssel, ob die Fläche baulich oder landwirtschaftlich genutzt wird, sowie sogenannte Multiplikatoren erzeugen am Ende die individuelle Beitragssumme. Wie Bernd Hoinke ausführte, sind Beiträge von bis zu 25 Cent pro Quadratmeter möglich.
Die Gemeinde selbst trägt mit 30 Prozent Eigenleistung ebenfalls die Straßenausbaukosten mit, die restlichen 70 Prozent werden auf die Bürger umverteilt. Der mögliche Abrechnungszeitraum reicht von jährlich bis hin zu Intervallen von drei bis fünf Jahren. Anlieger mit Neubau, die bereits die Erschließungskosten entrichtet sowie jene, die bereits die Straßensanierung über die einmaligen Beiträge haben, sind im Rahmen einer Verschonungsregel für 20 Jahre ausgenommen.
Wie Heiner Lauxtermann ausführte, ist ein sogenanntes Straßenranking im Rahmen einer Befahrung bereits vorgenommen worden. Letztlich legt jedoch der Rat in seiner Entscheidung fest, welche Straßen vorrangig behandelt werden sollen.
Dass die Gemeinde die Kosten nicht alleine stemmen oder gar auf die Beiträge verzichten kann, machte Bernd Hoinke ebenfalls deutlich. „In die Straßensanierung wird in solchen Kommunen meist nur minimal investiert, dementsprechend sehen die Straßen auch aus“, erwiderte der Erste Gemeinderat auf die Frage eines Zuhörers, der darauf verwies, das andere Kommunen keine Straßenausbaubeiträge erheben. Die Gemeinde sei nicht verpflichtet, Straßenausbaubeiträge aufzustellen, gab Heiner Lauxtermann zu bedenken.

Die Ratsentscheidung:

Zu der Beschlussfassung über die Straßenbaubeitragssatzung äußerte Bürgermeister Heiner Lauxtermann im Gemeinderat: „Wir können sehr genau sagen, welche Straßen ‚fällig‘ sind und welche Straßen ‚fälliger‘ sind. Wenn ich an die Baugebiete aus den 1960er und 1970er Jahren denke − die sind alle irgendwann mal dran, wir sind nicht in drei bis fünf Jahren fertig.“ Die Straßen seien beispielsweise nicht für die heutigen Müllfahrzeuge gemacht. Die Straßenausbaubeitragsatzung beinhalte eine Chance, die alten Baugebiete ebenso wie die alten Durchgangsstraßen zu vertretbaren Konditionen für die Bürger auf den neuesten Stand zu bringen.
Heinrich Meyer (SPD) sagte, man befinde sich am Ende einer langen Diskussion, die mit dem Ausbau der Danziger Straße begonnen habe: „Da wurde uns bewusst, wie die Situation der anliegenden Bürger aussieht.“ Das Argument „Die Straßen gehören doch der Gemeinde, dann sollen die das auch bezahlen“ funktioniere nicht: „Wer ist denn diese Gemeinde − das sind wir alle“, hob Heinrich Meyer hervor. Er halte die Straßenbaubeitragssatzung für eine gerechtere Lösung, und die SPD stimme der neuen Satzung zu.
Jörg Mondorf (CDU) bezog sich ebenfalls auf die Diskussion, die um den Ausbau der Danziger Straße entbrannt war: Die Kosten seien für den Einzelnen gar nicht zu tragen, erläuterte er. Mit der Straßenbaubeitragssatzung sei eine weniger für den Einzelnen belastende Möglichkeit geschaffen worden, „eine andere, vielleicht gerechtere Form für die Bürger, unsere Straßen instandzuhalten“. Auch Imke Koring (UWG) äußerte, es gebe keine Alternative zur Straßenausbaubeitragssatzung, sie finde diese angemessen. Wilhelm Wilken (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, die neue Straßenausbaubeitragssatzung sei solidarischer, doch sei die Belastung „noch nicht vom Tisch“. Dennoch werde die Fraktion zustimmen.
Gemeinderatsvorsitzender Bernd Pauluschke fasste zusammen: „Der Druck, den die Anlieger aus der Danziger Straße gemacht haben, war unangenehm, weil er berechtigt war.“ Die Gemeinde Zetel sei eine extrem steuerschwache Gemeinde, erläuterte er: „Wir stehen nur so gut da, weil wir in den letzten Jahren so sparsam gewesen sind.“ Die Straßenausbaubeitragsatzung sei ein Bemühen um Gerechtigkeit, und ein Bemühen, die Bürger finanziell zu entlasten.
Der Beschlussvorschlag wurde einstimmig angenommen.
Freitag, 21 Dezember 2018 11:35

