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Freitag, 23 März 2018 11:35

Vertrauen schafft Halt untereinander

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Coolness-Training in den siebten Klassen der Oberschule Bockhorn

Bockhorn. Es gibt sie in jeder Klasse: Den Einzelgänger, der sich partout nicht in die Gruppe eingliedert, oder die eingeschworene Gemeinschaft, die immer etwas lauter als die anderen daherkommt. In der Schule prallen unterschiedliche Ansichten und Sympathien aufeinander, was mitunter auch zu Konflikten führt. Gerade in den jüngeren Jahrgängen ist die Streitkultur oftmals rauer untereinander – damit es dabei nicht zum Äußersten wie Ausgrenzung oder Mobbing kommt, setzt die Oberschule Bockhorn auf Präventionsprogramme, die ein gewaltfreies Miteinander in den Klassen vermitteln.
Dazu gehört auch das Coolness-Training von David Eckert, der die siebten Klassen der Oberschule kürzlich besuchte. Das Programm des Trainers ist individuell, Rollenspiele und Aktionen auf die Schüler abgestimmt. „Ich schaue darauf, was die Klassen brauchen, das sehe ich schon nach wenigen Augenblicken“, sagt David Eckert. Manchmal gehe es darum, das Selbstbewusstsein zu stärken oder dass die Klassenregeln wieder ins Bewusstsein rücken.
„Mit der Pubertät treten die Jugendlichen in eine besondere Lebensphase ein“, weiß der Trainer, der die Schüler dazu bringen möchte sich selbst kennenzulernen – und auch die Mitschüler. „Es geht darum, wie man mit Konflikten und miteinander umgeht“, fügt David Eckert hinzu.
Bei seinem Programm, das der Anti-Aggressivitäts- und Coolnesstrainer auch an anderen Schulen in Niedersachsen anbietet, gehe es auch bisweilen um deutlich tiefgreifendere Konflikte: „In Bockhorn ist es entspannt, der Umgang in ländlichen Gegenden ist respektvoller im Gegensatz zu größeren Städten“, weiß David Eckert aus Erfahrung.
Konflikte vernünftig zu lösen und Verantwortung zu übernehmen ist das Ziel des Sozialkompetenztrainings. Das halte oftmals noch Tage nach dem Training an, sagt die Schulsozialarbeiterin der Oberschule Bockhorn, Jasmin Wittkowski: „Man sieht auf einmal, dass die Schüler in der Pause als Klasse zusammensitzen.“
Natürlich gibt es auch Grenzen, setzt David Eckert hinzu. „Man kann nicht immer alle erreichen. Aber wenn dabei auch nur einer gestärkt herausgeht, ist es ein gutes Training gewesen.“
Freitag, 16 März 2018 12:08

