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Freitag, 15 März 2019 18:56

„Wir haben nur diese eine Welt“

geschrieben von Dana Ehlert
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Die Jugendlichen trotzten dem Wetter und machten sich an diesem Freitag mit zahlreichen Plakaten erneut für den Klimaschutz stark. Organisator Tjorven Reelfs-Meyrose fungierte auch dieses Mal wieder als Sprecher für die Schüler. Die Jugendlichen trotzten dem Wetter und machten sich an diesem Freitag mit zahlreichen Plakaten erneut für den Klimaschutz stark. Organisator Tjorven Reelfs-Meyrose fungierte auch dieses Mal wieder als Sprecher für die Schüler. Fotos: Dana Ehlert
Fridays for Future: Vareler Schüler veranstalten 2. Klimaschutzdemo in Varel.

Varel.
Die Unterstützung für die Jugendlichen wird in Varel spürbar größer: Erneut haben der Schüler Tjorven Reelfs-Meyrose und Juso-Mitglied Dominik Helms an diesem Freitag, 15. März, eine Demonstration unter dem Motto „Fridays for Future“ vor dem Vareler Rathaus organisiert. Und deutlich mehr Erwachsene drückten diesmal mit ihrer Anwesenheit ihre Unterstützung für die Anliegen der jungen Protestierenden aus. Neben Mitgliedern des NABU kamen Umweltbeauftragte, Eltern, einige Ratsmitglieder und weitere Interessierte. Insgesamt waren für diesen 15. März an 2052 verschiedenen Orten weltweit Demonstrationen unter dem Motto „Fridays for Future“ angekündigt. Auch in vielen Städten Deutschlands gingen Schüler auf die Straße, insgesamt sollen es mehr als 300.000 gewesen sein.
Viele Schüler wurden bei der heutigen Demo erwartet, nachdem beim letzten Mal rund 100 Schüler teilgenommen haben. Wohl nicht zuletzt wegen des schlechten Wetters, aber auch weil manche Schüler zu größeren Demonstrationen in andere Städte gefahren waren, kamen dieses Mal allerdings deutlich weniger Schüler zum Rathaus.

„Es geht um unsere Zukunft und so verstehe ich die Leute nicht, die nichts tun oder den Klimawandel sogar bestreiten. Immerhin sieht man die Konsequenzen überall auf der Welt. Die Polkappen schmelzen. Wenn nicht bald etwas passiert, werden Tiere aussterben, aber auch wir Menschen sind bedroht. Besonders die, die in den Küstenregionen leben“, sagte Tjorven Reelfs-Meyrose an diesem Freitag. In seiner Rede forderte er mehr Einsatz für den Klimaschutz seitens der Politik. Er richtete sein Wort aber auch an die Schüler und appellierte dafür, dass es nötig sei, das eigene Kaufverhalten zu überdenken. Veränderung in der Mobilität seien ebenfalls wichtig.
„Wir müssen etwas tun und das geht nur zusammen. Wir haben nur diese eine Welt und ich finde, sie ist schützenswert oder etwa nicht?“, fragte er die Anwesenden, die lautstark applaudierten.
Die Abwesenheit der Ratsmitglieder bei der letzten Demonstration – mit Ausnahme von Alexander Westerman – wurde von den Schülern vergangene Woche stark kritisiert. Neben Dominik Helms, Mitorganisator der Demonstration und Ratsmitglied, kamen an diesem Freitag Jost Etzhold und erneut Alexander Westerman.
„Ich freue mich, dass so viele da sind. Wir alle hoffen, dass in Zukunft mehr für den Klimaschutz getan wird“, teilte Dominik Helms mit. In diesem Zusammenhang bezog er sich auch noch einmal auf die Abstimmung, die in dieser Woche von den Ratsmitgliedern gefallen ist. Dabei ging es um die Frage, ob Varel an den Beratungen zur Ausgestaltung des Entwicklungszone für das Biosphärenreservat teilnehmen soll. „Leider wurde der Antrag abgelehnt“, teilte er mit. Es sei eine demokratische Entscheidung gewesen.
In der Ratssitzung sei in einigen Wortbeiträgen auch Unverständnis bezüglich der derzeitigen Schülerdemonstrationen deutlich geworden, die er nicht teile. Daraufhin verglich Dominik Helms die Schülerdemo mit Arbeitnehmern, die ebenfalls in ihrer Arbeitszeit für ihre Rechte streiken. „Bildung ‚aufzusaugen‘ bringt nichts, wenn wir keine Zukunft haben, wofür es sich lohnt“, betonte er abschließend.
Auch Ratsmitglied Jost Etzhold sprach zu den Schülern: „Ich bin hier, um euch zu unterstützen und möchte euch gratulieren: Wir nehmen euch wahr.“ Die Beteiligung einiger Ratsmitglieder begrüßten viele Schüler. „Wir werden jetzt eher ernst genommen. Ich hab das Gefühl, dass sich da auch etwas verändert“, sagte die Schülerin Sarah.

Neben den Politikern besuchten wieder viele andere Interessierte die Demonstration.So auch Michael Berg, der von seinem Umweltprojekt „Deichfans“ berichtete, an dem er derzeit sehr intensiv arbeitet. Es soll eine Unterschriftensammlung geben, bei der gezählt wird, wie viele Menschen in Varel bereit sind, sich umweltfreundlich zu verhalten. Außerdem werde es jeden Monat verschiedene Themenlisten geben wie „Einkaufen“, „Müll“ oder „Mobilität“, die von Interessierten verwendet werden können. „Die großen Themen macht ihr. Wir kümmern uns um die kleineren Sachen“, sagte er zu den Schülern und teilte abschließend mit: „Ich schäme mich für meine Generation. Mit meinem Projekt möchte ich Wiedergutmachung leisten.“
Hanspeter Boos, Umweltbeauftragter der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Varel, erfreute sich ebenfalls über das Engagement der Schüler und drängte auf Veränderung durch die Politik: „Der Druck an die Politik ist erforderlich. Man kann nicht auf Freiwilligkeit setzen.“
Gelesen 685 mal Letzte Änderung am Freitag, 15 März 2019 19:08

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