Neue Entgeltordnung für Kindertagesstätten

geschrieben von
Zetel. Mit dem 1. August 2019 gilt für Kinder ab Vollendung des dritten Lebensjahres eine Beitragsfreiheit in Kindertagesstätten bei einer täglichen Betreuungszeit von bis zu acht Stunden. Entgelte können somit nur noch für Kinder unter drei Jahren erhoben werden. Bei Kindern über drei Jahren ist die Festsetzung eines Entgeltes nur für eine Betreuungszeit möglich, die acht Stunden täglich überschreitet.
Aufgrund dieser geänderten Rechtslage ist eine neue Entgeltordnung für die Erhebung von Entgelten für die Betreuung von Kindern in Kindertagesstätten ausgearbeitet worden. Sie soll aus Gründen der Vereinfachung zukünftig statt einer Satzung Grundlage sein. Die Gebührenbescheide fallen damit weg, stattdessen werden Rechnungen gestellt.
Für die Beitragsfreiheit hat der Gesetzgeber bewusst das Alter der Kinder zur Grundlage gemacht und nicht die Frage, ob ein Krippen- oder ein Kindergartenplatz in Anspruch genommen wird. Auf diese Weise wird vermieden, dass Eltern ihr Kind aus Kostengründen, sobald es drei Jahre alt ist, von der Krippe in den Kindergarten ummelden. Aus diesem Grund gibt es in der neuen Entgeltordnung auch keine Festlegung unterschiedlicher Beiträge für einen Krippen- beziehungsweise Kindergartenplatz.
Für Krippenplätze enthält die neue Entgeltordnung die bisher gültigen Beiträge. Die Entgelte sind dabei unverändert für eine Kernbetreuungszeit für vier Stunden täglich festgelegt. Ein Zusatzbeitrag von zehn Euro monatlich ist für jede weitere halbe Stunde täglich zu zahlen. Für Kinder in einem Alter über drei Jahren, die in einer Kindertagesstätte pro Tag mehr als acht Stunden betreut werden, ist der Zusatzbeitrag in gleicher Höhe wie für Kinder unter drei Jahren festgelegt. Die Geschwisterermäßigung ist dabei wie folgt beibehalten worden: Auch wenn das erste Kind beitragsfrei ist, zahlen Eltern für das zweite ebenso wie für jedes weitere Kind nur 50 Prozent des Entgeltes.
„Die Entgeltordnung musste gemacht werden“, hob Bürgermeister Heiner Lauxtermann in der jüngsten Gemeinderatssitzung hervor, Bernd Pauluschke betonte, dass die Gemeinde durch die Übernahme der Elternbeiträge durch das Land „nicht in Geld schwimmt“ und immer noch zuzahle. Wilhelm Wilken (Bündnis 90/Die Grünen) zeigte sich in der Sitzung nicht einverstanden mit der Klausel, die Entgeltordnung müsse nicht veröffentlicht werden. Hier fehle die notwendige Transparenz. Heiner Lauxtermann verwies darauf, dass hierdurch lediglich eine Vereinfachung angestrebt werde.
Mit drei Gegenstimmen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beschloss der Gemeinderat die Entgeltordnung der Gemeinde Zetel über die Erhebung von Entgelten für die Betreuung von Kindern in den Kindertagesstätten der Gemeinde Zetel zum Beginn des neuen Kindergartenjahres am 1. August 2019. Bis zu diesem Zeitpunkt hat die derzeitige Satzung noch Bestand, bevor sie dann außer Kraft tritt.
Freitag, 21 Dezember 2018 11:21