Stele erinnert an Schicksal der Familie Frank

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Zetel. Symbolträchtiger hätte das Wetter angesichts der Gedenkstelen-Einweihung für die deportierte Sinti-Familie Frank an der Horster Straße in Bohlenberge nicht sein können: Während der Himmel den Auftakt der Veranstaltung in kühles Grau tauchte, prasselte während des musikalischen Intermezzos der Gruppe „Sinti Swing“ der Regen auf die Gäste, dass einige die Musiker mit Regenschirmen vor der Nässe schützten.
Vor 75 Jahren stand an der Stelle, die durch die Stele gekennzeichnet ist, der Wohnwagen der Schaustellerfamilie. Am 8. März wurden sie verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Grete, Georg, Frieda Gertrud, Ella Lisbeth, Hans Georg, Herbert Otto, Anna Ursula und Angela Frank fanden im Vernichtungslager den Tod, lediglich Margot Schwarz (geb. Franz) und Anton Franz überlebten.
In ihrer Eröffnungsrede betonte die Leiterin des Schlossmuseums Jever, Prof. Dr. Antje Sander, die Bedeutung der Gedenkkultur in den Orten: „Für die Hinterbliebenen der Opfer sind dies wichtige Brücken zu dem Geschehen und ihren Familien.“ Die Gedenkarbeit bleibe auch für die Enkelgeneration ein wichtiges Anliegen, was sich in Gesprächen mit der Familie Schwarz deutlich gezeigt habe.
Der stellvertretende Landrat Reinhard Onnen-Lübben unterstrich, dass „die Opfer dieser bösen Zeit nicht vergessen werden dürfen“. Es sei lobenswert, dass Erinnerungsorte in den Städten und Gemeinden die Aufarbeitung der von den Nationalsozialisten begangenen Verbrechen ermöglichen.
Das Jahrzehnte andauernde Schweigen über die verübten Gräueltaten habe in Zetel besonders lange angehalten, stellte Hartmut Peters vom Arbeitskreis des Gröschlerhauses Jever heraus: „Den gezeichneten Überlebenden des Völkermords wurde zu lange die Last der öffentlichen Erinnerung aufgebürdet.“ Ohne die Berichte von Margot Schwarz und die Beharrlichkeit von Christel Schwarz, der das Gedenken an seine Familie einforderte, „ständen wir heute nicht hier“, so Hartmut Peters.
Das Leid der Sinti und Roma sei im Nachkriegsdeutschland keinesfalls zu Ende gewesen, erläuterte Hans Begerow: „Bald wieder als Landfahrer stigmatisiert, wurde ihnen eine Entschädigung für die brutale KZ-Haft auf gemeine Art und lange verweigert.“
Christel Schwarz, der mit zahlreichen Angehörigen der Auschwitz-Überlebenden an der Veranstaltung teilnahm, bedankte sich bei den Initiatoren der „Erinnerungsorte in Friesland“, die die Stele aufgestellt hatten. Es gebe die Tendenz einer erneuten Diskrimierung angesichts der aktuellen politischen Entwicklung, warnte Christel Schwarz, der sich einen Abbau der Vorbehalte gegenüber Sintis wünschte. Zum Gedenken an die Deportierten legte die Familie Schwarz einen Kranz an der Stele ab.
Freitag, 16 März 2018 12:04

Geschätzte Kosten lassen sich nicht halten

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Bockhorn. Empfindliche Kostensteigerung beim Umbau des Feuerwehrhauses Grabstede: Die 2016 geschätzten Kosten von ursprünglich 991.000 Euro lassen sich laut dem ausführenden Planungsbüro nicht halten. Realistisch ist ein Kostenrahmen von 1,185 Millionen Euro, so Rüdiger Piltz vom Architekturbüro Kieselhorst und Piltz im Ausschuss für Ordnung, Feuerschutz und Soziales. Grund für die erhöhten Kosten sind die Fachplanungen für Vermessung, Brandschutz, Statik, Elektronik, Heizung und Sanitär. Kostensteigerungen von zirka zehn Prozent seien nicht unüblich, merkte Rüdiger Piltz an. Dies habe auch mit den Preisschwankungen der Wirtschaft zu tun.
„2013 haben wir mit einem Investitionsvolumen von 15.000 Euro in Grabstede angefangen. Den Bürgern sind wir schuldig, diese Steigerung zu erklären“, betonte Rolf Scherer (parteilos). Mit den ersten Mitteln von rund 20.000 Euro habe man Mängel, die sofort zu beseitigen gewesen seien, im Feuerwehrhaus behoben, erläuterte Bürgermeister Andreas Meinen. Durch die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeug müssten zudem bauliche Maßnahmen für eine verkehrssichere Ein- und Ausfahrt umgesetzt werden.
Einen Überblick über die geleisteten Einsätze und Übungen der beiden Ortswehren gaben die Ortsbrandmeister Stefan Lehmann und Stefan Bieling. Dabei wurde auch deutlich, wie belastend einige Einsätze für die Feuerwehrkameraden gewesen sind. Insbesondere der Sturz eines Jugendlichen durch das Dach der stillgelegten Ziegelei sei kein täglicher Einsatz gewesen. „Wir haben nach dem Einsatz noch lange darüber gesprochen. Da gab es viel Redebedarf“, so Stefan Bieling. Auch das Orkantief Xaver habe einige Male das Ausrücken der Wehren notwendig gemacht. Mehrere tausend Dienststunden seien so zusammengekommen, erklärte Stefan Lehmann.
Bürgermeister Andreas Meinen dankte für die gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehren, inbesondere vor dem Hintergrund der oftmals belastenden Einsätze. „Es macht Spaß mit euch, und die Zusammenarbeit mit den Kommandos klappt hervorragend“, lobte Meinen. Gemeindebrandmeister Holger Reuter gab einen Sachstand zum Grabsteder Löschfahrzeug ab. Dieses soll im Sommer 2019 einsatzbereit sein, die europaweite Ausschreibung dazu ist versandfertig.
Beraten hatte der Ausschuss auch über eine Neuregelung der Seniorenbeiratswahl. Diese soll künftig zusammen mit der Kommunalwahl erfolgen, aus Rücksicht auf die ehrenamtlichen Wahlhelfer erfolgt die Stimmenauszählung drei Tage später. „Die Versammlungswahl als Modell ist gescheitert“, machte Walter Daxl vom Beirat deutlich, eine Zusammenlegung mit der Kommunalwahl biete eine Chance auf höhere Wahlbeteiligung. „Wir wollen erreichen, damit bekannter zu werden.“
Dies könne eine Änderung der Wahlordnung nicht bewirken, hielt Rolf Scherer entgegen. Ratsamer wäre, dass der Beirat mit allen Einrichtungen der Gemeinde, die sich für Ältere einsetzen, ein gemeinsames Konzept für Seniorenarbeit erstelle. Über die endgültige Änderung der Wahlordnung muss der Rat abschließend abstimmen.
Einen Zuschuss in Höhe von 300 Euro erhält die Arbeitsloseninitiative Wilhelmshaven/Friesland (ALI) für das aktuelle Jahr. Nachdem eine Bitte um finanzielle Zuwendung in 2017 noch abschlägig beschieden worden war, stimmte der Ausschuss einstimmig für eine zunächst einmalige Unterstützung der Initiative.
Mittwoch, 14 März 2018 12:06

