Anzeigen

Redaktion

Media-Daten

 

Friebo

Bürozeiten:
Montags bis Donnerstag: 9 bis 13 Uhr und 14:00 bis 17 Uhr
Freitags: 9 bis 12 Uhr

Kontakt
Mittwoch, 09 Januar 2019 10:18

Traditionsbetrieb kann weiter produzieren

geschrieben von Michael Tietz
Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Sie freuen sich auf eine gemeinsame Zukunft mit Friesland Porzellan als Teil einer neuen Firmengruppe: Geschäftsführerin Yvonne Kooi, Vertriebsleiterin Angelika Pietsch, Produktionsleiterin Peggy Koriath und Rita van den Berg, kaufmännische Leiterin (v. links).  Sie freuen sich auf eine gemeinsame Zukunft mit Friesland Porzellan als Teil einer neuen Firmengruppe: Geschäftsführerin Yvonne Kooi, Vertriebsleiterin Angelika Pietsch, Produktionsleiterin Peggy Koriath und Rita van den Berg, kaufmännische Leiterin (v. links). Foto: Michael Tietz
Neuer Eigner aus den Niederlanden übernimmt Friesland Porzellanfabrik.

Varel.
Es war quasi ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für die Beschäftigten an der Rahlinger Straße: Anfang Dezember zeichnete sich ab, dass es für die traditionsreiche Friesland Porzellanfabrik womöglich doch eine Zukunft geben könnte, nachdem im vergangenen Sommer das Ende der Produktion und damit das Aus für das Unternehmen angekündigt worden war.
Und tatsächlich sollten noch vor Silvester die Sektkorken knallen: Am 27. Dezember wurden die Verträge unterzeichnet und damit war klar, dass auch über das kommende Frühjahr hinaus Porzellan „Made in Varel“ ausgeliefert wird. Zuvor war die Einstellung des Betriebes für Ende März geplant gewesen.

Die Royal Goedewaagen Gruppe mit Sitz im niederländischen Friesland hat die Fabrik in Rahling übernommen, eine neue Holding wurde gegründet, unter deren Dach die fortan vier Standorte geführt werden: Zur RGW Friesland Porzellan-Gruppe gehören neben der Porzellanfabrik auch Steingutwerke in Holland und Belgien und ein niederländisches Fliesenwerk. Diese internationale Zusammenarbeit sei in der Branche einzigartig, erklärt die Geschäftsführerin von Royal Goedewaagen, Yvonne Kooi. Die Familie Apken ist aus der Firma nunmehr ausgeschieden: Uwe Apken hatte die Porzellanfabrik seit 2005 als Inhaber geführt, er hatte im vergangenen Sommer wegen zunehmender Absatzschwierigkeiten den Entschluss für die Schließung gefasst. Nur einen Monat später starb Uwe Apken ganz unerwartet, seine Frau Jutta Over-Apken hatte zuletzt die Geschäfte geführt.
Weiter geht es nun aber unter anderem für Vertriebschefin Angelika Pietsch und die kaufmännische Leiterin Rita van den Berg, obwohl sie, wie sie verraten, eigentlich schon ihren Ruhestand genießen könnten. Den Übergang in die Zukunft von Friesland Porzellan wollen sie aber in den kommenden Monaten auf jeden Fall begleiten. „Mit diesem Schritt ist die Kontinuität von Friesland Porzellan als traditionsreiches Unternehmen gewährleistet. Nicht nur für unsere Kunden, auch für die Region und die Arbeitnehmer/innen ist das eine sehr gute Nachricht“, betont Angelika Pietsch.

„Gerührt vom Engagement der Beschäftigten“
Dass man auf die Porzellanfabrik in Rahling aufmerksam wurde, sei im Grunde reiner Zufall gewesen, berichtet Yvonne Kooi beim Ortstermin: „Wir hatten gelesen, dass die Porzellanfabrik schließen soll und uns entschieden, sie einmal anzuschauen.“ Dann sei im Grunde alles ganz schnell gegangen: „Ich war sehr beeindruckt von der Qualität und Effizienz und gerührt vom Engagement der Beschäftigten. Diese Leidenschaft ist auch eines der Merkmale von Royal Goedewaagen. Die Handwerksarbeit lebendig behalten, das wollen wir, zusammen mit unseren Kunden. Die Unternehmen ergänzen sich gut, wir können so unser Portfolio erweitern.“
So sollen zunächst die Märk­te und Vertriebswege wechselseitig ergänzt werden. Für das Porzellan aus Varel bietet der niederländische Markt neue Absatzmöglichkeiten: Der hierzulande bekannte Melitta-Porzellanfilter etwa sei dort unbekannt, das will man nun ändern.
Für die derzeit noch knapp 50 Beschäftigten in der Fabrik geht es also weiter. Manche Kolleginnen und Kollegen hatten sich nach Bekanntwerden der Schließung freilich schon andere Arbeitsplätze gesucht. „Die ersten haben schon angerufen und gefragt, ob sie zurückkommen können“, berichtet Angelika Pietsch nicht ohne Stolz.
„Wir waren ganz sprachlos vor Glück“, berichtet Produktionsleiterin Peggy Koriath, seit 33 Jahren bei Friesland Porzellan tätig. Die Belegschaft sei schon beinahe „eine zweite Familie“ und identifiziere sich stark über die vor rund 66 Jahren gegründete Fabrik.

Wie genau die künftige Struktur der neuen Gesellschaft aussehen wird und welche Verwaltungsaufgaben an welchem Standort erledigt werden, wird noch gemeinsam entwickelt. Zunächst wird Friesland Porzellan als größter Standort auch Hauptsitz der Holding. Alle Produkte und Marken bleiben erhalten, ebenso der Werksverkauf vor Ort. Der soll sogar ausgebaut und um Produkte aus den anderen Manufakturen ergänzt werden.

Traditionsreiche Partner
Die heutige Friesland Porzellanfabrik wurde 1953 von Horst Bentz gegründet, um Gebrauchsgeschirr für die Marke „Melitta“ herzustellen. Seit 1982 wird der Name „Friesland“ auch für die Produkte benutzt. Die Produkte werden in Rahling entwickelt, gefertigt und versendet – auch heute noch größtenteils in Handarbeit. Zu den Klassikern zählen die Porzellan-Serie „Jeverland“ und das Ceracron-Service „Ammerland“ sowie der Melitta-Porzellanfilter für handgebrühten Kaffee. Royal Goedewaagen wurde 1610 gegründet und ist eines der ältesten Unternehmen Europas im Bereich Geschirr und exklusiver Geschenkartikel. Gefertigt werden Kleinserien, auch speziell auf Kundenwünsche gestaltet, etwa für Hotels, Reedereien oder Fluglinien.
Gelesen 405 mal Letzte Änderung am Freitag, 11 Januar 2019 11:00

Online lesen...

Leserreisen 2018

Facebook

Adresse

Friesländer Bote GmbH & Co. KG
Friesländer Bote GmbH & Co. KG
Elisabethstr. 13
Elisabethstr. 13
26316 Varel
26316 Varel

Bürozeiten:

Montag bis Donnerstag:
Montag bis Donnerstag:
9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr
9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr
Freitag:
Freitag:
9 bis 12 Uhr
9 bis 12 Uhr