Bäume erstrahlen in leuchtenden Farben

geschrieben von
Neuenburg. Seit etwas mehr als einer Woche ist ein weiteres Projekt der Beleuchtungsaktion in der „Straße des Lichts“ in Neuenburg abgeschlossen. Ziel dabei ist, Neuenburg mit einer gezielten Beleuchtung ausgewählter Gebäude im Ortskern zu verschönern und den Blick der Menschen auf das zu richten, was der Ort bietet.
Nachdem der Gewerbeverein bereits die Fassade der „Alten Schmiede“ in der Lindenstraße, die Fassade des „Harms Huus“ in der Westersteder Straße und den Baum am Autohaus Penning beleuchtet hat, wurde nun die Beleuchtung der Bäume vor der Neuenburger Apotheke umgesetzt. Das Besondere an der Beleuchtung ist zudem, dass sich die Farben des Lichts in einem mäßigen Tempo ändern.
„Für die ersten acht Gebäude ist die Finanzierung schon gesichert. Die Installation der Lampen samt Erdarbeiten zahlt der Gewerbeverein Neuenburg. Die Planungs- und Stromkosten übernimmt die Gemeinde Zetel“, teilt Arnim Penning, Vorsitzender des Gewerbevereins, mit. „Manch’ einer wird sich fragen, wie es sein kann, dass der Gewerbeverein in Neuenburg so etwas schafft. Letztlich schiebt es der Gewerbeverein an, aber finanziell kann es sich der Verein nur erlauben, weil er auf dem Weihnachtsmarkt mit fünf Buden vertreten ist. Mithilfe dieser Einnahmen ist der Gewerbeverein gut aufgestellt und gibt etwas an die Gemeinde zurück. Das ist auch Sinn des Weihnachtsmarktes“, teilt Günter Möhlmann mit.
„Wir freuen uns als Gemeinde, dass der Gewerbeverein so aktiv ist. Am Ende sind das Dinge, über die sich die Gemeinde auch Gedanken macht: Wie kann man den Ort verschönern? Und es einfach in die Hand nehmen und machen – das ist schon etwas ganz Besonderes“, so der Zeteler Bürgermeister Heiner Lauxtermann.
Mitgewirkt haben an dieser Projektreihe somit der Gewerbeverein sowie die Gemeinde Zetel. Das Projekt speziell vor der Apotheke ist zusätzlich von der LzO mitfinanziert worden.
Ulf Thomas von der LzO lobt vor allem die gegenseitige Unterstützung, die in Neuenburg gelebt wird: „So wie in Neuenburg, wo Bevölkerung, Gewerbe- und die anderen Vereine so eng zusammenstehen erlebt man das nicht häufig“ Auch für die Zukunft hat Ulf Thomas bereits in Aussicht gestellt, weitere Beleuchtungsprojekte des Gewerbevereins mitzutragen.
Bis jetzt seien die Reaktionen in der Gemeinde durchweg positiv gewesen. „Ich denke das kommt gut an, weil es mit Maß gemacht ist und man nicht überall jeden Baum beleuchtet“, sagt Arnim Penning.

Zu den nächsten Projekten, die vom Gewerbeverein bereits in Planung sind, gehören die Beleuchtung des Bahnhofs, die Müllerschen Werkstätten sowie die Fassade von Charisma.
Freitag, 21 Dezember 2018 10:24

Diedrich Loers wird Bockhorner Ehrenbürger

geschrieben von
Bockhorn. Mit 34 Jahren ist Diedrich Loers in die lokale Politik gegangen – seinen Sitz hat er bis heute dort inne. Seit einem halben Jahrhundert ist der gebürtige Bockhornerfelder Bestandteil des Bockhorner Gemeinderats. Eine nicht alltägliche Begebenheit, wie Bürgermeister Andreas Meinen vor Beginn der letzten Ratssitzung des Jahres 2018 festhielt. Olaf Nack (UWG) als Ratsvorsitzender merkte ebenfalls an: „Es ist ein besonderer Tag.“ Aus dem Vorlauf der Ratssitzung wurde damit eine Ehrungsstunde.
Bereits im Vorfeld hatte es eine Ehrung seitens des SPD-Ortsvereins Bockhorn gegeben. Auf der dortigen Mitgliederversammlung war vor allem die politische Arbeit von Diedrich Loers in Gemeinderat und Kreistag gewürdigt worden. Saß er von 1968 bis 2000 noch für die UWG im Gemeinderat, vertrat er ab 2001 die SPD im Gemeinderat. Zudem gehört er als gewähltes Mitglied mittlerweile 28 Jahre dem Kreistag Friesland an.
Diedrich Loers hat die Gemeinde Bockhorn maßgeblich mitgestaltet. In vielen Vereinen, Gemeinschaften und der Verwaltung findet sich seine Handschrift. Zu den 50 Jahren im Gemeinderat kommen 25 Jahre als Schiedsmann der Gemeinde Bockhorn, zwölf Jahre als Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Bockhornerfeld und zehn Jahre als Schöffe.
Zu den weiteren Betätigungsfeldern zählen 29 Jahre als Vorsitzender des KBV Grabstede und 30 Jahre Gewerkschaftsarbeit. Von seinem Anspruch, sich insbesondere für die Wünsche und Belange der älteren Einwohner einzusetzen zeugen die 25 Jahre, in denen Diedrich Loers als Vorsitzender der Seniorengemeinschaft „Wi holt tosamen“ vorsteht. Dazu kommen mehr als 25 Jahre im Vorstand des Senioren- und Pflegeheims Osterforde.
Sein Engagement für den Ort und die Einwohner hat der Rat der Gemeinde Bockhorn nun mit einer besonderen Entscheidung honoriert: Diedrich Loers wird mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. Eine Geste, für die sich der Rat zuvor im nicht öffentlichen Teil einstimmig ausgesprochen hatte. Olaf Nack: „Diedrich Loers hat viel Zeit zum Wohle des Dorfes investiert.“ Dafür gebühre dem Geehrten ein besonderer Dank. Für Diedrich Loers ist es die zweite große Auszeichnung, die er entgegennimmt: 1989 erhielt er in Anerkennung für besondere Verdienste das Verdienstkreuz am Bande vom Bundespräsidenten.
Diedrich Loers bedankte sich für die Auszeichnung, für die sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Thorsten Krettek eingesetzt habe. „Meine Gedanken gehen an die Einwohner, die sich ehrenamtlich einbringen und meine Familie, die mich in meiner Arbeit unterstützt“, richtete Diedrich Loers sein Augenmerk auf die Unterstützer. Die ehrenamtliche Arbeit habe ihm überwiegend viel Freude bereitet: „Man bekommt mehr zurück als man gibt.“