Neuenburg bekommt eigenen Wochenmarkt

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Neuenburg. Das Wehdegebiet ist um einen Wochenmarkt reicher. Zusätzlich zu den Märk-ten in Zetel und Bockhorn wird es künftig jeden Freitag ein weiteres Angebot in Neuenburg geben. Inititator der Idee ist der Unternehmer Stefan Siefjediers, der für eine Umsetzung den Gewerbeverein Neuenburg ins Boot geholt hat. Dieser brachte den Vorschlag schließlich bei der Gemeinde Zetel ein.
Zunächst hatte sich der Markt­ausschuss mit der Thematik befasst, an der Sitzung nahmen Stefan Siefjediers und Christoph Groß vom Gewerbeverein Neuenburg ebenfalls teil. Der Dörpplatz sei bereits aufgrund des Supermarktes dort ein zentral genutzter Platz und auch für Ältere gut erreichbar, so Groß. Mit dem Wochenmarkt werde in Zeiten des Geschäftesterbens zudem ein wichtiges Zeichen gesetzt: „In erster Linie soll es eine kulturelle Bereicherung sein.“
Die Reaktionen auf die Idee fielen auf Seiten der Zeteler Politik positiv aus. „Ihr lauft hier offene Türen ein“, sagte Heinrich Meyer (SPD), der gleichzeitig den Vorschlag einbrachte, den Beschickern für die Anfangszeit die Gebühren zu erlassen. Sofern dies im Einklang mit dem Marktrecht stehe, solle das für eine bestimmte Zeit getan werden, setzte Bürgermeister Heiner Lauxtermann hinzu. „Das ist eine tolle Sache und wird sicherlich auch Kaufkraft nach Neuenburg ziehen“, zeigte sich Heiner Juilfs (CDU) sicher.
Einstimmig votierte der Markt­ausschuss für den Markt. In der jüngsten Ratssitzung der Gemeinde war die Abstimmung schließlich nur noch eine reine Formsache. Auch hier stellte sich der Rat einstimmig hinter die Idee. Bürgermeister Heiner Lauxtermann: „Das Schöne ist, das damit der erste Markt bereits nächste Woche stattfindet.“ Die Verwaltung beschäftigt das Thema allerdings noch etwas länger. Der Markt muss in der Gewerbeordnung festgesetzt werden, dies schließt Änderungen in der Wochenmarktordnung und -satzung mit ein.
Freitag, 23 Februar 2018 11:51

