Anzeigen

Redaktion

Media-Daten

 

Friebo

Bürozeiten:
Montags bis Donnerstag: 9 bis 13 Uhr und 14:00 bis 17 Uhr
Freitags: 9 bis 12 Uhr

Kontakt
Freitag, 23 November 2018 11:49

Pilze machen Buchen den Garaus

geschrieben von Michael Tietz
Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Buchen am Boden: An der Waldstraße (im Bildhintergrund das Waldstadion) mussten nun einige bis zu 200 Jahre alte Bäume gefällt werden, Pilze und Fäulnis hatten ihnen zugesetzt. Buchen am Boden: An der Waldstraße (im Bildhintergrund das Waldstadion) mussten nun einige bis zu 200 Jahre alte Bäume gefällt werden, Pilze und Fäulnis hatten ihnen zugesetzt. Foto: Michael Tietz
Varel. Die Waldstraße war am vergangenen Montag voll gesperrt, das Kreischen der Kettensägen weithin zu hören: Etwa 200 Jahre alte Buchen am Rande des Vareler Walds sind jetzt aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt worden.
Die stattlichen Bäume zu beiden Seiten der Waldstraße hatten Revierförster Jan-Michel Schmeling nach Mitteilung der Niedersächsischen Landesforsten zuletzt Sorgen bereitet: „Die zweihundertjährigen Buchen sind vom Riesenporling befallen und damit nicht mehr standsicher, wie wir bei der regelmäßigen Baumkontrolle festgestellt haben“. So war das Schicksal von zunächst sechs pilzbefallenen alten Buchen an der Waldstraße entschieden. Hinzu kam etwa ein Dutzend weiterer Bäume entlang der Waldwege im Vareler Wald, die trocken oder mit Pilzbefall nicht mehr standsicher waren. „Solche Bäume sind uns aus Naturschutzgründen mitten im Wald durchaus willkommen, aber entlang der Wege und noch mehr an befahrenen Straßen greift unsere Pflicht zur Verkehrssicherung“, erklärte Schm­eling zum Vorgehen. Er bat um Verständnis für die brutal anmutende Baumfällung – in der Vergangenheit hatten Bürger immer wieder Kritik an den Abholzungen geübt, vielfach waren den Landesforsten allein wirtschaftliche Motive unterstellt worden.

Den Hintergrund der aktuellen Fällmaßnahme erläutert Rainer Städing, Pressesprecher der Landesforsten: „Der Vareler Wald ist gekennzeichnet durch einen hohen Anteil alter Eichen und Buchen, die 200 Jahre und älter sind. Das ist im Erholungswald Fluch und Segen zugleich.
Eichen bilden sogenanntes Kernholz und haben einen hohen Gerbsäuregehalt in Holz und Rinde. Sie sind dadurch gegen Pilzbefall resistenter. Buchen dagegen haben diese Eigenschaften nicht. Sie sind im hohen Alter deutlich empfindlicher gegen Pilzbefall. Sind erst einmal die Pilzkonsolen (Fruchtkörper) von Porling, Zunderschwamm oder Hallimasch am Stamm zu erkennen, dann geht die Holzzersetzung durch den Pilz im Stamminneren oder in der Wurzel zügig voran und die Bruchgefahr, besonders bei Sturm, steigt rapide. Buchen werden etwa 300 Jahre alt und die beschriebenen Zersetzungserscheinungen beginnen im Wald ungefähr ab Alter 180. Abseits der Wege belassen die Landesforsten solche alten Bäume bewusst zum Erhalt der Artenvielfalt bis zum natürlichen Zerfall. Entlang von Verkehrswegen und Waldwegen hat die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer jedoch Vorrang.“

In den vergangenen Jahren seien bereits einige alte Buchen mit Pilzbefall entlang der Großen Allee gefällt worden. Zwischen Waldweg und Bebauung stellten sie eine Gefahr dar. Vor einigen Jahren war in diesem Bereich eine Buchenkrone bei Sturm abgebrochen und in ein angrenzendes Gartengrundstück gefallen. Zwischen Sportplatz und Waldstraße waren vor zwei Jahren bereits einige markante Bäume gefällt worden. (fb)
Gelesen 198 mal

Online lesen...

Leserreisen 2018

Facebook

Adresse

Friesländer Bote GmbH & Co. KG
Friesländer Bote GmbH & Co. KG
Elisabethstr. 13
Elisabethstr. 13
26316 Varel
26316 Varel

Bürozeiten:

Montag bis Donnerstag:
Montag bis Donnerstag:
9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr
9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr
Freitag:
Freitag:
9 bis 12 Uhr
9 bis 12 Uhr