Die offizielle Ernennung zum Ehrenbürger der Gemeinde Bockhorn erfolgt 2019.
Freitag, 21 Dezember 2018 10:22

Straßensanierung weiterhin Schwerpunkt

geschrieben von
Bockhorn. Kurz vor der turnusmäßigen Pause im aktuellen Jahr haben die Bockhorner Ratsmitglieder den Haushalt für 2019 verabschiedet. Das die Sanierung der Straßen auch im kommenden Jahr Schwerpunkt sein wird, machte Bürgermeister Andreas Meinen zu Beginn des Tagesordungspunkts deutlich. 2,1 Millionen Euro sind dafür im Haushalt eingestellt, zudem wird eine Kreditaufnahme in Höhe von 1 Million Euro notwendig. „Das ist ein großer Schluck aus der Pulle“, konstatierte Andreas Meinen. „Wir könnten sicherlich noch mehr, aber es ist gleichzeitig immer eine Frage des Geldes.“ Ganz oben auf der Listen der instandzusetzenden Straßen stehen die Weißenmoorstraße, der Große Querdamm als auch die Busch- und Dorfstraße.
Thorsten Krettek (CDU) merkte an, dass die Gemeinde in den Bemühungen um die Straßensanierungen jetzt nicht Halt machen dürfe. Die Ansätze für den allgemeinen Straßenbau sollten im kommenden Jahr neu beordnet werden, brachte Krettek als Antrag ein. Fraktionskollege Dirk Ihmels ergänzte, die Riss- und Schlaglochsanierung müsse mehr vorangetrieben werden, um damit den Wert der Straßen zu erhalten: „Wir müssen das Thema Straßen viel eher anfassen, damit es gar nicht erst zur Vollsanierung kommen muss.“ Für den Haushalt 2019 sprach sich der Rat einstimmig aus.

Ebenfalls einstimmig fiel der Beschluss für den Bau des Gebäudetrakts mit Dusch- und Umkleidekabinen im Bockhorner Erlebnisbad aus. Die geschätzten Kosten für die geschlossene Bauweise liegen laut Planungsbüro bei rund 1,07 Millionen Euro. Auf die Frage von Diedrich Loers (SPD), ob sich für den Neubau Zuschüsse einwerben ließen, entgegnete Andreas Meinen, das für Bäder wegen der im Jahr verhältnismäßig kurzen Nutzungszeit nur schwer an Zuschüsse zu kommen sei. Geplant ist, den Landkreis Friesland um finanzielle Unterstützung zu bitten. Meinen: „Dafür sollten jedoch die Kosten feststehen.“ Die genauen Kosten sollen nun als nächstes berechnet werden.

Die Kosten für die Erneuerung eines Spielgeräts an der Grundschule Bockhorn stehen dagegen fest. 30.000 Euro stellt die Gemeinde in den Haushalt 2019 für die Maßnahme ein. Der Versicherungsträger der Gemeinde hatte bei einer Begehung im Juli festgestellt, dass das Spielgerät, welches Turm, Rampe und ein separates Podest mit Rutsche und Seilaufstieg umfasst, auszutauschen ist.
Für die Umsetzung votierten die Ratsmitglieder ebenfalls einstimmig.
Freitag, 30 November 2018 12:04