Vermieter vermarkten sich künftig selbst

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Neuenburg/Zetel. Einmal jährlich trifft sich der Kur- und Verkehrsverein Neuenburg zum Jahresgespräch. Ein Schwerpunkt: Die jeweilige Jahresplanung. Diese ist für 2018 abgeschlossen, Ende Mai sollen die Flyer mit den Veranstaltungshinweisen an die Neuenburger Haushalte verteilt werden, weitere Exemplare liegen zudem in den Geschäften aus.
Im vergangenen Jahr hat der Verein an der Überarbeitung des Webauftritts für das „Naturerlebnis Südliches Friesland“ mitgewirkt. Wichtigste Neuerung: Die Vermieter, die bisher über die Webseite ihre Zimmer angeboten haben, vermitteln diese nun in Eigenregie. „Die Gemeinden Bockhorn und Zetel führen keine Listen mehr über freie Unterkünfte“, erläutert Heiner Lauxtermann als Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins.
Viele Vermieter hätten inzwischen eigene Internetauftritte, für die Gemeinden bedeutet der Wegfall des Zimmernachweises vor allem eine Entlastung, da die Buchung damit künftig direkt zwischen Gast und Anbieter abgewickelt wird. Auch in diesem Jahr gibt es wieder naturnahe Angebote wie Moorwanderung, die Führungen der Freunde des Neuenburger Holzes sowie die öffentlichen Teeabende. „Die sind als Highlight stets ausgebucht. Ohne die beteiligten Gruppen wären die Abende aber auch nicht das, was sie sind“, so Heiner Lauxtermann. Derzeit sind rund 60 Mitglieder im Kur- und Verkehrsverein Neuenburg: „Alle haben signalisiert, dass sie weitermachen wollen.“ Für eine Gemeinde, die viele Reize, auch in Bezug auf sanften Tourismus, biete, sei die Vereinsarbeit überaus fruchtbar, betont der Vorsitzende.

Wer mag, kann sich den 24. Juli bereits vormerken. An dem Tag findet der Grillabend des Kur- und Verkehrsvereins Neuenburg, mit musikalischer Untermalung von Franky Joseph. Fix sind auch die Termine für die Teeabende auf dem Platz vor der Neuenburger Rauchkate: Jeweils am Donnerstag, 19. Juli, 9. August und 30. August. Der Beginn ist wie gewohnt um 19.30 Uhr.

Freitag, 23 Februar 2018 11:42

GELB-Vortrag: Vom Statussymbol zum Massenprodukt

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Bockhorn. „Fleischlos glücklich?“ lautete der Vortrag der Gesundheitsberaterin Susanne Balduff in der Altdeutschen Diele in Steinhausen. Auf Einladung des Gesprächskreises Gesunde Ernährung und Lebensführung in Bockhorn (GELB) kamen viele Interessierte, um den Vortrag der Gesundheitsberaterin zu hören.
„Jeder sollte sich kritisch mit dem Fleischkonsum auseinandersetzen. Denn die ökologischen und gesundheitlichen Probleme sind einfach zu groß“, stellte Susanne Balduff voraus. Mit dem Wohlstand sei der Fleischverbrauch gestiegen, während Anfang der 1960er Jahre Fleisch noch als Statussymbol galt. Nun werde es zur billigen Massenware degradiert: „Die meisten Menschen wissen nicht mehr um die Zusammenhänge in der Landwirtschaft oder der Tierproduktion.“
Die globale Fleischproduktion ist laut Weltagrarbericht in den letzten 50 Jahren von jährlich 78 auf 308 Millionen Tonnen angestiegen. „80 Prozent der Verbraucher würden mehr für Tierprodukte zahlen, wenn sich dafür die Tierhaltung verbessern würde“, so die Referentin. Allerdings kaufe die Mehrheit der Verbraucher das Fleisch im Supermarkt – und nur 1,4 Prozent griffen dabei zu Bio-Fleisch. In den größten Schlachtfabriken würden bis zu 46.000 Schweine täglich geschlachtet. „Es gibt neue Technologien, um möglichst viele Tiere in einem Stall zu halten, Futtermittelcomputer, Melkroboter. Und nicht zuletzt das Lohndumping in den Schlachthöfen macht Fleisch, Wurst und Milch zu billiger Massenware“, führte Susanne Balduff aus.
Aber welche Auswirkungen hat der immense Fleischkonsum? Die Referentin nannte hier zunächst die Umweltschäden: „Böden sind CO2-Speicher. Werden die Wiesen umgebrochen zum Anbau für Futtermittel (Mais oder Soja), wird klimaschädliches CO2 frei. Viele Tiere bedeutet viel Methan. Auch Methan ist schädlich für das Klima. Das Ausbringen von Gülle setzt Lachgas frei. Lachgas hat eine 300-fache Klimaschädlichkeit im Vergleich zu CO2.“
„Gülle haben wir viel zu viel. Gülle enthält Nitrat, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein.“ Im Moment seien die Nitrat-Werte im Trinkwasser noch nicht über den Richtwerten. „Aber es weiß noch keiner, wie Trinkwasser von Nitrat gereinigt werden kann.“ Als weiteres Kriterium für den kritischen Umgang führte Susanne Balduff wirtschaftliche Bedenken an: „Flügel und Beinfleisch der Hühnchen werden subventioniert nach Afrika exportiert. Dort ist es dann um die Hälfte billiger als bei den heimischen Bauern.“
Ein großes Problem seien die multiresistenten Keime, die durch den vermehrten Einsatz von Antibiotika bei Tieren entstehen würden. „Es wird an Alternativen für Fleischproduktion gearbeitet,“ so die Referentin. „An Fleisch aus dem Reagenzglas“. Allerdings sei die Forschung hier noch in den Kinderschuhen. Der große Markt der Fleischersatzprodukte hätte laut der Gesundheitsberaterin nichts mit gesunder Ernährung zu tun: „Erstellt meist aus Soja und vielen Zusatzstoffen. Das kann nicht gesund sein.“
Mittwoch, 31 Januar 2018 14:24

