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Freitag, 23 März 2018 11:11

Einblicke mit süßlicher Geschmacksnote

geschrieben von Thorsten Soltau
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 Nicht zum Verzehr geeignet: „Wolliges Weihnachten“ von Finnja Straten. Nicht zum Verzehr geeignet: „Wolliges Weihnachten“ von Finnja Straten. Foto: Thorsten Soltau

Ausstellungseröffnung: „EAT ART“ im KunstRaum am Hafen – Zu sehen bis zum 29. April

Varel. Fruchtgummidelfine tummeln sich in Brausepulverwellen, Gestade aus Popcorn bilden eine Abgrenzung zu einer Hinterlandbebauung mit Butterkekshäusern und Marshmellow-Brunnen, dazwischen wachsen Palmen aus Colastangen mit Mäusespeck-Kronen – bereits der Blick auf diese Landschaft lässt einen vielfältigen Geschmack auf der Zunge entstehen.
Das von Hannah Diekmann geschaffene Szenario aus arrangierten Süßwaren mit dem Titel „Schlickerland“ ist ein Bestandteil der am Freitag eröffneten Ausstellung „EAT ART“ in der Vareler Zollamt-Galerie. Die Schüler der Jahrgänge 11 und 12 des Lothar-Meyer-Gymnasiums nähern sich der Thematik Kunst am Lebensmittel auf vielfältige Weise, die den Betrachter angesichts des alltäglichen und lebensnotwendigen Sujets noch lange nachdenklich zurücklässt.
Wie wirkungsvoll ein leichtes Verschieben des Blickwinkels auf unser Essen sein kann, demonstriert unter anderem Finnja Stratens „Wolliges Weihnachten“. Eine Roulade mit Knödeln und Kraut, gefertigt aus Wolle, verbindet die Gemütlichkeit von Weihnachten mit dem regionalen tradierten Festtagsessen und arbeitet die Gemeinsamkeiten des Feiertages und dem damit verbundenen Genuss stilistisch heraus. Das Ergebnis erzeugt, ähnlich wie die süßliche Weite von „Schlickerland“, eine Assoziation, die sich vor allem aus der Erlebniswelt des Betrachters speist.
Iris Mannotts „Essbare Kleidung“ liegt das Thema Umweltfreundlichkeit zugrunde. Das Werk besteht aus einem Rock aus Wirsingblättern, versehen mit einer Schnürung und eingehüllt in Frischhaltefolie. Für die Ausstellung musste das Stück jedoch noch einmal gefertigt werden. „Der erste hat drei Monate gehalten, ehe er eingetrocknet ist“, berichtet die Künstlerin. Besonders aufwendig sei das Zusammensetzen aufgrund der Struktur der Kohlblätter gewesen, so Iris Mannott, die mit ihrem Stück eine Botschaft vermitteln möchte: „Es wäre ein guter Schritt in die Richtung, beim Kleiderkauf stärker auf die Umwelt zu achten.“
Formate wie Film oder Fotografie sind ebenfalls Bestandteil der Ausstellung, die mit einer umfangreichen Dokumentation der Schüler daherkommt – alle Arbeitsschritte, Ideen, Studien und Betrachtungen sind in Kladden und mitunter „Kochbüchern“ festgehalten, die einsehbar neben den Werken ausliegen.
Das Kunst auch durch den Magen gehen kann, demonstrierte das zur Eröffnung angebotene Buffet. Für die Besucher gab es kleine Häppchen in unterschiedlichen Gestaltungen, unter anderem nach Dalí oder Mondrian – ausdrücklich zum Verzehr gedacht. Dem Genuss dürfte dabei jedoch bei vielen zunächst die Überwindung, in die aufwendig gestalteten „Appetizer“ zu beißen, vorangestellt gewesen sein. Für die Besucher galt es damit auch die eingangs im Eröffnungsstück der Schüler vorangestellte Frage zu beantworten: „Ist Essen Nutzen oder Kunst?“

>> Zu sehen ist die Ausstellung „EAT ART“ noch bis zum 29. April im Kunstraum Varel, Zollamt-Galerie, Am Hafen, immer samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

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