Mit Optimismus zu mehr Lebensqualität

geschrieben von
Friedeburg/Friesische Wehde. Sicher steht Sven-Philipp Glomme auf dem Longboard, wippt vor und zurück, die Balance austarierend. Der bisweilen geklinkerte und geschotterte Untergrund der Wege und Nebenstraßen ist kein Problem für den Friedeburger, mit seinen Kindern dreht er kilometerlange Runden durch die Nachbarschaft. Sven-Philipp Glomme ist auf dem ersten Blick jemand, der sich in sein Hobby „reingehangen“ hat, dabei ist die sportliche Freizeitbeschäftigung für den Friedeburger alles andere als selbstverständlich. Weil er ohne Wadenbein geboren wurde, ist er auf eine Prothese angewiesen, die im Alltag alles übernimmt, was im Idealfall sein Bein übernehmen würden.
Sven-Philipp Glomme ist ein vielseitiger und ehrgeiziger Mensch: Er interessiert sich unter anderem für Fotografie und Naturwissenschaften, ist Familienvater und Lehrer an der IGS Friesland-Süd in Zetel. Vor allem ist der Friedeburger jemand, der sich bemerkbar macht und für andere einsetzt – in diesem Jahr hat Sven-Philipp Glomme eine Selbsthilfegruppe namens „Prothesen in Bewegung“ gegründet, die Betroffenen in der Region Möglichkeiten für den Austausch und Hilfsangebote bieten will.
Wer mit einer Prothese lebt, hat in der Regel bereits viel ausprobiert. Auch Sven-Philipp Glomme hat eine kleine Prothesensammlung zuhause, jede von ihnen hat Vor- und Nachteile. Sie stammen aus unterschiedlichen Zeiträumen, mit den jeweiligen technischen Entwicklungsständen. „Man muss mit dem Hilfsmittel viel üben“, sagt Sven-Philipp Glomme. Die Prothese muss vor allem „symptomangemessen“ sein, sprich, an die jeweilige Behinderung angepasst werden. „Im Alltag kann es leicht passieren, dass sich falsche Bewegungsmuster einschleichen. Dann ist mit einem Male der Nacken verspannt oder es zwickt im Rücken.“ Nicht alle Prothesen sind jedoch für jeden Zweck geeignet. Einige sind kosmetische Hilfsmittel oder auf Träger abgestimmt, die nur wenig gehen können. Denn je anspruchsvoller die Belastung sein soll, umso kostenintensiver ist die Anfertigung – und damit auch abhängig vom eigenen Geldbeutel.
Sven-Philipp Glomme war das, was ihm die Prothesen im Leben ermöglichten, zu wenig – er wollte sportlich sein, runter vom Sofa, rein in die Natur, laufen und sprinten können. Dass er das heute kann, ermöglicht ihm ein Laufbein, speziell auf den Sport zugeschnitten. Bei einem Lauf­event, wo verschiedene Prothesen getestet werden konnten, hat der Friedeburger sein Hilfsmittel gefunden. „Ich gebe es nicht mehr her“, sagt Sven-Philipp Glomme und lacht.
Seine Erfahrungen im Leben haben ihn auf die Idee einer eigenen Selbsthilfegruppe gebracht. „Den Gedanken trage ich schon einige Jahre mit mir rum“, erzählt der Initiator, der auch regelmäßig eine Prothesenwerkstatt besucht. „Ich habe dort Menschen getroffen, die sehr verzweifelt waren, weil sie lernen mussten, wieder zu laufen.“ Zunächst im Internet hat Sven-Philipp Glomme seinen Werdegang geschildert und sich mit anderen ausgetauscht: „Aktivität geht uns alle an.“
Im ländlichen Bereich Friedeburgs geht es auch um die Versorgung von Prothesenträgern. Der Gruppengründer hofft, Versorger, Werkstätten, Physiotherapeuten und Ärzte, aber auch Sportvereine und -geschäfte mit ins Boot zu holen: „Ich erinnere mich als Lehrer oft an meine Schulzeit, insbesondere den Sportunterricht. Wenn es Kinder mit Prothesen hier in der Umgebung gibt, gilt es auch deren Sportversorgung zu unterstützen.“ Denkbar sei auch die Ausrichtung eines Sportevents für Menschen mit Behinderung. Um das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung abzunehmen, lässt sich der Friedeburger derzeit zum Prüfer ausbilden. „Wir freuen uns über jeden, der dazukommt. Im kommenden Jahr gehen wir dann mit ein bis zwei Verstaltungen in die Öffentlichkeit“, kündigt Sven-Philipp Glomme an.

Das nächste Treffen der Gruppe findet am Donnerstag, 12. Dezember, um 19 Uhr in den Räumen des Jugend- und Sozialtreff „JuSt bi’t Bad“ in Friedeburg, Schützenweg 23, statt. Die Räume sind ebenerdig erreichbar. Weitere Informationen gibt es per E-Mail an:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
sowie online unter:
www.protheseninbewegung.wordpress.com
Freitag, 30 November 2018 11:58