Dynamit bringt Schornstein gezielt zu Fall

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Ein 37 Meter hoher Klinkerschlot der einstigen Ziegelei Tapken wurde am Dienstag gesprengt

Bockhorn.
Fast zehn Jahre ist es her, dass in der traditionsreichen Ziegelei an der Urwaldstraße die letzten Klinker gebrannt wurden. Ende 2008 hatte der letzte produzierende Eigentümer, das Unternehmen Wienerberger, den Betrieb der einstigen Ziegelei Tapken eingestellt. Seither standen die Hallen und Gebäude auf dem gut sechs Hektar großen Gelände leer, zwei hohe Schornsteine – aus Klinkern gemauert – erinnerten wie stille Riesen an die gut 100-jährige Geschichte der „Bockhorner Klinker“.

Seit Dienstag gibt es davon nur noch einen: Der von der Straße aus gesehen vordere, rund 37 Meter hohe Schornstein ist am Dienstagnachmittag mit einer gezielten Sprengung zu Fall gebracht worden. Das Gelände gehört seit Jahresbeginn einer Eigentümergemeinschaft, zu der das Unternehmen Manfred Ende Baustoffhandel und Transporte aus Westerstede zählt. Wie Geschäftsführerin Daniela Ende erklärt, habe man sich auch aus Sicherheitsgründen zum Abbruch des weithin sichtbaren Schornsteins entschlossen: „Er war schon baufällig und hätte saniert werden müssen, wenn man ihn hätte stehen lassen wollen.“ Eine Verwendung gab es für den Schornstein nicht mehr, das frei gewordene Areal soll zunächst als Lagerfläche dienen. Der zweite Schlot bleibt bis auf weiteres erhalten. Mit der Sprengung beauftragt war das Bauunternehmen Matthäi aus Westerstede. Am Montag war das Gelände vorbereitet worden, Füllsand wurde auf dem befestigten Platz aufgeschüttet, um die Landung der tonnenschweren Steinbrocken zu dämpfen.

