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Montag, 12 August 2019 12:08

„Mastbruch“ im Künstlerhaus Hooksiel

geschrieben von D. Salverius
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Im Künstlerhaus sind seit Sonntag Fotografien von Hans Joachim Teschner (2. von links) zu sehen. Bei der Eröffnung waren Dr. Achim Engstler (links), Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann sowie Bürgermeister Björn Mühlena dabei. Im Künstlerhaus sind seit Sonntag Fotografien von Hans Joachim Teschner (2. von links) zu sehen. Bei der Eröffnung waren Dr. Achim Engstler (links), Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann sowie Bürgermeister Björn Mühlena dabei. Foto: Dörte Salverius
Fotos des Varelers Hans Joachim Teschner bis zum 22. September zu sehen

Hooksiel/Varel.
„Mastbruch“ – so hat Hans Joachim Teschner seine Ausstellung betitelt, die seit Sonntag im Künstlerhaus Hooksiel zu sehen ist. Dort zeigt der Vareler noch bis zum 22. September Fotografien, die „auf ästhetisch befriedigende Weise“ irritierten. Sie seien auf der einen Seite reizvoll und schön, befand der Vareler Autor Dr. Achim Engstler, der am Sonntag anlässlich der Ausstellungseröffnung in das Werk des Künstlers einführte. „Aber nicht nur schön“, und das ist für Dr. Engstler ein nicht unbedeutender Aspekt beim künstlerischen Schaffen. Seiner Ansicht nach dürfe Kunst nicht nur gefällig sein, sondern müsse irritieren, „dann erfüllt sie auch ihre Aufgabe“.
Das gilt nach seinen Worten leider nicht mehr unbedingt. Heute werde von der Kunst erwartet, vorherrschende Haltungen und Gesinnungen zu bestätigen, damit konform zu sein, „und das halte ich für eine unheilvolle Tendenz“, betonte der Vortragende. Dem Künstlerhaus und seiner Leiterin Renate Janßen-Niemann bescheinigte er, sich dieser Entwicklung mit der Auswahl der Aussteller entgegen zu stellen.

Die Fotografien von Hans Joachim Teschner seien auf den ersten Blick gefällig und harmlos: an Stegen im Wasser aufgereihte Segelboote, daneben Bilder von schwarzbunten Kühen. Erst beim zweiten Hinsehen lösen die Arbeiten beim Betrachter die von Dr. Engstler angesprochene Irritation aus. Die Kühe befinden sich nicht im Stall oder auf grüner Weide, sondern im „monochromen Irgendwo“ bzw. in vollkommen fremder, werkshallenähnlicher Umgebung. Die Boote wechseln quasi das Medium. Durch Drehung tauchen sie ins Wasser ein, in eine Welt, durch die sie nicht segeln können. „Sie kentern und versenken sich“, beschrieb Dr. Engstler die Motive aus Teschners „Mastbruch“-Serie. Über ihnen verdunkelt sich die Wasseroberfläche in tiefes Blau und schirmt den Blick zur Außenwelt ab. Das irritiere und weite den Blick. Durch die Bearbeitung hätten die Arbeiten „mythologische Qualität“, so der Autor. Mit dem Begriff „Mastbruch“ verbindet Teschner Lichtbrechungen. Die von ihm aufgenommenen Segelboote scheinen sich im Wasser zu spiegeln, die Masten wirken verzerrt, von den Wellen in Bewegung gebracht.
Wangerlands Bürgermeister Björn Mühlena hatte die Ausstellung am Vormittag eröffnet und dazu zahlreiche Kunstinteressierte begrüßt. Dank des politischen Rückhalts, der ehrenamtlichen Unterstützung und guter Besucherzahlen könnten sich im Künstlerhaus hervorragende Künstler präsentieren. Das sei „nicht selbstverständlich für eine Gemeinde unserer Größe“, sagte Mühlena.

Hans Joachim Teschner (Jahrgang 1945) fotografiert nicht nur, sondern ist auch Musiker und Schriftsteller mit Schwerpunkt Satire, Nonsens und Komik. Unter anderem hat er bei Rowohlt und Titanic veröffent-licht, außerdem hat er wiederholt Kolumnen und Gastbeiträge für den Friebo geschrieben.
Der Vareler hat Pädagogik, Wirtschaftswissenschaften und Musik studiert. An der Uni Oldenburg war Hajo Teschner lange Gitarrenlehrer. Zudem war er lange an der Kreismusikschule Friesland tätig sowie Bühnenmusiker beim Staatstheater und bei der Landesbühne. Mehr als 60 Veröffentlichungen (Lehrwerke, Kompositionen, Bearbeitungen) erscheinen von ihm in renommierten Musikverlagen.
Teschner fotografiert seit seiner Jugend, seit seinem Eintritt in den Ruhestand beschäftigt er sich verstärkt mit der Fotografie.
Gelesen 101 mal Letzte Änderung am Montag, 12 August 2019 12:18

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