Einkaufen und gleichzeitig etwas Gutes tun

geschrieben von
Zetel. Das Prinzip ist einfach, der Effekt nachhaltiger und sozialer Natur: Der Lions-Club Zetel-Friesische Wehde hat sich für die Adventszeit eine besondere Aktion ausgedacht, eine Weihnachtslotterie, deren Erlös der Jugendfeuerwehr Zetel zufließt. Unterstützt wird der Serviceclub dabei von der Zeteler Gemeinschaft der Gewerbetreibenden (WIR).
Das System der Lotterie ist simpel: Zum Preis von drei Euro kann in vier Zeteler Geschäften (Spielwaren Lübben, Mode und Haushaltswaren Meynen, Apotheke am Rathaus und Radwechsel) ab sofort eine Stempelkarte erworben werden, die zehn Felder umfasst. Wer in den an die WIR-Gemeinschaft angeschlossenen Geschäften einkauft, erhält ab je vollen zehn Euro Einkaufswert einen Stempel. Sind alle Felder abgestempelt, können die mit Namen und Kontaktdaten versehenen Karten in die im Uhren- und Optikfachgeschäft Dierks befindliche Losbox eingeworfen werden.
Die Lotterie beginnt am Samstag, 1. Dezember, und endet am 22. Dezember, die Gewinner werden am 24. Dezember ermittelt. Zu gewinnen sind unter anderem Einkaufsgutscheine, Bücher und weitere Sachpreise, der Hauptpreis ist ein hochwertiges E-Bike, gestiftet von der Firma Radwechsel.
„Wir können finanzielle Unterstützung immer gut gebrauchen“, bringt es Jascha Burow, Jugendbetreuer der Jugendfeuerwehr Zetel, vor dem Hintergrund des gespendeten Erlöses auf den Punkt. Kosten, die in nächster Zeit zu stemmen seien, sind die geplante Zeltlagerfahrt im Sommer 2019 und die Ausrüstung mit Einsatzbekleidung für die Jugendwehr: „Für das Geld haben wir auf jeden Fall Verwendung.“
Die Lotterie sei ein Projekt, das dem Ort und der Feuerwehr gleichermaßen zugute kommen solle, so Dr. Rolf Bruns. Die Jugendfeuerwehr leiste einen großen Beitrag für die Heranwachsenden vor Ort. „Die jungen Menschen erleben dort eine soziale Gemeinschaft und haben die Möglichkeit, sich in einer Gruppe einzubringen.“ Gleichzeitig bringe die Aktion auch Leben in die Zeteler Geschäftswelt und sorge dafür, dass der lokale Handel wieder stärker in den Vordergrund trete.
Freitag, 30 November 2018 11:47

Graft soll wieder als solche erkennbar sein

geschrieben von
Neuenburg. Der Sommer hat vom Graftgewässer um das Neuenburger Schloss nicht viel übrig gelassen, der Herbst hat die wenigen verbliebenen Wassermengen zusätzlich abgedeckt. Derzeit muss man zweimal hinschauen, um Gewässer und Begrüntes auseinanderzuhalten. Wie das Gewässer künftig im Rahmen der geplanten Umgestaltung des Schloss-Areals wieder stärker in den Vordergrund treten kann, ist jüngst Thema im Arbeitskreis Schloss­anlagen Neuenburg gewesen.
Bereits aus historischer Sicht sei es wünschenswert, die Wasserfläche zu vergrößern und damit die Graft als solche wieder erlebbarer zu machen, schickten die Bremer Landschaftsarchitekten Uta Müller-Glaßl und Frank Glaßl voraus. Dies schließe eine Graftenreinigung in regelmäßigen Abständen mit ein, die ein Verlanden des Gewässers verhindere.
Laut der Fachplaner ist eine Verbreiterung des Gewässers lediglich an der Südseite möglich: Dort wären weder wertvoller Baumbestand noch andere Hindernisse im Weg. Nach Westen und nach Norden hin lässt sich das Gewässer aufgrund von Bäumen und Bebauung dagegen nicht verbreitern.
Ein höherer Wasserstand der Bäke und der Graft ließe sich durch Anstau erzielen. Allerdings würden dadurch auch weit außerhalb der Schlossanlagen befindliche Grundstücke angestaut – spontan möglich sei dagegen die Errichtung zweier Stauanlagen im Süd- und Nordwesten der Graftanlage. Dadurch könnte die Bäke ungehindert und ohne Aufstau weiter fließen, dafür müsste entweder Wasser aus der Bäke oder dem Feuerwehrlöschbrunnen in die aufgestaute Graft gepumpt werden.
Auch die Nutzung des Schloss­parks während des Weihnachtsmarktes war Thema der Sitzung. Seitens der Planer wurde herausgestellt, dass eine Teilreduzierung von Buden auf der Schlossinsel vorteilhaft sei. Um den Innenhof des Schlosses als Ort der Ruhe und Stille zu erhalten, wäre eine intensivere Nutzung dort dagegen nicht möglich. Eine Ausdehnung des Weihnachtsmarktes auf der Schlossinsel in den historischen Park hinein wurde ebenfalls ausgeschlossen.
Die Planer aus Bremen regten jedoch an, die momentan noch sehr feuchte Wiese südöstlich des Schlossparks aufzuwerten und nutzbar zu machen. Eine angemessene Reduzierung von Buden auf der Schlossinsel wäre dann machbar, so die Landschaftsarchitekten.
Donnerstag, 22 November 2018 12:03