Am Dienstag wurde schließlich die Sprengladung aus Dynamitstangen montiert, gegen 16 Uhr war es dann soweit: Das Gelände wurde abgesperrt, es gab schließlich einen kurzen Countdown, dann einen Knall – die Sprengung verlief wie am sprichwörtlichen Schnürchen, der Turm landete exakt im vorgesehenen „Sandbett“. Sprengmeister wie Auftraggeber waren gleichermaßen mit dem Ergebnis zufrieden.
Die Beseitigung hoher Türme ist ohnehin Routine für die Beteiligten: Mehrfach hatte das Unternehmen Matthäi in der Region in jüngerer Vergangenheit unter anderem Türme von nicht mehr rentablen Windenergieanlagen sprengen lassen.
Ein kurzes Video der Sprengung ist zu sehen unter www.facebook.com/frieslaenderbote.
Freitag, 19 Januar 2018 12:32

Erziehung und Bildung als große Chance

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Grabstede. In einem behüteten Zuhause aufwachsen, die ersten Lebensstationen absolvieren und schließlich in die Selbstständigkeit starten. Das ist gemeinhin der klassische Verlauf des Erwachsenwerdens. Doch nicht überall ist das Gefüge Familie stabil, oftmals ist aufgrund verschiedener Gründe professionelle Hilfe notwendig – sowohl auf Seiten der Eltern, als auch der der Kinder.
Eine lokale Einrichtung, die verschiedene Hilfsprogramme anbietet, ist die Heilpädagogische Jungenwohngruppe Grabstede der Jugendhilfe Collstede. Derzeit leben hier sieben Jugendliche im Alter von neun bis 17 Jahren. In der stationären Einrichtung sind die pädagogischen Mitarbeiter rund um die Uhr für sie da. „Das Ziel ist die Rückführung in die Familie oder der Weg in die Selbstständigkeit“, zeichnet Jugendhilfeleiter Jan Praßel einen Teilauftrag der Jungenwohngruppe nach.
Die Gründe, weshalb Jugendliche für eine bestimmte Zeit ihr familiäres Umfeld gegen den stationären Aufenthalt der Jugendhilfe tauschen, sind vielfältig. „Bevor die Jugendlichen zu uns kommen, ist im Vorfeld bereits ganz viel passiert“, weiß Jan Praßel. Eltern, die keine Energie oder nicht das Wissen haben, um ihre Kinder zu erziehen, Probleme durch Scheidung, Alkoholismus oder psychische Erkrankungen – die Liste der Faktoren ist lang. Auffällig sei dabei auch der gesellschaftliche Wandel in Bezug auf das Familienbild: „Das funktioniert heute nicht mehr so wie vor Jahrzehnten. Und auch die äußeren Bedingungen haben sich verändert.“
In ihrer Arbeit setzt die Jugendhilfe auf alle Beteiligten, ausdrücklich wird von Familienhilfe gesprochen. Parallel läuft eine enge Abstimmung mit Jugendämtern und anderen Institutionen. „Erziehung und Bildung Hand in Hand sind die Chancen für die Kinder, sich selbstständig zu entwickeln“, ist Jan Praßel überzeugt. „Die Familie bleibt im Mittelpunkt, wir sind nur die Ersatzspieler“, betont Thomas Feld, theologischer Vorstand der Diakonie im Oldenburger Land. Das sieht auch der Jugendhilfeleiter so: „Die Eltern bleiben Eltern.“
Im Schnitt leben Jugendliche zwei bis drei Jahre in der Grabsteder Einrichtung – mit Eintritt in die Volljährigkeit bieten sich auch mobile Lösungen an, wie zum Beispiel eine eigene Wohnung mit weiterer Betreuung durch die Sozial- und Heilpädagogen. In Grabstede entsteht derzeit auf dem Grundstück ein Neubau, in dem zwei Appartements Platz für Jugendliche als auch Besucher bieten. „In einem kann das selbstständige Leben erprobt werden, in dem anderen können wir Eltern, die ihre Kinder besuchen wollen, unterbringen“, erklärt Jan Praßel.
Die vom Kleinen Kreis am Dienstagvormittag übergebene Spende in Höhe von 7.100 Euro soll für die Gartengestaltung und die Anschaffung von Spielgeräten genutzt werden. Den Spendenscheck überreichte Martin Steinbrecher als Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung Oldenburg – Der Kleine Kreis an Thomas Feld und Jan Praßel. Das Geld stammt aus dem Erlös des Schlossabends im vergangenen Jahr, zu dem als prominenter Vortragsredner Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn geladen war. Die insgesamt an dem Abend gesammelten 30.000 Euro kommen zudem drei weiteren karitativen Einrichtungen in Oldenburg, Cloppenburg und Wilhelmshaven zugute.
Freitag, 19 Januar 2018 12:29

