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Freitag, 29 März 2019 12:41

"Der erste Schritt ist, Müll möglichst zu vermeiden"

geschrieben von Michael Tietz
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Für ein Gruppenfoto blinzelten die Vertreter der Landkreise Wilhelmshaven und Wittmund, der Stadt Wilhelmshaven und der beteiligten Gemeinden am Dangaster Strand in die Sonne: Viel zu tun gab es für die Gruppe in puncto Müllsammlung hier nicht, Dangast ist wegen der Lage in der Bucht des Jadebusens nicht so mit Abfall aus der Nordsee belastet wie andere Küstenorte. Einen kurzen Einblick in das Problem hatten zuvor Hanna-Lena Oer und Lotta Lanfermann-Baumann gegeben (Bildmitte), die derzeit in den Nationalpark-Häusern Dangast bzw. Carolinensiel ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren.  Für ein Gruppenfoto blinzelten die Vertreter der Landkreise Wilhelmshaven und Wittmund, der Stadt Wilhelmshaven und der beteiligten Gemeinden am Dangaster Strand in die Sonne: Viel zu tun gab es für die Gruppe in puncto Müllsammlung hier nicht, Dangast ist wegen der Lage in der Bucht des Jadebusens nicht so mit Abfall aus der Nordsee belastet wie andere Küstenorte. Einen kurzen Einblick in das Problem hatten zuvor Hanna-Lena Oer und Lotta Lanfermann-Baumann gegeben (Bildmitte), die derzeit in den Nationalpark-Häusern Dangast bzw. Carolinensiel ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren. Foto: Michael Tietz
Dangast. Immer mehr Plastikmüll im Meer: Dieses Problem betrifft auch die Nordsee und damit die Küstenorte in Friesland, Wilhelmshaven und Wittmund. Nicht von ungefähr fand deshalb nun am Strand in Dangast der Auftakt für die konzertierte Naturputzaktion der Kreise Wittmund und Friesland sowie der Stadt Wilhelmshaven statt: Landrat Sven Ambrosy wies in der Begrüßung darauf hin, dass der sonnige Freitag und der prächtige Ausblick vom Dangaster Naturerbeportal nicht darüber hinwegzutäuschen vermöge, dass man es mit einem denkbar ernsten Thema zu tun habe, das insbesondere die junge Generation beschäftige: "Die Jugendlichen fragen uns zu Recht, was wir da eigentlich tun, welche Welt wir ihnen eigentlich hinterlassen wollen. Da bahnt sich ein Generationenkonflikt an."

Gerade mit Blick auf 10 Jahre Status als UNESCO-Weltnaturerbe in diesem Jahr sei es wichtig, sich für den Erhalt der Naturlandschaft einzusetzen. Umso mehr sei es zu begrüßen, dass Menschen sich einsetzen würden: "Menschen, die nicht nur lamentieren, sondern auch anpacken." Nicht ohne Stolz verwies er darauf, dass allein im Landkreis Friesland in diesen Tagen fast 6.000 Menschen an den Stränden, in Feld, Wald und Flur unterwegs seien, um dort Abfälle einzusammeln. Im vergangenen Jahr waren bei der Naturputzaktion allein in Friesland rund 5,5 Tonnen Unrat zusammengekommen. "Wenn diese Mengen in der Landschaft liegen bleiben würden, würde sich das Problem zunehmend verschärfen."
Er habe keinerlei Verständnis für Zeitgenossen, die ihren Abfall achtlos in der Natur hinterlassen. Zudem begrüße er die jüngsten Entscheidungen des EU-Parlaments für ein Verbot vieler Wegwerfprodukte aus Plastik. "Die Nationalstaaten bekommen es nicht hin", und Freiwilligkeit funktioniere offenkundig nicht, da sei es an der Zeit, zu Restriktionen zu greifen. Die Bemühungen zum Thema Abfallvermeidung und Vermüllung der Meere müssten weiter verstärkt werden, so der Landrat: "Die Sensibilität in der Bevölkerung ist gegeben."

Im Anschluss gaben Hanna-Lena Oer und Lotta Lanfermann-Baumann, die derzeit in den Nationalpark-Häusern Dangast bzw. Carolinensiel ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren, mit einem kurzen Vortrag einen Einblick in das Problem des vielen Plastikmülls in den Meeren. Ein wesentliches Problem seien dabei Hinterlassenschaften aus Fischerei und Schifffahrt, Geisternetze und Taue etwa, aber auch Kleinteile und Verpackungsmüll. Sie wiesen darauf hin, dass Kunststoffe viele hundert Jahre benötigen, bis sie zersetzt sind und betonten: "Wenn wir die Plastikteile nicht mehr sehen können, fängt das eigentlich Problem im Grunde erst an" - denn Mikroplastik aus kleinsten Teilchen seien in der Summe eine besondere Belastung für die Organismen. Viel Gift komme zudem durch Kleinstmüll wie Zigarettenstummel in die Landschaft. Fazit: "Ein erster wichtiger Schritt ist, Müll nach Möglichkeit zu vermeiden", betonte Lotta Lanfermann-Baumann, "da kommt es auf das Verhalten jedes Einzelnen an." Und natürlich seien Abfälle dem jeweils entsprechenden Entsorgungsweg zuzuführen: "Recycling funktioniert nur bei sorgfältiger Trennung der Abfälle."
In Dangast und im gesamten Jadebusen sei das Problem des Meeresmüll aufgrund der Bucht-Lage vergleichsweise gering, doch die beiden Vertreterinnen der Nationalpark-Verwaltung hatten eindringliche Bilder, etwa von der Insel Mellum, mitgebracht. Verendete Vögel, vergiftete Kleinstlebewesen: Erst vor kurzem hatte ein junger Wal international für Schlagzeilen gesorgt, der auf den Philippinen gestrandet war – Biologen untersuchten das Tier, es hatte rund 40 Kilo Plastikmüll im Magen und war wohl mit vollem Bauch verhungert.
Gelesen 521 mal Letzte Änderung am Freitag, 29 März 2019 13:12

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