Erlebnisbad: Neues Betriebsgebäude notwendig

geschrieben von
Planer schätzt Kosten auf 1,4 Millionen Euro

Bockhorn.
„Wir müssen so langsam anfangen, Nägel mit Köpfen zu machen“ – mit diesem Satz verwies Bockhorns Bürgermeister Andreas Meinen im jüngsten Schul-, Jugend-, Kultur-, Sport- und Marktausschuss auf die Dringlichkeit, ein neues Betriebsgebäude im Erlebnisbad Bockhorn zu schaffen. Im derzeitigen Betriebsgebäude gebe es verschiedene Probleme, vor allem beim Dach und der Elektrik, wie Andreas Meinen weiter ausführte. Um einen Neubau komme man nicht mehr herum, die Notwendigkeit habe sich auch in mehreren Begehungen gezeigt.
Die Kosten für den Neubau liegen laut Architekt Udo Janßen aus Bad Zwischenahn im Vorentwurf bei geschätzten 1,4 Millionen Euro. Die Schätzung beruhe auf Vergleichsobjekten, belastbare Zahlen seien erst im Entwurfsstadium möglich, erklärte der Fachplaner. Auf die Frage von Christel Bartelmei (CDU), warum der Neubau so hohe Kosten verursache, erläuterte Udo Janßen, dass es neben den Sanitäranlagen einen sehr hohen Technikanteil in dem Gebäude gebe.

„Das ist ein ganz schönes Pfund“, betonte Christian Bergfeld (SPD) in Hinblick auf die Kostenschätzung. Gleichwohl lohne sich die Investition vor dem Hintergrund, da es sich bei dem Erlebnisbad um ein Alleinstellungsmerkmal Bockhorns handele. Christa Hoppenheit (UWG) wies darauf hin, dass bei der Gebäudeplanung die Überlegung einfließen sollte, ein bis zwei Familienumkleiden einzurichten.
Die genaue Kostenermittlung soll im nächsten Schritt erfolgen, ebenso die Prüfung auf mögliche Einsparpotentiale und Fördermöglichkeiten. Darauf einigte sich der Ausschuss einstimmig.

Im darauffolgenden Tagesordnungspunkt wurde über den Vorschlag der Gruppe FDP/Scherer gesprochen, in Bockhorn eine Boulebahn bei der Minigolfanlage zu errichten. Bereits 1995 war auf dem Gelände eine Boulebahn installiert, nach Jahren jedoch aufgrund geringer Nachfrage wieder demontiert worden. Während sich viele Ausschussmitglieder einig waren, dass ein solches Angebot zur Attraktivität der Gemeinde beitrage, einigte man sich beim Entschluss darauf, das Thema zurück in die Fraktionen zu geben.
Diskutiert wurde auch über die Sanierung der Laufbahn an der Hilgenholter Straße. Anke Rull (Grüne) monierte, dass der Sportverein, der die Anlage nutzt, nicht zur Begehung eingeladen wurde. Doris Wilken vom Vorstand des TV bemängelte, dass die Sanierungsplanung vorsehe, die Anlauffläche für die Springer entgegengesetzt zur derzeitigen Bahnführung zu legen. Da hinter der Halle Fußballer trainierten, gäbe es wegen möglicher Fehlschüsse Konflikte mit den Springern.
Christian Bergfeld (SPD) regte an, für den Sprungbereich einen Ballfang in Betracht zu ziehen. Christel Bartelmei (CDU) machte den Vorschlag, gemeinsam mit den Vereinen und Schulvertretern die Planung vor Ort erneut zu besprechen und bei größeren Änderungen „nochmals an den Tisch zu kommen“. Diesem Vorschlag folgte der Ausschuss einstimmig. Ein Bericht über die Begehung soll im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss erfolgen.
Freitag, 02 November 2018 12:22

Biosphärenreservat: Mehr Chancen als Risiken?