Mehr Bauland und Flächen für Gewerbetreibende

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Zetel/Neuenburg. Was ist geplant, wohin soll die Reise gehen? Die Entwicklungsrichtung der Gemeinde ist Aufhänger des diesjährigen Zeteler Neujahrsempfangs gewesen. Bürgermeister Heiner Lauxtermann gab Einblicke in die Planung für die kommenden zwölf Monate und ergänzte um aktuelle Sachstände zu Themen, die bereits seit dem vergangenen Jahr auf der Agenda von Rat und Verwaltung stehen.
Aufgelockert wurde die Veranstaltung durch den Auftritt der Sternsinger, die im Anschluss an die Gesangsdarbietung Spenden für Kinder in Not sammelten. Musikalische Akzente zwischen den Redebeiträgen setzten Eliane Menzel und Prof. Fabian Menzel mit einem klassischen Repertoire, welches, auf Violine und Oboe gespielt, von den Gästen des Empfangs mit großem Applaus bedacht wurde.

Investitionen

Heiner Lauxtermann: „Wir sind wirtschaftlich gesund und das ist das Ergebnis guten Wirtschaftens in all den Jahren.“ Die Infrastruktur sei nicht nur ausgelastet, sie muss auch erweitert werden. Eine neue Krippe soll künftig der Geburtenerwartung Rechnung tragen, ein Kindergartenangebot wird auf ganztags umgestellt werden. Die Grundschule Zetel soll mindestens vierzügig ausgebaut werden, außerdem besteht die Notwendigkeit, Ersatz für die Außenstelle Bohlenberge zu schaffen. „Wir brauchen Räumlichkeiten für die Inklusion“, betonte der Bürgermeister in seiner Rede. Die zusätzliche Krippe geht in die Haushaltsberatung für 2018 ein. Für die geplanten Projekte geht die Gemeinde von einem Investitionsvolumen von rund sechs Millionen Euro aus.
Für Neuenburg steht in diesem Jahr die Städtebauförderung im Fokus. Diese soll in Abstimmung mit den Neuenburger Einwohnern erfolgen. Mittelpunkt wird zunächst der denkmalgeschützte Bereich rund um das Schloss sein.

Wohnen und Gewerbe

Zetel als Wohngemeinde erfreut sich großer Beliebtheit. Neuere Baugebiete in Bohlenberge und Lammers Kamp in Neuenburg sind bereits komplett umgesetzt. Durch einfache Bebauungspläne wurden Verdichtungen in den Ortskernen von Zetel und Neuenburg ermöglicht. In diesem Jahr soll Zetel-Süd zwischen Danziger Straße und dem Bahnweg erschlossen und angeboten werden. Rund 80 Bauplätze stehen zur Verfügung, 50 Vormerkungen sind eingegangen. Über die Ökostrom GmbH hat die Gemeinde Wohnungsbau in Süpkenhörn betrieben. Die Gewerbegebiete Roßfelde und Collstede sind praktisch belegt, in Collstede gibt es noch wenige Flächen. Über das neue Gewerbegebiet Roßfelde-Nord ist die Gemeindeverwaltung mit dem Eigentümer der niedersächsischen Landgesellschaft einig geworden. Die Überplanung der Flächen ist für dieses Jahr vorgesehen. Die Chancen für eine öffentliche Förderung der Erschließung stehen dabei laut Lauxtermann „nicht schlecht“.

Haushalt

„Ausgeglichene Haushalte sind kein Selbstgänger“, stellte Bürgermeister Heiner Lauxtermann heraus. Die Gemeinde hat im Haushaltsjahr 2017 einen Überschuss erwirtschaftet, der mit für den Ausgleich des diesjährigen Haushaltsjahres herangezogen wird. Aber: „Es wird enger. Leider wird immer vergessen, dass wir steuerschwach sind und die Einnahmen nicht beliebig gesteigert werden können.“ Der Zuschussbedarf für die Kindertagesstätten mit dem Kiga Regenbogenfisch zusammen belaufe sich auf rund 1,6 Millionen Euro. „Das ist über den Haushalt nicht mehr zu erwirtschaften“, so Lauxtermann.

