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Freitag, 13 Juli 2018 11:18

„Ein Kunstrasenplatz ist ökologisch nicht zu vertreten.“

geschrieben von Anke Kück
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Gruppe G6: Sportstättenentwicklung im Gesamten betrachten – Kostenproblematik beachten

Varel. „Auch wenn ich aus sportlicher Sicht einen Kunstrasenplatz lieber gestern als heute hätte, ich kann aus meiner ökologischen Überzeugung einer solchen Anlage nicht zustimmen“, sagte Carsten Kliegelhöfer, Ratsmitglied für die Grünen, im Gespräch mit em Friebo.
Das Granulat für einen Kunstrasenplatz bestehe zu 97 Prozent aus Altreifen und sondere Microplastik ab. Über die Wirkung der darin enthaltenen Weichmacher gebe es überdies bisher keine Studien. „Das Microplastik gelangt ungehindert in das Grundwasser, in die Gräben und schließlich in die Nordsee. Eine solche Vermüllung der Meere zu unterstützen, das kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.“
Laut der niedersächsischen Landesregierung seien die drei größten Quellen für den Eintrag von Microplastik in die Umwelt der Gummiabrieb von Reifen, Produktions- und Transportverluste und an dritter Stelle Kunstrasenplätze. Ein schlechtes Beispiel dafür sei auch Norwegen, das über sehr viele solcher Plätze verfüge und 3.000 Tonnen Mikroplastik pro Jahr produziere, erläuterte Kliegelhöfer. Der mögliche Einsatz von Filtertechniken sei im übrigen bisher noch kaum thematisiert worden.
Zwar gäbe es Alternativen zum Beispiel durch Einsatz von Kork, diese seien derzeit aber praktisch nicht zu bezahlen. Außerdem monierte er, dass durch einen solchen Platz eine Fläche von etwa 40000 Quadratmetern versiegelt würde, „... in dem wir sie mit Kunststoff abdecken.“
Alexander Westerman stimmte ihm zu und wies zugleich auf die finanziellen Aspek-te hin – beide gaben ihre Statements im Namen der Gruppe G6 des Stadtrates ab.
„Eine Stadt hat Pflichtaufgaben wie Straßensanierungen oder die Einrichtung von Kindertagesstätten. Da steht in Varel einiges an. Ein solcher Platz ist eine freiwillige Leistung, die man auch der gesamten Bevölkerung gegenüber rechtfertigen muss. Das Geld muss schließlich irgendwoher kommen.“ Das gehe nur durch Einsparungen in anderen Bereichen, höhere Einnahmen, zum Beispiel aus Steuererhöhungen, oder den Verkauf von „Tafelsilber“. Beide Politiker machten deutlich: „Das muss den Menschen bewusst sein und daher würden wir eine Bürgerbefragung gut finden“, und Alexander Westerman wird deutlich: „im Moment würde ich sagen, dass wir uns das nicht leisten können.“
Beide erwarten außerdem, dass nach Alternativen gesucht wird: „Vielleicht lassen sich Drainagen verbessern oder Sponsoren finden.“ Aktuell sind die Sportplätze von November bis Ende Februar gesperrt.
Wichtig ist ihnen außerdem, die Entscheidung im Ganzen zu betrachten: „Wir müssen die Geduld aufbringen, das ganze Sportstättenentwicklungskonzept zu durchdenken und dürfen nicht eine einzelne Maßnahme vorziehen und damit Fakten schaffen, die dem Ganzen möglicherweise nicht zuträglich sind.“
Zu beachten sei außerdem, dass nur gut fünf Prozent der Vareler Fußball spielen. Insgesamt 8.900 Personen (36,2 Prozent aller Bürger) sind in aktuell 36 Sportvereinen engagiert: „Wir finden, dass die gesamte Bevölkerung das Recht hat zu entscheiden ob ein solcher Platz gewollt ist oder nicht. Wir wollen keine Politik auf Zuruf machen.“ Beiden ist bewusst, dass ihre Aussagen sicherlich nicht nur Zustimmung finden: „Wir müssen lernen offen mit Kontroversen umzugehen und sollten sachlich diskutieren. Wir möchten ausdrücklich betonen, dass wir des ehrenamtliche Engagement in den Vereinen außerordentlich wertschätzen.“
Carsten Kliegelhöfer ergänzt: „Mir fällt die Entscheidung besonders schwer, schließlich bin ich ein Vollblutsportler, da wohnen wirklich zwei Seelen in meiner Brust.“
Gelesen 1568 mal Letzte Änderung am Freitag, 13 Juli 2018 11:25

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