geschrieben von
Zetel. Marsch, Geest und Moor, von den in der Wehde lebenden Menschen über Jahrhunderte geformt und kultiviert, bilden eine besondere Kulturlandschaft, die im nördlichen Teil Deutschlands eine besondere Rolle einnimmt. Wie lässt sich dieser Bereich des Binnendeiches auch für zukünftige Generationen sichern und unter nachhaltigen Gesichtspunkten voranbringen? Eine Möglichkeit bietet hier die Zertifizierung der Gemeinde Zetel als Biosphärenreservatsgemeinde.
Den genauen Prozess hinter der UNESCO-Auszeichnung stellte in der jüngsten Umwelt- und Planungsausschuss-Sitzung Peter Südbeck als Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer vor. Die Zertifizierung soll vor allem eines schaffen: Eine nachhaltige Regionalentwicklung, „die eine gerechte, lebensfähige und lebenswerte Welt schafft“, wie der Peter Südbeck erläuterte.
Das Biosphärenreservat gliedert sich in drei Teile. In der Mitte liegt die geschützte Kernzone, umgeben von einer Pufferzone. Um diese gruppieren sich die jeweiligen Gemeinden als sogenannte Entwicklungszone. Während im Kern- und Puffergebiet Naturschutz- und Landschaftsgebietsregelungen Anwendung finden, ist die Entwicklungszone frei von Naturschutzauflagen. Das liege daran, dass die Entwicklungszone nicht nach dem Bundesnaturschutzgesetz definiert ist, wie Peter Südbeck erklärte: „Wir legen keiner Kommune hinterher einen Zehn-Punkte-Plan vor. Es gibt keine Vorschriften, vieles kann, aber nichts muss.“
Das gesamte Konzept basiert laut Südbeck auf Freiwilligkeit und Interesse an einer gemeinschaftlichen Gemeindeentwicklung in kleinen Schritten. Das macht auch die Zielsetzung deutlich, unter anderem Partnerschaften mit Tourismusorganisationen, Restaurants sowie Hotel- und Herbergsbetreibern zu bilden oder den Nahverkehr von Bus und Bahn weiter voran zu bringen. Hinzu kommt der Erhalt regionaler Kultur – die Perspektiventwicklung schließt dabei die Landwirtschaft mit ein. Ein Punkt ist dabei die Förderung der biologischen Landwirtschaft und der Biodiversität, beispielsweise durch Bauerngärten oder Kompensationsflächen. Auch die Förderung regionaler Erzeugnisse, etwa unter der Marke „Wattenmeer-Produkt“, sei möglich.
Peter Südbeck sprach in diesem Zusammenhang von Chancen statt Risiken: Die Ängste vor einer Entwicklungszone nach dem Bundesnaturschutzgesetz, einem zwanghaften Naturschutz oder Einschränkungen im Baurecht seien unbegründet. Die Gemeinden erhielten die Möglichkeit, ihr Image nach außen und die Identität nach innen auszubauen und ferner von Fördermöglichkeiten durch die Zertifizierung zu profitieren.
Der nächste Beitrittsprozess beginnt im Januar 2019. Für die interessierten Gemeinden besteht damit die Möglichkeit, zur Jahresmitte 2020 über den Beitritt abzustimmen.

Die Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses verfolgte auch Hartmut Seetzen als Kreislandvolk-Vorsitzender. In der Sitzung durften allerdings ausschließlich Zeteler Einwohner Fragen zur Thematik Biosphärenreservat stellen. Auf Nachfrage des Friesländer Boten erläutert Hartmut Seetzen nach der Sitzung die Hintergründe für die ablehnende Haltung der Landwirtschaft gegenüber einer Zertifizierung als Biosphärenreservatsgemeinde.
So befürchten die Landwirte unter anderem, dass nach einem Wechsel in der Landesregierung die in der Entwicklungszone befindlichen Flächen der jeweiligen zertifizierten Gemeinden unter Landschafts- oder Naturschutz gestellt werden könnten. Zwar werde seitens der Nationalparkverwaltung eine solche Vorgabe verneint, doch „die Erfahrungen in den letzten 30 Jahren haben gezeigt, dass immer etwas oben drauf kommt“. so Hartmut Seetzen.
Mit der Zertifizierung würde sich die jeweilige Gemeinde zudem in vielen Bereichen verbindlich festlegen, was nachträglich nicht mehr so einfach geändert werden könne. Auch den seitens der Nationalparkverwaltung erwähnten touristischen Vorteil hält Hartmut Seetzen für überschaubar: „Wenn wir einen heißen Sommer haben, zieht es die Urlauber ohnehin in die Küstenregion.“ Ein weiteres Problem zeichnet sich laut dem Kreislandvolk-Vorsitzenden auch bei der Verteilung der Fördermittel ab. „Wenn viele zertifizierte Gemeinden dabei sind, geht es zwangsläufig nach einer Rangliste“, so Hartmut Seetzen. Dann könne es auch sein, dass die Fördermittel wegen der Vielzahl der sich bewerbenden Gemeinden gering ausfallen.
Ausschlaggebendes Kriterium in der Diskussion sei jedoch die Sorge, dass es bei der freien Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen zu Einschränkungen kommt. „Von Seiten der Landwirtschaft lehnen wir das deshalb für Friesland ab. Da gibt es kein Verhandeln“, sagt Hartmut Seetzen mit Nachdruck. Auf lange Sicht sei die Landwirtschaft Verlierer, „was von den Gemeinden wiederum aufgefangen werden muss.“ Gleichwohl, fügt der Kreislandwirt hinzu, sei man mit der Politik in Friesland sehr zufrieden, viele Projekte würden von der hiesigen Landwirtschaft wohlwollend begleitet.
Seite 3 von 9

Online lesen...

Leserreisen 2018

Facebook

Adresse

Friesländer Bote GmbH & Co. KG
Friesländer Bote GmbH & Co. KG
Elisabethstr. 13
Elisabethstr. 13
26316 Varel
26316 Varel

Bürozeiten:

Mo. bis Do. von 9 – 13 Uhr & 14 – 17 Uhr!   Fr. von 9 – 12 Uhr!
Montag bis Donnerstag von 9 – 13 Uhr & 14 – 17 Uhr!
New item
Freitag von 9 – 12 Uhr!