Kulturelles

Zetel feiert in diesem Jahr zehn Jahre Partnerschaft mit der polnischen Stadt Szczyrk. Dies soll im Mai in Zetel und im August in Szczyrk jeweils mit einem Festakt gefeiert werden.Im Mai kommt mit „Magical Dreams“ zudem eine Ausstellung europäischen Ranges der Galerie Bator aus Szczyrk nach Zetel in das Atelier von Uwe Schmalstieg. Der Bürgermeister lobte besonders das aktive Vereinsleben und das ehrenamtliche Engagement innerhalb der Gemeinde, insbesondere am Beispiel der Feuerwehr. Im Anschluss verlieh Heiner Lauxtermann Wiebke Bruns und Prof. Dr. Uwe Meiners die Gemeindemedaille für ihr Engagement. Wiebke Bruns sammelt seit mehr als zehn Jahren Müll und hat gemeinsam mit Jonny Lüschen das EU-Projekt „Voneinander lernen“ begleitet. Ihr Engagement als Unterstützerin ist zudem vielen lokalen Vereinen zugutegekommen. Prof. Dr. Uwe Meiners erhielt die Medaille vor allem für seine Verdienste um das Restaurierungszentrum Neuenburg und seinen Einsatz für das Schulmuseum Bohlenberge. Der Leitende Direktor des Museumsdorfs Cloppenburg hatte zuvor in einem Vortrag die verschiedenen kulturellen Erbstücke der Region anhand Neuenburg beleuchtet.
Freitag, 12 Januar 2018 12:07

Dudelsack-Klänge erfüllen Bockhorner Kirche

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Jade/Bockhorn. Sie sind (nicht nur) in der Region längst weit bekannt und haben eine treue Fangemeinde: Die „Happy German Bagpipers“, eine im Jahr 1982 in Brake gegründete und vor rund zehn Jahren neu formiere Dudelsack-Band unter Leitung von Falk Paulat und Friedhelm Ricklefs. Die Bagpipers laden nunmehr wieder herzlich ein zum bereits traditionellen Konzert zu Jahresbeginn in der St.-Cosmas- und Damian-Kirche in Bockhorn. Das Konzert beginnt an diesem Sonntag, 14. Januar, um 17 Uhr.
Als Gast begrüßt die Band dabei den Dudelsackspieler Uwe Skowronek aus Verden. Die Happy German Bagpipers spielen eine bunte Unterhaltungsmusik auf dem Dudelsack. So hören die Zuschauer stets einen einmaligen Sound, der nach Auskunft von Falk Paulat selbst von traditionellen Dudelsackbands nicht kopiert werden kann: „Jedes Stück ist selbst arrangiert und auf das Können und die Instrumente der Bandmitglieder abgestimmt. Während unserer letzten Schottlandtour im Jahr 2013 belegte die junge Band beim Jugendmusikfestival in Aberdeen den zweiten Platz unter insgesamt 21 Musikgruppen.“

Bei den Happy German Bagpipers handelt es sich in erster Linie um Jugendliche: So ist es nicht verwunderlich, dass Falk Paulat und Friedhelm Ricklefs immer wieder mit neuen Bandmitgliedern arbeiten müssen. Derzeit sind sieben Jugendliche bei den Bagpipers aktiv, stets werden junge Talente mit Freude am Musizieren gesucht. Die Ausbildung beginnt stufenweise mit verschiedenen Instrumenten. Notenkenntnisse sind nicht erforderlich. Für die Bandmitglieder ist die Teilnahme stets kostenlos, Instrumente werden von der Band bereitgestellt.
Vielfach war die Band schon international unterwegs, auch in Radio und Fernsehen waren die Bagpipers aus der Wesermarsch schon häufig zu sehen und zu hören. Kürzlich erst gestaltete eine Abordnung der Gruppe die „Plattenkiste“ bei Radio NDR 1. Tourpläne für 2018 gibt es auch bereits: In den großen Ferien geht es einmal mehr in den Schwarzwald. Im Ort Schenkenzell gibt es schon einen German-Bagpipers-Fanclub. Weitere Konzerte sind geplant, den Anfang macht an diesem Sonntag nun der Auftritt in Bockhorn.

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